Montag, 30. Mai 2016

Bilanz des heutigen Pastorensonntags



Ausschlafstunden: 1
Frühstücke: 1
Absolvierte Yogaeinheiten: 0
Gewaschene Trommeln Wäsche: 1
Einkäufe: 2 weil ich das Spüli vergessen hatte und nochmal los musste
Erfolglose Geburtstagsbesuche: 1
Emails: weiß ich nicht mehr, vielleicht 20 oder so, jedenfalls alle dienstlich
Vorbereitete Konfirmandenunterrichte: 2
Vorbereitete Friesengottesdienste: 0,75
Vorbereitete Friesenpredigten: 0,177777777777777777777
Organisten genervt: 1
Nervenzusammenbrüche: 0,98
Mittagessen: wenn eine große Portion Eis als Mittagessen zählt, dann 1. Sonst 0
Mit Eisflecken versehene Kollarhemden: 1
Pausen im Strandkorb mit akuter Lärmbelästigung durch Kirchensanierung: 1
Gelernte Lektionen in französischer Sprache: 5
Versteckte Hunde aufgestöbert: 1
Erledigte Post: 6 
Angewiesene Rechnungen: 4
Gemähte Rasen: 0
Geputzte Wohnungen: 0
Erledigte Steuererklärungen: 0
Abendessen: 1
Feuerwehrdienste: 1
Abgefahrene Rücklichter: 0
Gewonnene Mau-Mau Spiele: 0
Geputzte Zähne: 84 (hab' meine Weisheitszähne nicht mehr)
Psalm-tweets: 1
Sonstige tweets: keine Ahnung, hab' nicht gezählt
Veröffentlichte Blogartikel: 1

Fazit: Ich finde nicht, dass ein Ruhetag schon als Ruhetag zählt, wenn man eine Stunde länger schlafen kann.

Freitag, 27. Mai 2016

Immer wieder freitags ...

Heute ist Freitag. Und was ist freitags? Ja, richtig: Baubesprechung!!! Heute durfte ich sogar noch höher hinauf als beim letzten Mal.




Und ich habe die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht! Das da:



Unsere Kirche hat tatsächlich ein Kreuz auf dem Dach! Und ich habe das heute erst gemerkt! Ihr fragt euch jetzt sicher, wie es angehen kann, dass diese Pastorin schon über vier Jahre auf Helgoland lebt und nicht mitkriegt, dass die Inselkirche ein Kreuz auf dem Dach hat. Aber jetzt frage ich EUCH mal: Lauft ihr immer mit dem Kopf im Nacken und der Nase im Himmel durch die Gegend? Seht ihr! Ich auch nicht! Und da mich bisher keine Baubesprechung an diese Stelle des Kirchendachs geführt hat, habe ich nicht mitbekommen, dass da oben ein Kreuz ist. Aber jetzt weiß ich es! Manchmal muss man eben direkt vor etwas stehen, um zu merken, dass es da ist.

Die zweite bahnbrechende Erkenntis der heutigen Baubesprechung ist die, dass man durchaus eine Baustelle in weißer Hose besichtigen kann, ohne diese vollständig zu ruinieren (die Hose, nicht die Baustelle). Ist mit tatsächlich gelungen! Die weiße Hose war nach der Baubesprechung noch genauso weiß wie davor. Und das Beste: die dunkle Jacke der Architektin war total dreckig, überall weißer Baustaub drauf ;-) Ich gebe zu, dass ich doch ein bisschen schadenfroh bin. Allerdings sagt die Fleckendichte auf der Kleidung auch so einiges darüber aus, wer hier wirklich gearbeitet hat, und wer nur dabeigestanden und schlaue Kommentare abgegeben hat. Ich war nicht diejenige, die gearbeitet hat, wie an meiner noch sauberen Hose zu erkennen ist.

