Donnerstag, 25. Mai 2017

Gott auf Wohnungssuche - Eine Geschichte



Wenn man in einen Gottesdienst geht, bekommt man immer Geschichten erzählt. Lieder erzählen Geschichten, die Bibel erzählt Geschichten, Trommeln erzählen übrigens auch Geschichten. Und Pastorinnen erzählen ab und zu Geschichten:

Gott wanderte über die Erde. Er hatte Meer und Land, Tiere und Pflanzen gemacht. Und die Menschen. Die Menschen mochte er besonders gerne. Und weil er die Menschen so gerne mochte, wollte er ihnen besonders nahe sein. Er wünschte sich eine ganz enge Verbindung zu ihnen, denn sie waren seine Kinder. Er ließ seinen Geist über die Erde wehen, aber ganz oft, spürten die Menschen kaum, dass er da war.

 

Eines Tages beschloss Gott, selber Mensch zu werden. Wenn er einer von ihnen wäre, dann könnte er viel Gutes für die Menschen tun. Er könnte sie sogar anfassen, ihnen die Hand auflegen um sie zu segnen, sie berühren, um sie zu heilen. Aber so ein menschliches Leben ist nunmal irgendwann zuende. Sein menschliches Leben ging sogar recht früh zuende und auch noch durch einen gewaltsamen Tod. Aber das musste so sein. Es war ein Opfer, das er bringen musste, weil er seine Kinder so sehr liebte. Er fuhr auf in den Himmel und wollte für eine Weile nur im Himmel bleiben. Das Problem war: Gott passte nicht hinein in den Himmel. Er überlegte sich, dass er ja vielleicht den Himmel und die Erde zusammenlegen könnte, um seine Wohnung zu vergrößern. Das ging gerade so, aber irgendwie war ihm auch das zu klein.

 

Die Menschen hatten schon immer versucht, Häuser für Gott zu bauen, damit er eine Wohnung auf der Erde bei ihnen hätte. Teilweise waren es sehr große Häuser. Tempel nannten sie sie. Gotte erinnerte sich an einen König, der Salomo hieß. Der hatte einen besonders großen und prächtigen Tempel für Gott gebaut. Gott freute sich sehr und wollte gerne dabei sein, wenn sich die Menschen seinetwegen im Tempel trafen. Ganz oft wollten sie mit ihm sprechen, wenn sie in den Tempel kamen. Aber Gott konnte den Tempel nicht betreten. Er war viel zu klein. Gerade einmal seine Hand passte durch die Tore des Tempels. Aber er selber konnte nicht eintreten.

 

König Salomo hatte wohl schon so eine Ahnung gehabt, dass das Haus, das er für Gott hatte bauen lassen, gar nicht in der Lage wäre, Gott in seiner ganzen Größe zu fassen. Er hatte mal gesagt: "Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel zu klein für dich, wie viel mehr dann dieses Haus, das ich gebaut habe." (1. Könige 8, 27)

 

Gott hatte ja selbst schon festgestellt, dass sogar der Himmel für ihn zu klein war. Deshalb wollte er auch unbedingt Himmel UND Erde zu seiner Wohnung machen.

 

Zu späterer Zeit, nachdem er selbst als Mensch auf der Erde gelebt hatte, bauten die Menschen immer noch Häuser für Gott. Die waren nicht mehr so groß wie der Tempel Salomos. Die Menschen nannten sie Kirchen. Vielleicht dachten die Menschen, Gott würde nun problemlos in ihren Kirchen wohnen können, weil er doch menschliche Gestalt annehmen konnte. Aber auch das klappte nicht. Auch in die Kirchen passte Gott nicht hinein. Nicht einmal seine Hand passte mehr durch die Kirchentüren. Aber er konnte durch die Kirchenfenster hineinsehen zu seinen Kindern, die sich immer wieder in den Kirchen trafen um zu singen, mit ihm zu sprechen und Geschichten über ihn zu hören. Und seine Augen strahlten, wenn er das sah. Ganz oft erfüllte dann ein ganz wunderbares Licht die Kirchen. Die Menschen meinten natürlich, das sei nur die Sonne, die durch die bunten Glasfenster in ihre Kirchen schien. 

 

Gott war immer noch nicht zufrieden. Ja, er war den Menschen schon ziemlich nahe, aber irgendwie reichte ihm das noch nicht. 

