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Auf den Kopf gestellt

EKD Synode, Diskussion darüber, was Kirche attraktiver macht, Kirchenaustritte, eigene Auseinandersetzungen mit den sogenannten Kirchenfernen, ... All das lässt mich gerade über meinen eigenen Glauben nachdenken: Was er für mich und mein Leben bedeutet, wie sehr er mir ein gutes Fundament gibt, wie sehr er mir Möglichkeiten gibt, meine Seele auszuruhen und wie sehr er mein Leben auf den Kopf stellt.
Meistens fühlt er sich an wie eine Bank, auf die ich mich erschöpft fallen lassen kann, um Pause zu machen vom Alltäglichen. Gott sitzt dann neben mir und wir führen Gespräche. Und da passiert es (ziemlich oft), dass mein Glaube an Gott (oder ist es Gott selber?) alles auf den Kopf stellt, die Bank umkippt, auf der ich gerade so gemütlich Platz genommen habe, und mich zum Aufstehen zwingt. So dass ich manchmal nur noch sagen möchte: „Ey Alter, was soll das jetzt wieder?!“ 



Da sind einerseits die alten und vertrauten Dinge, die Traditionen, die mir Halt geben und in denen ich mich aufgehoben …
Letzte Posts

Reformatorische Gedanken — Gott in den Mund gelegt

Gott spricht:
Du bist mein geliebtes Kind. Du bist geliebt. Du bist mein Kind. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist.
An dir habe ich Wohlgefallen. Ich habe dich. Du gefällst mir wohl. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist.
Ich habe dich wunderbar gemacht. Du bist wunderbar. Du bist von mir gemacht. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist.
Und siehe, du bist sehr gut. Du bist. In dir wohnt Güte. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist.

Wunder der Überseetechnik

Auf so‘ner Möchtegern-Hochseeinsel zu wohnen ist ja manchmal schon krass. So mache ich mir gerade mal wieder Sorgen über meine Teilnahme an einem bevorstehenden Seminar. Das soll am Wochenede stattfinden. Am Wochende ist ein solches Sauwetter gemeldet, dass ich um die erfolgreiche Teilnahme bangen muss. Ich würde vermutlich heil aufs Festland kommen, aber die Rückkehrwahrscheinlichkeit am geplanten Termin liegt bei maximal 5%! (Weil bei Sauwetter die Fliegers nicht fliegen. Oder die Schiffe nicht fahren. Oder beides.) Wenn das so bleibt, fliege ich nicht rüber. Das wäre dann zwar sehr schade, aber irgendwie auch wieder nicht. Denn: Geschenkte Zeit! Aber bei meinem Glück tauchen aus dem Nichts garantiert irgendwelche Arbeiten auf, mit denen nie ein Mensch zuvor gerechnet hat. Oder sie erfinden bis dahin das Beamen.
Was gar nicht so unwahrscheinlich ist, wenn ich mir den Stand unserer Technik heute so begucke. Vor ein paar Tagen zum Beispiel habe ich mich ausgiebig in das Thema „Handytic…

Jesus und die Baumaßnahmen

Also, diese letzte Woche hatte es echt in sich! Besonders der Teil des Pastorendaseins, der sich zwangsweise mit Bauangelegenheiten befassen muss, hat mich den letzten Nerv gekostet. Ich hatte am Mittwoch schon eine E-Mail von unserem Bauamtsleiter im Kirchenkreis bekommen, der nach einer Flut von E-Mails meinerseits nochmal alles zusammengefasst hatte, was hier ansteht. Diese Zusammenfassung ist eine seeeeeehr lange Zusammenfassung: - Das Gemeindehaus muss saniert werden. - Die Fassade des Pastorates muss davon abgehalten werden, bei starkem Wind spazieren zu fliegen.  - Für das Dach des Pastorates gilt daselbe.  - Die Kirchentür muss repariert werden.  - Nach der Sanierung der Kirche muss eine professionelle Reinigung in Angriff genommen werden.  - Die Seidenfahne, die sonst die Wand unserer Kirche ziert, muss restauriert werden. - Eine Vitrine muss angeschafft werden damit besagte Fahne ihr Dasein darin fristen kann. Sie soll ja nicht wieder zu Schaden kommen. 
Ein, zwei andere Dinge stand…

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Lärmbelästigung in beide Richtungen

Mit der Privatsphäre bei Pastoraten ist es ja ohnehin schon nicht weit her. Wenn aber auch noch Hellhörigkeit dazu kommt, ist das total kacke!
Unser freier Tag ist ja der Montag. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an: Niemand sonst hat am Montag frei! Das bedeutet, dass unsere Reinigungskraft ganz fleißig den Flur des Pfarramtes saubermacht und mit dem Dröhnen ihres Staubsaugers fast das ganze Haus zum Einsturz bringt. Auch die im selben Haus gelegene Friedhofsverwaltung ist montags fast immer schon um 8.00 Uhr besetzt. Wenn in der Friedhofsverwaltung geniest wird, dann wackeln hier die Wände. Nase putzen liegt zwar nur bei 3.0 auf der Richterskala und lässt die Wände nicht so sehr wackeln, erzeugt dafür aber umso mehr Lärm. In einem hellhörigen Pastorat zu wohnen, bedeutet also: Schlafen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen! Und ausschlafen ist nur nach vorheriger Einnahme von Medikamenten möglich, nach deren Einnahme man keine Fahrzeuge mehr führen darf. Vermute ich zuminde…