Und hier als kleines Leckerli noch der Blick vom Kirchendach zur Düne:








Mittwoch, 25. Mai 2016

Nochmal Kirchensanierung

Damit auch alle Nicht-facebook-Nutzer und alle Nicht-twitter-Nutzer auf dem Laufenden bleiben, kommen hier zwei Fotocollagen unserer Kirchensanierung. Ihr seht: Ich nehme das mit der Öffentlichkeitsarbeit seeeeeeeeehr ernst! Außerdem sollen ebenfalls alle sehen, wieviel Arbeit nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit macht sondern auch eine Kirchensanierung. Besonders für die Pastorin, die sich als fleißiges Mitglied des Ein-Personen-Bauausschusses da total reinhängt! 

So langsam macht sich bei mir denn auch eine geringfügige Nervosität breit: Die Innenarbeiten haben nämlich angefangen, wehalb die große Orgel eingepackt werden musste, weshalb die im Moment nicht spielbar ist, weshalb ich mir ebenfalls Sorgen mache, dass sie bis zum 5. Juni noch nicht wieder ausgepackt ist, weshalb ich befürchte, dass sie möglicherweise für den Friesengottesdienst und das ORGELKONZERT(!) an diesem Tag nicht zur Verfügung steht. 

Sagt mir, dass alles gut wird. Sagt mir doch einfach, dass alles gut wird!!!


Baubesprechung in luftiger Höhe:



Der "Regenschirm" aus Kupfer für die Westfassade wird gerade montiert, die Innenarbeiten haben begonnen und die Orgel ..., ach ja ..., seufz ..., die Orgel ...



Dienstag, 24. Mai 2016

Verdenglischt



In einem akuten Anfall von "Ich-muss-unbedingt-wieder-aktiver-auf-twitter-werden" wurde ich neulich drauf gestoßen, wie "verdenglischt" unsere Sprache doch ist.

Der blinde twitter-Aktionismus ist meinem missionarischen Eifer zuzuschreiben. Und der Tatsache, dass ich so behaupten kann, ich würde ganz fleißig Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Mein Unmut über die Verdenglischichung meiner Muttersprache (und über die Verdenglischichung der enlischen und amerikanischen Sprache gleich mit) ist darauf zurückzuführen, dass ich fünf Jahre meines Pastorendaseins in den USA zugebracht habe. Die Tatsache, dass ich schon seit ein paar Jahren dem Teenageralter entwachsen bin, hat sicherlich auch ihren Einfluss.

Und ich stelle mit Entsetzen, ja sogar mit Horror, fest, dass mich die Verdenglischichung stört. Ich erinnere mich da an ein nettes Beisammensein im Anschluss an einen Gottesdienst in einer kleinen deutschen Gemeinde in Detroit: Da wurde ich aufs Schärfste gerügt, weil ich es gewagt hatte, eine amerikanische Fluggesellschaft als "əˈmerikən "er.laɪns" auszusprechen. Wir seien hier ja schließlich in einer deutschen(!) Gemeinde! Ich war damals nur verständnislos und deshalb auch gleich ziemlich sprachlos. Was hätte ich den sonst sagen sollen? Die Fluggesellschaft heißt ja nunmal so, wie sie heißt.

Und jetzt bin ich selber so drauf! Jetzt bin ich selbst diejenige, die die Schweißperlen auf der Stirn hat, wenn sich die englische und die deutsche Sprache so fröhlich vermischen. Und dabei habe ich noch nichtmal annähernd das Alter der Person, die mich damals so gerügt hat.

Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich nicht wirklich "issues" damit habe, wenn mal das eine oder andere fremdsprachige Wort einfließt. Im Gegenteil. Ich mag das, weil es doch zeigt, wie global unsere Welt inzwischen ist. Womit ich mich schwer tue, sind die Mischformen. Und von denen bekam ich eine ganze Menge ab, als ich mich über die "hashtags" bei twitter schlau machen wollte. Jaaaa-aaaaa! Ich geb's ja zu: Ich hatte keine Ahnung, was das mit den hashtags auf sich hat! Ich habe sehr wohl schon wahrgenommen, dass es sie gibt. Habe auch mitbekommen, wenn z.B. im Fernsehen auf einen besonderen hashtag hingewiesen wurde. Hatte aber keinen blassen Schimmer, was das ist - geschweige denn, was das soll. Mein Leben hat bisher auch ohne hashtags bestens funktioniert. Aber: mit mehr twitter-Aktivität kommt mehr Neugier (bei mir jedenfalls). So las ich mich denn durch diverse Internetartikel zumThema "hashtag".