Und er hatte ja immer noch keine Wohnung gefunden, in die er wirklich hineinpasste, eine Wohnung, die ihm nicht zu klein war und in der er zu Hause war.

 

Und dann hatte er plötzlich eine Idee. Er hatte nämlich einen Ort gefunden, den er sich sehr, sehr gut als Wohnung vorstellen konnte. Ein Ort, der eigentlich viel kleiner war als Salomos Tempel. Der Ort war auch viel kleiner als eine Kirche. Er war sogar noch kleiner als ein einfaches Zimmer, in dem eine Kerze neben einer aufgeschlagenen Bibel brannte. Aber irgendwie war es schon eine Art Zimmer. Gott wollte in das Herz der Menschen einziehen. Und weil es so viele davon gab, würde seine neue Wohnung genau die richtige Größe haben.

 

Und weil Gott in den Herzen ALLER Menschen wohnen wollte, machte er sich auf den Weg und wanderte durch die Zeit. Er wanderte soweit zurück bis er die Herzen der ersten Menschen fand, um dort einzuziehen. Er fand dauch das Herz Salomos und zog dort ein. Er fand die Herzen der Menschen, die Salomos Tempel aufsuchten, und zog dort ein. Nun hatte er auch einen Weg gefunden, in den prächtigen Tempel einzuziehen. Durch die Herzen der Menschen. Auf demselben Wege konnte Gott später auch in die Kirchen einziehen. Und in die Häuser, in die Hütten, in die Zelte und in die Wohnungen der Menschen. 

 

Weil Gott in die Herzen der Menschen eingezogen ist, hat er nicht nur eine Verbindung zwischen Himmel und Erde geschaffen sondern auch eine Verbindung zwischen den Menschen. Auch die Menschen waren sich jetzt näher. Sie waren zu einer Familie geworden. Weil Gott in die Herzen der Menchen eingezogen wargab es plötzlich eine Verbindung zwischen den Menschen auf Zanzibar und den Menschen auf Helgoland. Es gab eine Verbindung zwischen den Menschen in Asien und den Menschen in Amerika. Gott hatte die Verbundenheit von Menschen auf der ganzen Welt geschafft, einfach dadurch, dass er in ihre Herzen eingezogen war.

 

Und weil er nicht gestorben ist sondern auferstanden, wohnt er da noch heute.

Montag, 22. Mai 2017

Packliste für einen Aktivurlaub auf Korsika

Unser Urlaub ist zwar noch ein bisschen hin, aber ich bin schon fleißig dabei, Informationen zu sammeln. Auf Pinterest. Dazu wollte ich dann auch meine unter "Notizen" erstellte Packliste bei Pinterest hochladen. Und: Ich bin zu blöd dazu! Also nutze ich jetzt den Umweg über meinen Blog, um das zu bewerkstelligen. Glaubt also bloß nicht, ich würde das jetzt hier aus reiner Menschenfreundlichkeit tun, damit ihr alle es leichter habt mit dem Kofferpacken. 😉

(Bei dieser Wanderung ins Tal der Tartagine hatte jeder von uns einen Liter Eistee mit: Viiiiiiiiel zu wenig für eine mehrstündige Wanderung bei über 30°C!!! Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Durst gehabt wie auf dieser Tour. Nehmt also unbedingt ausreichend Getränke mit.)


Packliste Korsika Sommer

Reisezeit: 3 Wochen


Wanderausrüstung: 

Wanderschuhe / Bergstiefel (für alpines Gelände), Wandersocken (1Paar /Wo.), Berghose / leichte Wanderhose, Funktionsunterwäsche, Funktionsshirt, Fleecejacke, Regenjacke oder wärmere Wanderjacke (atmungsaktiv, wasserdicht, winddicht), Regenhose, Biwaksack, Trillerpfeife (für Notfälle / SOS), Tourenbuch, evtl. Taschenlampe, Erstehilfepäckchen, ausreichend Wasser / Getränke (!!!), Essen, Sonnencreme (LSF 30 oder höher), Sonnenbrille, Kopfbedeckung, evtl. GPS Empfänger, Wanderkarte(n), Halstuch / Schal / Loop, Rucksack, Schweizer Offiziersmesser / Multitool, evtl. Badesachen (Es gibt oft schöne Badegumpen in den Flüssen!)


