Donnerstag, 25. Juni 2015

Nachtrag Spatzen-Rettungsaktion

Nest leer, Spatz weg!  Ich sagte ja: Ein bisschen fliegen kann er schon. Aber eigentlich will ich jetzt gar nicht so genau wissen, was da passiert ist. Vielleicht haben Mami und Papi ihm eine Portion Red Bull eingeflößt und er konnte nach Hause fliegen. Könnte doch sein??? Sagt, dass das so sein könnte!!!


Spatzen-Rettungsaktion


Der kleine Kerl hier war wohl aus dem Nest gefallen. Entdeckt haben wir ihn, weil er unter der Gartenschaukel saß und lauthals schimpfte. Was tun? Erstmal oben aus dem Dachfenster gucken, ob irgendwo in der Dachrinne das Nest ist. Hm, kein Nest. Plan B: Vogelhäuschen in den Baum hängen, den kleinen Spatz reinsetzen und hoffen, dass die Eltern ihn finden. 

Doch dann entdeckten wir das Nest - dachten wir zumindest. Aber: falsches Nest. Die Jungen da drin sahen ganz anders aus. (Inzwischen weiß ich, dass das Amseln sind und keine Spatzen.)


Dann noch ein Nest entdeckt. Unbewohnt. Das ist also auch nicht das richtige, aber egal. Irgendwo muss der kleine Kerl ja hin, damit ihn keine Katze holt. Also wurde das leerstehende Nest einer Renovierung unterzogen. Allerdings hatten wir es zu gut ausgepolstert und als wir "Sparrow the Kid" reinverfrachtet hatten, sprang er gleich wieder raus und landete im Baum. Ein bisschen fliegen kann er nämlich schon. Aber nur ein bisschen. 


Gemütliche Innenausstattung also wieder raus aus dem Nest, damit das Spatzenkind nicht rüberklettern kann. "Sparrow the Kid" wieder einfangen (natürlich mit Handschuhen!) und rein ins Nest und jetzt hoffen, dass ihn die Eltern finden. Aber das sollte kein Problem sein. Laut genug ist er schließlich.


Sieht ein bisschen ungemütlich aus, ich weiß. Aber es ist zu seinem Besten. Vielleicht rücken die Eltern noch ein paar Federn raus für's Ambiente.





Mittwoch, 24. Juni 2015

Wo bleibt der Sommer???

Jetzt geht das schlechte Wetter nicht mehr nur mir auf die Nerven. Jessie war bei dem Schietwetter kaum vor die Tür zu kriegen. Und die ist eigentlich hart im Nehmen. Nur ganz kurz in den Garten, mit angelegten Ohren und gaaaaanz schnell wieder rein in die warme(!) Bude. Ja, ich gestehe: Ich habe die Heizung angemacht. Schuldig im Sinne der Anklage. Wärmflasche und dicke Pullies reichen einfach nicht. Jedenfalls hat sich Jessie nach dem Frühstück gleich wieder in ihr Bett verkrümelt. Ich wünschte, ich könnte das auch. Ich mag bei dem Wetter nämlich überhaupt nicht vor die Tür. Auch nicht mit angelegten Ohren.


Sonntag, 21. Juni 2015

Duck dich!


Nachdem ich mir nun schon mehrfach den Kopf am Baum gestoßen habe, fiel mir etwas ein, was ich in Michigan bei einer Segeltour auf dem Eriesee gesehen habe: eine Ente. Die Ente am Baum soll verhindern, dass man sich den Kopf stößt. Das muss ich euch natürlich erklären, denn das dazugehörige Wortspiel funktioniert nur im Englischen. 

Ente heißt auf Englisch "duck". "Duck" kann  im Deutschen aber nicht nur "Ente" heißen sondern auch "duck dich!" Auf meine Frage damals, was denn die Ente am Baum zu suchen hätte, wurde mir gesagt: The duck reminds you to duck - die Ente erinnert dich daran, dich zu ducken. 

Da ich mir, wie gesagt, schon mehrfach den Kopf gestoßen hatte, musste unbedingt eine Ente an den Baum. Gesagt, getan, Ente wurde an den Baum getütelt. Und es hat funktioniert! Auf unserer kleinen Tour gestern habe ich mir nicht einmal den Kopf gestoßen. Juhu!

Jetzt kann ich nur hoffen, dass kein selbsterklärter Tierschützer auf die Idee kommt, die Ente zu "retten", damit sie nicht seekrank wird.

