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Bitte nicht stören - vielleicht

Nach drei Beerdigungsgesprächen und genauso vielen unschönen Zusammenstößen, mein Schild an der Amtszimmertür betreffend, weiß ich echt nicht mehr, was ich noch tun soll, um den Leuten folgendes beizubringen: Wenn da steht "Bitte nicht stören", dann heißt das: Bitte nicht stören! Und nicht: Vielleicht nicht stören Oder: Nur donnerstags nicht stören Oder: Bitte nicht stören - gilt nur an Sonn-und Feiertagen Oder: Wenn es für dich okay ist, bitte nicht stören Vielleicht hätte ich ein Ausrufezeichen setzen sollen. Oder am besten gleich drei. Ohne Ausrufezeichen kann man ja nicht genau wissen, ob die Aussage auch wirklich ernst gemeint ist. Bei drei Ausrufezeichen ist das schon deutlicher. Manche sind ja doch noch so höflich und klopfen an, wenn sie das Schild an meiner Tür sehen. Was aber rein gar nichts bringt, wenn sie gleichzeitig schon die Tür aufreißen. Irgendwie hätte ich schon gerne die Gelegenheit, "Herein" zu sagen. Oder eben auch nicht. Im Ernst jetzt: Ich ka...

P.S.

Ich habe heute Morgen noch in Werner Tiki Küstenmachers 3-Minuten-Bibel gelesen: "Liebe macht immer Spaß. Was wir lieben, tun wir gern."  Ich stimme ihm da voll zu. Und da ich Gott liebe und auch sein Haus, und die Menschen, die da Gottesdienst feiern, lasse ich mich gerne auf einen morgendlichen Kampf mit betrunkenen Sonnenblumen ein! Das wollte ich nochmal loswerden.

Der Widerspenstigen Zähmung

Das Bild, das sich mir bot, als ich heute morgen die Kirche aufschloss, war eines, das ich mit dem Titel "Betrunkene Sonnenblumen" versehen würde. Unser schönes Altargesteck (noch von Erntedank) hatte Schlagseite bekommen und war vornübergekippt. Zuerst habe ich gar nicht gemerkt, dass das aus Versehen passiert ist. Es sei denn die lieben Sonnenblumen hätten gestern ganz aus Versehen bis zum Umfallen (!) in der Kirche gefeiert. Nein, ich hatte tatsächlich erstmal gedacht, das soll so sein, weil unsere Küsterin noch irgendwas Spezielles mit den Sonneblumen vorhat. Bei näherer Betrachtung kam ich aber zu dem Schluss, dass das wohl nicht der Fall ist und beschloss, sofort eine Sonnenblumenrettungsaktion zu einzuleiten. Beim Erkunden der Lage stellte ich fest, dass sich das Gesteck durchaus wieder aufstellen ließ, allerdings musste verhindert werden, dass es erneut vornüberkippte. Mein erster Einfall war, es hinten einfach zu beschweren. Nur, womit? Aha! Da liegt doch eine schwer...

Korsika: Wanderung ins Tal der Tartagine

Was für eine Wanderung: hammerhart, brutal anstrengend, sauheiß und beim letzten Aufstieg dachte ich, ich muss sterben. Weil: kein Wasser, kein Schatten, keine Kraft, kein Durchhaltewillen, kein Fahrstuhl. In der Ferne schimmerte ein Schild im Gestrüpp und ich hatte schon gehofft, ich hätte den Taxistand gefunden. War aber nur ein Wegweiser, der mir mitteilte, dass ich einen weiteren steilen Hang hinauf musste - ohne Taxi, ohne Shuttle, ohne Reittier, ohne Gehhilfe. Fazit: Alles in allem eine saugeile Tour!!! Denn ich muss zugeben, dass es nicht nur anstrengend und heiß war. Es gab nämlich auch eine Menge toller Eindrücke: viel tolle Landschaft, viele uralte Wege, viele schöne Genueserbrücken, viele spannende "Lost Places" und viel baden in viel kaltem Fluss!

Mein Ego hat auch Gefühle!

Man erwartet von uns Pastoren ja immer, dass wir hart arbeitende Mitglieder der Gesellschaft sind, die alles machen, was von ihnen verlangt wird und das natürlich, ohne eine Gegenleistung zu verlangen oder irgendeine Form der Anerkennung zu erwarten. Der Dienst am Nächsten in ganz demütiger Haltung ist unser Auftrag. Gut biblisch. Gut christlich. Gut menschlich sieht sie Sache allerdings anders aus: So demütig bin ich nämlich gar nicht! Im Gegenteil! Ich bin eine Rampensau mit einem überdimensionalen Hang zur Selbstdarstellung. Das haben sowohl Freunde als auch Dienstvorgesetzte schon festgestellt und ich bin nicht geneigt, ihnen da zu widersprechen. (Wenn schon keine demütige Haltung so habe ich wenigstens eine gesunde Selbstwahrnehmung.) Da kratzt es dann aber ganz gewaltig an meinem Rampensau-Ego, wenn man die Sau nicht auf die Rampe lässt.  So geschehen beim gestrigen Festakt "175 Jahre 'Lied der Deutschen' " (von  August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, das er...

Ente gut, alles gut

Ich habe von meinem Team von "Kirche am Urlaubsort" zum Abschied diese Ente bekommen. Einer der beiden hatte sogar meine Entensammlung fotografiert, um sicher zu gehen, dass sie keine Ente besorgen, die ich schon habe. Das nenne ich Einsatz! Aber wundert mich das? Nicht wirklich! Denn denselben Einsatz haben sie ja schon die letzten vier Wochen gezeigt. War eine richtig gute Zeit mit euch! Einerseits bin ich froh, dass "Kirche am Urlaubsort" für diese Saison zuende ist, weil so ein Veranstaltungsmarathon doch anstrengt. Andererseits lasse ich euch ungerne gehen, weil wir hier gemeinsam doch eine Menge auf die Beine gestellt und damit viele Leute begeistert und bewegt haben. Wenigstens verlasst ihr mich nicht, ohne mir noch etwas mit auf den Weg zu geben. War ja klar, dass ich die Ente nicht ohne zusätzlichen Auftrag bekomme: Unbedingt nach den U-Boot Christen tauchen! Aber mindestens genauso wichtig: Unbedingt abtauchen, wenn es mir zu viel wird! Und dann erteilte m...

Wie man eine Pastorin beschäftigt

Er zu ihr: Guck mal, da ist das Pfarramt. Da müssen wir auch nochmal hin. (Ich sitze draußen vor besagtem Pfarramt und bin gerade ganz konzentriert dabei, eine Krabbe zu basteln - im Rahmen des angebotenen nachmittäglichen Familiencafés.) Ich: Ja, hier ist das Pfarramt. Er zu mir: Wann ist denn das Kirchenbüro geöffnet? Ich: Sprechzeiten sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 11. Er: In Ordnung, dann kommen wir morgen Vormittag wieder. Ich: Morgen ist Freitag. Da bin ich nicht da, weil ich Besuche im Krankenhaus mache. Aber kann ich Ihnen vielleicht jetzt schon weiterhelfen?  (Meine halbfertige Krabbe stiert mich inzwischen völlig vorwurfsvoll an, weil ich ihr nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit widme. Zumindest bilde ich mir das ein, denn eigentlich hat sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Augen.) Er: Wir haben hier vor ein paar Jahren zu unserer Goldenen Hochzeit noch einmal geheiratet. In der Kirche. Aber der Pastor damals hat das nicht ins Stammbuch eingetragen. Könnt...