Für den Strand:

Badetuch, evtl. zusätzliche Handtücher, Badeanzug / Bikini / Badehose, Badeschuhe(!), Sonnencreme / Sonnenbrille / Kopfbedeckung (s.o.), Behälter zur Aufbewahrung von Schlüssel /Portemonnaie / Ausweis, evtl. Kühltasche, Schnorchel, Maske, Flossen, evtl. Schwimmbrille


Für's Geocaching: 

GPS Empfänger, Liste mit Koordinaten der zu findenden Geocaches oder Internetzugang, Stift, Kompass, Notizbuch, Gegenstände zum Tauschen, evtl. Taschenlampe (s.o.), kleiner Spiegel, Schnur, Haken (und andere Gegenstände; was gebraucht wird, ist meistens der Beschreibung des Geocaches zu entnehmen)


Kulturbeutel:

Shampoo (+Spülung), Duschgel, Bodylotion, Sonnencreme (s.o.), evtl. After Sun Lotion, Zahnpasta, Zahnbürste, Wattestäbchen, Gesichtscreme, Nagelschere, Nagelpfeile, kleiner Spiegel, Reiseapotheke, Mückenspray, Desinfektionstücher, Wattepads, Zahnseide, Pinzette


Kleidung:

Feste Schuhe fürs Sightseeing oder Spaziergänge, leichte Sommerschuhe (Espadrilles, Sandalen, Ballerinas, Segelschuhe, etc.), Flipflops / Badelatschen, leichte Socken, Unterwäsche, Schlafanzug / Nachthemd - oder was ihr sonst (nicht) anzieht, evtl. leichter Bademantel, Shorts, Top, T-Shirt, Bluse / Hemd, Jeans / lange Hose(n), warmer Pullover, Sommerkleid(er), Pareo, evtl. Hut / Cap / Tuch, Regenjacke (s.o.), leichte Jacke


Papiere:

Ausweis / Reisepass, Führerschein, EC Karte, Kreditkarte, Bargeld, Tickets (Flug / Fähre / Zug) Buchungsbestätigungen (Unterkunft / Transport: Fähre, Mietauto), Telefonnummer / Adresse vom Vermieter / der Reederei / der Fluggesellschaft


Und sonst noch: 

Handy, Fotoapparat, Ladekabel, Adapter, Reiseführer, Wanderführer, Handwaschpaste i.d. Tube, Kopfkissen / Nackenkissen, Musik: iPod / CDs, Reiselektüre, Notizbuch (s.o.), Stift(e), Handtasche / kleiner Rucksack / Gürteltasche, Erstehilfepäckchen (s.o.), evtl. Spiele


Ich brauche dann ja auch immer noch eine zusätzliche Reisebegleitung in Form eines Kuscheltiers. Der Fährmann muss einfach mit, da geht kein Weg dran vorbei! Wenn ihr also auch so einen Weggefährten habt: Bereitet ihm ein gemütliches Plätzchen in eurem Handgepäck oder Koffer.


Je nach Ausstattung der Unterkunft: 

Handtücher, Bettwäsche / Schlafsack, Geschirrtücher


Vor der Abreise: 

evtl. Unterbringung Haustier regeln, Müll rausbringen, abwaschen, Kühlschrank leeren, Licht aus, Fenster zu, alle Stecker ziehen, Wasser abstellen, je nach Jahreszeit: Heizung runter- oder ausstellen, Wohnung abschließen, Haustürschlüssel an jemanden übergeben (falls Notfall), Notfallkontakt hinterlassen (Adresse / Tel., wo / wie man zu erreichen ist)

Mittwoch, 10. Mai 2017

Wieder so typisch Helgoland

Gerade ist mal wieder so eine Phase, in der die Besonderheiten der Insellage krass zu Tage treten.



Gestern:
- Neuer Computer für Kirchenbüro muss aus IT-Abteilung Kirchenkreisverwaltung in Meldorf nach Helgoland
- Krankheitsvertretung für Sekretärin plant Arbeiteinsatz auf Helgoland für nächsten Tag und kann den Rechner mitnehmem

(Ich bin dafür, dass wir ab hier die "Krankheitsvertretung für Sekretärin" mit "Sekretärin" betiteln, weil es nicht nur kürzer ist, sondern weil sie auch eine echte Sekretärin ist.)