Und wo wir gerade bei Seekrankheit sind: Wenn eine Ente gegen das Kopfstoßen hilft, dann gibt es doch bestimmt auch eine Ente, die gegen Seekrankheit hilft ...

So, und hier noch ein paar Eindrücke von unserer gestrigen Tour:


Die "Duck-dich-Ente" und ich: ein tolles Team ;-)




Auch wenn wir nur zwei Windstärken hatten, haben wir trotzdem Segel gesetzt. Und sind gesegelt! Zwar nicht schnell, aber wir sind gesegelt!



Man hat schon einen tollen Blick auf unsere Insel von da draußen. Auch bei Schietwetter.



Und irgendwann ist uns auch eingefallen, dass wir ja doch besser die Schwimmwesten überziehen sollten! Besser spät als nie. Ob es auch eine Ente gibt, die einen daran erinnert, SOFORT die Schwimmweste anzuziehen?






Freitag, 19. Juni 2015

Schlechtes-Gewissen-Bekämpfungstag

Heute war der schlimmste Tag überhaupt - für mein schlechtes Gewissen! Ha! Ich habe es dahin katapultiert, wo es hingehört: ins Nirgendwo.

Es gibt ja so Dinge, die man ewig vor sich herschiebt. Und dann kommt das schlechte Gewissen angekrochen, weil man diese Dinge nicht erledigt hat. Ich bin einsame Spitze darin, diese Dinge dann noch weiter vor mir herzuschieben und mich der Illusion hinzugeben, dass das schlechte Gewissen sich irgendwann in Luft auflöst, wenn nur genug Zeit vergeht. Tut es aber nicht. Es piekt und bohrt und macht einem das Leben zur Hölle. Genausowenig lösen sich die zu erledigenden Dinge in Luft auf. Auch die sitzen einem ständig im Nacken und pieken und bohren und machen einem das Leben zur Hölle.

Da war der Brief, den ich schon zu Weihnachten hätte schreiben wollen. Zu Ostern habe ich den auch nicht geschrieben. Und die lieben Menschen, denen ich diesen Brief schreiben wollte, hatten sich ganz penetrant in meinem Kopf festgesetzt. Das schlechte Gewissen, dass ich diesen Brief noch nicht geschrieben habe, hat sich auch ganz penetrant in meinem Kopf festgesetzt.
Da war auch Papierkram, um den ich mich vor drei Jahren schon hätte kümmern müssen (ja, drei Jahre!). Der Papierkram hat sich leider nicht, wie erhofft, in Luft aufgelöst. Und dann war da der längst überfällige Besuch bei unseren Seenotrettern. Die haben sich auch nicht in Luft aufgelöst. Dienstags verschwinden sie zwar immer nach Cuxhaven, aber sie kommen wieder. Und das schlechte Gewissen kommt auch wieder. Und eigentlich will ja auch keiner, dass sich unsere Seenotretter in Luft auflösen.

Jedenfalls habe ich es heute geschafft, besagten Brief zu schreiben, den steinzeitlichen Papierkram zu erledigen, mich um diverse andere Dinge zu kümmern, die mein schlechtes Gewissen immer fleißig auf Trab halten, und: meine Seenotretter zu besuchen! 

Ich hatte allerdings schon angefangen mir enrsthaft Sorgen wegen meines Aufschubtalentes zu machen. Da stand doch tatsächlich so ein Mensch in rotem Overall vor mir und ich kannte ihn nicht! Er kannte mich auch nicht! Ich dachte: Oh Gott, jetzt isses soweit! Jetzt hast du dich so lange nicht blicken lassen, dass du die Besatzung der Marwede nicht mehr erkennst. Und die dich auch nicht. Schlechtes Gewissen auf Höhenflug!!! Zum Glück wurde mir dieser Jemand dann aber als neues Besatzungsmitglied vorgestellt. Wir konnten uns also gar nicht kennen. Und ich bin vor Erleichterung beinahe zusammengebrochen.

Es war ein sehr, sehr netter Besuch auf unserem Seenotkreuzer und ich habe den festen Vorsatz, nicht wieder so lange wegzubleiben, dass mich mein schlechtes Gewissen fast umbringt. Und das nicht nur, weil Hund und Mensch so gut gefüttert wurden. 