Und da ging es los, volle Breitseite. Ich wurde mit Wörtern bedroht wie: geliked oder gelikt oder geliket (der Duden empfielt hier übrigens gelikt für die denglische Version des Mögens). Weitere Ladungen wurden abgeschossen mit gefaved, geposted, getweeted oder re-tweeted. Mit jeder neuen denglischen Vokabel stand mir ein Büschel Haare mehr zu Berge. Ich hatte schon die Befürchtung, sie würden mir vor Schreck ganz ausfallen. (Keine Bange, sind alle noch dran.)

Ein bisschen schäme ich mich auch für meine Engstirnigkeit. Aber nur ein bisschen. Immerhin bin ich erwachsen (naja, volljährig) und Pastorin bin ich auch, und da muss man doch mit gutem Beispiel vorangehen! Auch was Sprache betrifft! Allerdings sollte ich mir dann wohl abgewöhnen, auf der Kanzel so Sachen zu sagen wie "Gott war echt pissig". 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Wie sagt man eigentlich ...

... Urlauberseelsorge richtig?

Diese Frage stellten wir uns in der heutigen Kirchengemeinderatssitzung nicht zum ersten Mal. Denn jeder sagt zwar Urlauberseelsorge, aber eigentlich ist der treffendere Begriff "Kirche am Urlaubsort". Das schließt ja die Seelsorge an Urlaubern mit ein und bietet dazu noch so viel mehr.



In diesem Zusammenhang stellte einer meiner Kirchengemeinderäte ganz trocken fest, dass man dann die Notfallseelsorge umbenennen müsse in "Kirche am Unfallort".

Nein: der Spruch kam nicht aus den Reihen der Feuerwehrleute. Es gibt ja auch noch andere Einsatzkräfte - auch in meinem KGR. Schön zu sehen, dass ihr bei all dem, was ihr so zu sehen bekommt, euren Humor nicht verliert!


Freitag, 6. Mai 2016

Warnung: Pastorin hört alles!

Wenn ich ab und an in meinem Strandkorb sitzen und ein kleines Päuschen einlegen kann, dann bekomme ich bisweilen die beste akademische Zusatzbildung in der ganzen Nordsee geboten. An meinem Pastoratsgarten führt nämlich der Oberländer-Touri-Pilgerpfad vorbei: Die Touris pilgern unweigerlich an meinem Pastoratsgarten vorbei, nachdem sie den Klippenrandweg erfolgreich im Uhrzeigersinn absolviert haben, nicht in die Schrebergärten abbebogen und nicht über LOS gegangen sind.


Ich weiß nicht, woran es liegt, dass sie, wenn sie an meinem Pastoratsgarten angekommen sind, zu Professoren und Dozenten mutieren. Vermutlich, weil sie nicht wissen, dass sie belauscht werden. Wenn ich in meinem Strandkorb sitze, kann man mich nämlich vom Oberländer-Touri-Pilgerpfad aus nicht sehen. Aber ich kann alles hören! Ich habe dann öfter das Glück, an einer Gratisvorlesung über dieses oder jenes Thema teilnehmen zu dürfen. Und das ganz ohne Studiengebühren!

Gestern ging es um unseren Friedhof:
"Ey, guck mal! Da ist der Friedhof. Da liegen die Walfänger. Auf Amrum war das doch auch so. Die hatten da sogar noch die Stoßzähne!"

Als ich das hörte, konnte ich nur noch vor Neid erblassen: War ja klar! Die Amrumer wieder! Haben sogar Stoßzähne auf ihrem Friedhof! Und wir armen kleinen Helgoländer Würstchen haben natürlich keine Stoßzähne! Weder von Walen noch von Walfängern! 

Ich musste nach dieser erschütternden Erkenntnis erstmal ganz schnell mein Mütchen kühlen. Mit einer großen Portion Pistazieneis. Damit ich wieder in der Lage war, mich im Strandkorb ganz entspannt in meinen Krimi zu vertiefen.