- Sekretärin holt neuen Rechner aus Kirchenkreisverwaltung ab
- Sekretärin schickt ihren Mann los, um externe Festplatte für Datensicherung des alten PCs zu besorgen

Heute: 
- Sekretärin fliegt vom Festland ein
- Sekretärin bringt neuen Computer für das Kirchenbüro mit nebst externer Festplatte
- Sekretärin betreibt Datensicherung mit externer Festplatte 
- Sekretärin stöpselt alten Rechner ab
- Sekretärin versucht, neuen Rechner anzuschließen
- Sekretärin und Pastorin stellen fest, dass Kabel vom Monitor nicht passt.
- Sekretärin ruft IT-Abteilung im Kirchenkreis an und erfährt, dass DVI Kabel benötigt wird
- kein DVI Kabel da
- Pastorin  sucht Elektrogeschäft auf Helgoland auf, um DVI Kabel zu kaufen
- falsches Kabel, passt nicht
- Pastorin bringt nicht passendes Kabel zurück
- passendes Kabel muss bestellt werden, wird frühestens Anfang nächster Woche geliefert
- Sekretärin ist aber nur bis Freitag auf Helgoland und kann ohne Kabel nicht am Computer arbeiten, geschweige denn, den überhaupt einrichten
- Plan B: Pastorin macht befreundeten Helfer mobil, irgendwo DVI Kabel aufzutreiben
- parallel dazu Plan C: Mitarbeiter aus der IT-Abteilung Kirchenkreis bringt DVI Kabel zum Flugplatz Heide / Büsum, denn um 16:20 Uhr geht noch ein Flug, der das Kabel mitnehmen könnte
- befreundeter Helfer hat nicht mitbekommen, dass inzwischen Plan C angelaufen ist und präsentiert stolz DVI Kabel, das er organiseren konnte (Ich glaube es war aus dem Rathaus)
- Befreundeter Helfer erhält als Wiedergutmachung matschigen Rhabarber Cookie
- IT-Abteilung Kirchenkreis hat inzwischen Feierabend, Einrichten des Rechners per Telefonanleitung und mit geliehenem Kabel also nicht mehr möglich.
- Pastorin erhält um 16:30 Uhr via WhatsApp die Nachricht, dass das Kirchenkreiskabel auf der Düne eingetroffen ist

Und wenn jetzt nix mehr schiefgeht, können wir morgen alles anschließen und den neuen Rechner einrichten. Und anfangen zu arbeiten!

Sonntag, 7. Mai 2017

Hände




Heute ist ein erster Sonntag im Monat, was hier auf Helgoland bedeutet, dass wir den Gottesdienst mit Heilungssegen feiern. Wir machen das ja nun schon einige Jahre mit dem Heilungssegen, aber ich habe heute zum ersten Mal darauf geachtet, was das für Hände sind, die mir da entgegengestreckt werden, um mit Salböl ein Kreuzzeichen aufgemalt zu bekommen.

Eigentlich sehe ich den Menschen gerne in die Augen beim Salben. Einmal, um sie wissen zu lassen: Du bist gemeint und niemand anderes. Gott ist gerade ganz für dich da. Und auch um einen Eindruck zu bekommen, wie die Leute so drauf sind. Manche nimmt dieser Heilungssegen emotional sehr mit. Ich habe dabei schon diverse Male Tränen fließen sehen. Manchmal ist es dann gut, wenn nach dem Gottesdienst noch Gelegenheit für ein Gespräch ist. Wenn ich dann zum Schluss die Hand für den Segen auflege, mache ich fast immer die Augen zu. Warum, weiß ich gar nicht so genau. Jedenfalls habe ich mir beim Salben und Segnen noch nie die Hände der Menschen genau angeschaut.