Heute habe ich mein schlechtes Gewissen um die Ecke gebracht und da soll es auch bleiben. Ich werde mir ernsthaft Mühe geben - besonders mit Briefen, Papierkram und Seenotrettern - damit es nur ja nicht wieder hervorlugt, das schlechte Gewissen. Das sind doch gute Vorsätze für die zweite Hälfte des Jahres, oder?!


Auf dem Weg zum Seenotkreuzer (Den Brief könnt ihr nicht sehen, weil der da längst im Briefkasten war. Den "Papierkram" könnt ihr auch nicht sehen, weil ich den via Email erledigt habe. Aber die Marwede könnt ihr sehen, wenn ihr ganz genau hinguckt.)

Freitag, 12. Juni 2015

Mein neues Hobby

Irgendwann musste es ja so kommen. Dreieinhalb Jahre habe ich mich erfolgreich gewehrt und nun zieht es mich doch auf die Nordsee. Und jaaaaaaa, ich bin trotz bestem Wetter heute seekrank geworden. Mein Magen hat sich zwar noch nicht ganz wieder beruhigt, aber das war es sowas von wert!!!


Jessie war übrigens noch nicht mit draußen. Aber beim nächsten Mal kommt sie mit. Mit eigener Schwimmweste natürlich.








Tag des Tagebuchs

Mein olles Reisetagebuch, noch aus USA-Zeiten (offensichtlich bin ich am Montag, dem 7.7.2008 in ein Gewitter geraten):



Heute ist der Tag des Tagebuchs. Hab ich heute morgen im Radio gehört. (Gibt es auch einen Tag der Stinkefüße? Heutzutage gibt es ja schon für alles einen Tag.) Jedenfalls habe ich mir gedacht, dass da ein Blogeintrag nicht fehlen darf, denn ein Weblog (kurz Blog) ist auch eine Art Tagebuch. Sagt zumindest das Internet. Und das Internet hat ja bekanntlich immer recht ;-)

Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das Bloggen auch so eine heilende Wirkung hat wie man dem Tagebuchschreiben nachsagt. Negative Erfahrungen kann ich hier nämlich nicht voll und ganz verarbeiten. Das wäre erstens gemein und zweitens darf ich das von Berufs wegen schon nicht. Naja gut, manchmal schlüpft da schon eine negative Erfahrung durch, aber ein bisschen therapeutische Wirkung muss ja auch auf mich abfallen. Und wenn ich die negativen Erfahrungen hier voll und ganz ausleben wollte, wegen der heilenden Wirkung und so, dann müsste ich mein Internet-Tagebuch abschließen. Geht aber nicht. Ist kein Schloss dran. Wäre ja auch irgendwie witzlos, denn dann könnte es keiner lesen. Da ich aber einen völlig überzogenen Hang zur Selbstdarstellung habe, will ich natürlich unbedingt, dass die ganze Welt meine Einträge lesen kann. (Was sie leider nicht kann, weil nicht die ganze Welt der deutschen Sprache mächtig ist. Schade eigentlich.) Vielleicht hat das ja auch eine heilende Wirkung, wenn ich meinen Hang zur Selbstdarstellung auslebe.

Meinen missionarischen Eifer kann ich hier auch voll ausleben. Ich kann euch mit jedem Blogeintrag um die Ohren hauen, dass Gott nicht langweilig ist und Kirche sowieso schon nicht, und dass das mit dem Christsein schon ganz cool ist. Und euch wissen lassen, dass wir Pastoren und Pastorinnen auch nur Menschen sind, die neben beten und segnen ganz unheilige Dinge tun wie rülpsen, furzen und fluchen, so wie Martin Luther und der Rest der Welt. Dafür ist so ein öffentliches unabschließbares Internet-Tagebuch schon ganz gut geeignet.

So, das war mein kleiner Beitrag zum Tag des Tagebuchs. Die wirklich interessanten Dinge zum Tag des Tagebuchs, wie zum Beispiel die Tatsache, dass dieser Tag auf Anne Frank zurückgeht, könnt ihr anderswo im Internet nachlesen. Dafür fühle ich mich gerade nicht zuständig. Es haben schließlich ganz viele kluge Köpfe ganz viel dazu geschrieben. Da muss ich das nicht auch noch tun. Ich mache mir lieber Gedanken darüber, was morgen wohl für ein Tag ist (außer Samstag). Vielleicht ist es ja wirklich der Tag der Stinkefüße. Das wäre klasse, denn dann kann ich mir das Füßewaschen vor dem Zubettgehen sparen.