Heute ertappte ich mich aber aus heiterem Himmel bei dem Gedanken: Wow, das sind jetzt aber sehr, sehr große Hände! Die übrigens auch zu einem recht großen Menschen gehörten, bei dem ich entsprechend Mühe hatte, den Kopf zum Handauflegen zu erreichen. Musste mich da schon ein bisschen strecken. Aber die Hände: die waren der Hammer! Das hat mich dann dazu gebracht, mir die ganzen anderen zu salbenden Hände ebenfalls genauer anzusehen:

Da waren noch mehr große Hände, aber auch kleine - und die diversen "Handbreiten" dazwischen.
Erwachsenenhände, Kinderhände, alte Hände, mittelalte Hände, junge Hände, ziemlich glatte Hände, Hände mit vielen Linien und Runzeln, Hände mit Alterfslecken, Hände mit Kratzern, zitternde Hände - vielleicht von der Parkinsonerkrankung oder vor Aufregung, feuchte Hände, trockene Hände, weiche Hände, rauhe Hände, nackte Hände, geschmückte Hände, Hände mit Nagellack, Hände mit Ringen, verheiratete Hände, befreundete Hände, bestimmt auch einsame Hände. Ganz viele verschiedene Hände habe ich da heute gesalbt: Hände, die so einzigartig sind, wie die Menschen, zu denen sie gehören; Hände, die ganze Lebensgeschichten erzählen, wenn man ihnen denn genügend Aufmerksamkeit schenkt.

Samstag, 6. Mai 2017

Noch ein Gebet




Perlen des Glaubens - Morgengebet

 

Gott: Im Namen Gottes †, der das Licht des Lebens ist, begrüße ich diesen neuen Tag.


Stille


Ich: Gott, ich danke dir für diesen Tag und nehme ihn aus deiner Hand entgegen, mit allem, 

was er für mich bereithält.

Taufe: Lass mich auch heute spüren, dass du mir nahe bist und mich auf jedem Schritt, den ich tue, begleitest.


Stille


Wüste: Schenke mir Mut für alles, was mich herausfordert. Schenke mir Kraft für alles, was schwierig ist. Schenke mir Energie für alles, was mich ermüdet.


Stille

 

Gelassenheit: Schenke mir die Fähigkeit zur Gelassenheit in allem, was mich zu überwältigen droht. Schenke mir die Fähigkeit zur Freude über alles, was mir heute an Schönem begegnet.


Stille

 

Liebe: Ich danke dir dafür, dass ich geliebt bin.

Liebe: Ich bitte dich darum, dass ich all denen liebevoll begegne, die heute meinen Weg kreuzen oder ein Stück mitgehen durch diesen Tag.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir, all das Schwere anzunehmen.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir, all das Frohe anzunehmen.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir mir, deinen Segen darin zu erkennen.

Nacht: Ich bitte dich für alle Menschen, die an diesem Tag von Dunkelheit erfüllt sind. Ich bitte dich, vertreibe auch die Dunkelheit in mir durch dein göttliches Licht.


Stille


Auferstehung: Gott, du scheinst in mein Leben und du machst alles neu. In deinem Licht lass mich Neues entdecken.


Stille

 

Gott: Vaterunser

Segen

Möge dein Segen über mir aufgehen wie die Sonne am Morgenhimmel 

und meinen Tag erleuchten. Amen

 

Donnerstag, 4. Mai 2017

Gebete schreiben





Ich weiß nicht, ob das Schreiben von Gebeten nun auch unbedingt zu den Aufgaben einer Pastorin oder eines Pastors gehören muss. Ich glaube, es hängt wohl davon ab, ob einem sowas liegt. Manchen liegt das überhaupt nicht und die verfahren - völlig legitimerweise, wie ich finde - nach dem Motto: Gut geklaut ist halb gebetet. Ich klaue auch - ganz oft sogar: Schon vorgefertigte Fürbitten für den Gottesdienst. Manchmal übernehme ich die so, wie sie sind. Manchmal schreibe ich sie ein bisschen um. Und ab und zu fallen mir auch ganz eigene Fürbitten ein. 

Dabei denke ich schon, dass mir das Formulieren von Gebeten eigentlich liegt. Im Grunde tue ich es gerne, aber immer nur ab und zu, weil mir oft die Zeit, Ruhe und Muße fehlen. Und weil ich es als tierisch anstrengend empfinde! Deshalb brauche ich fast immer einen ganz, ganz, ganz (!) triftigen Grund, um selber ein Gebet zu formulieren. 

Gestern fehlte mir vor dem Schlafengehen ein Gebet, in dem es um Reinigung geht. Ich habe das halbe Pastorat auf den Kopf gestellt, konnte aber irgendwie nicht das Richtige finden. Hab' dann einfach was anderes gebetet. Und das hat nicht geholfen. Jedenfalls nicht beim Friedlich-Einschlafen-Können. Aber der Leidensdruck war wohl noch nicht groß genug, um mir die ohnehin schon schlaflose Nacht um die Ohren zu hauen und selber was zu schreiben.

Vorhin habe ich beschlossen, dass mir das heute Nacht auf keinen Fall nochmal passieren soll, und so habe ich mich hingesetzt und mir endlich ein für mich passendes Gebet ausgedacht:

Reinigung

Barmherziger und gnädiger Gott,

dein Wasser der Gelassenheit
wasche fort alle Sorgen und Nöte,
die mich bedrücken;

dein Wasser der Freude
wasche fort alle Trauer,
die mich zu ersticken droht;

dein Wasser der Hoffnung
wasche fort allen Zweifel,
der mich ohnmächtig macht;

dein Wasser der Nähe
wasche fort alle Einsamkeit,
die mich leer werden lässt;

dein Wasser des Friedens
wasche fort allen Hass,
der in mir aufsteigt;

dein Wasser der Liebe
wasche fort alle Ignoranz,
die mich erfüllt;

dein Wasser der Heilung
wasche fort allen Schmutz,
der meine Wunden verklebt;

dein Wasser des Lebens
wasche fort allen Tod,
der in mir ist.

Amen


Kann man eigentlich auch beten, bevor man in die Badewanne oder unter die Dusche steigt. Muss ja nicht immer vor dem Schlafengehen sein.

Die meisten meiner Gebete (selbstgeschriebene und ein paar "geklaute") kommen übrigens auch handschriftlich in ein kleines Gebetbuch, das ich mal angelegt habe. Auf diese Weise sind sie zumindest schon einmal gebetet. Ja, beten kann man auch schriftlich!

Dienstag, 25. April 2017

Kirche am Urlaubsort - So langsam nimmt die Sache Gestalt an

Der Sommer rückt näher ...
Ja, tut er wirklich! Lasst euch vom Wetter nicht auf die falsche Fährte führen - von wegen Schnee und so! 

Also: Der Sommer rückt näher und damit auch wieder das Programm von "Kirche am Urlaubsort". Ich muss sagen, dass wir dieses Mal schon beim Planungstreffen am letzten Samstag hier auf der Insel vollen Einsatz gezeigt haben. Da hat es zwar noch nicht geschneit, aber dafür geregnet, gestürmt, gehagelt - und gesonnenscheint auch mal zwischendurch. Und wir, meine Teamleiterin und ich, waren fast den ganzen Tag draußen unterwegs, um die Insel zu erkunden und mögliche gute Orte (Lokeysch'ns heißt das ja heute) für diverse Veranstaltungen zu finden. Ist uns auch gelungen, glaube ich. 



Auf Helgoland kann man da auch nicht wirklich viel verkehrt machen, denn irgendwie ist es ja überall schön. Manche Orte stellen zwar unter Umständen eine logistische Herausforderung dar, aber wir sind ja Profis. Meistens jedenfalls. Und weil wir so professionell sind, können wir natürlich auch ganz professionell die eine oder andere Idee wieder knicken, wenn denn die logistischen Probleme so gar nicht zu lösen sind.



Die einzigen Indoor-Aktivitäten während unseres Planungstreffens waren die grobe Programmplanung und das Erstellen einer Materialliste. Und die Nahrungsaufnahme. Auf ein Picknick im Hagel waren wir nämlich überhaupt nicht scharf.

Nach so viel frischer Luft und noch mehr Aprilwetter war ich am Ende des Tages so platt, wie es normalerweise nur die Touries an ihrem ersten Tag auf der Insel sind. Wenn das schon die Vorzeichen für den Verlauf des Sommers sind, dann muss man mich im September vermutlich in komatösem Zustand zu meinem Urlaub ausfliegen und hoffen, dass ich da dann langsam wieder aufwache.

Aber wenn das tatsächlich schon die Vorzeichen für den Verlauf des Sommers sind, dann wird das auch richtig gut hier! 

Unsere Tamleiterin für dieses Jahr hatte übrigens die super Idee, selbst einen Blog anzufangen, um die Eindrücke in Sachen "Kirche am Urlaubsort" zu dokumentieren. Wenn ihr also auf dem Laufenden bleiben wollt, was so passiert, schaut doch immer mal rein. Hier ist der Link: https://kircheamurlaubsorthelgoland.wordpress.com/