Freitag, 30. März 2012

Die Hansens, die Insel und das Wetter ...

Also, so langsam wird das irgendwie komisch: die Leute hier fragen mich schon auf offener Straße, ob wir irgendein Problem mit dem Wetter haben. Letzten Montag bekam ich zu hören: "Sag mal, was ist das eigentlich mit dir und dem Nebel?" Jemand anderes stellte vor ein paar Tagen fest: "Mit dem Wetter habt ihr irgendwie ein Problem." Jemand aus meiner Gemeinde sagte neulich: " Hast du Streit mit deinem obersten Chef, dass er ständig diesen Nebel schickt?" Und heute beim Einkaufen im Edeka Laden auf dem Oberland gab es einen bedeutungsschwangeren Blick nach draussen und ein Augenzwinkern - ohne Worte!

Zur Erklärung: Seit ich auf die Insel gezogen bin, gibt es Probleme mit den wochenendlichen Besuchen meines Göttergatten. Es fing, wie bereits in diesem Blog berichtet, mit meinem Vorstellungsgottesdienst an: alle schafften es zwar rechtzeitig hierher, aber nicht, wie geplant, zurück. Allerdings war das die positive Seite des Nebels: meine Familie blieb mir ein paar Tage länger erhalten, weil keine Flüge aufs Festland gingen. Aber seit diesem besagten Wochenende (12. Februar) ging alles schief. Hansen wollte mich ja regelmäßig hier auf der Insel besuchen, sprich den Flug am Freitag Nachmittag von Büsum aus nehmen. Und JEDES MAL fiel das ins Wasser wegen des verflixten Nebels. Wenigstens klappte der Flug dann meistens am Sonnabend, aber uns fehlte doch ein ganzer gemeinsamer Tag. Einige Male ging sogar gar nix mehr und wir mußten das Wochenende getrennt voneinander verbringen. Bis auf letzte Woche: das Wunder geschah, am Freitag war kein Nebel, sondern strahlender Sonnenschein, und Hansen konnte fliegen! Der Nebel kam dann allerdings am Tag darauf. Wir sind natürlich - laut Wetterbericht - von gutem Wetter für's Wochenende ausgegangen: der im Internet bestellte Strandkorb sollte im Garten aufgebaut werden, und dann: angrillen! Das Aufbauen des Strandkorbes sowie das Angrillen fanden auch statt. Allerdings im Nebel - sehr zur Belustigung der Insulaner und unseres Vertretungsorganisten. Immerhin konnten die Hansens das Wochenende gemeinsam verbringen!

Jetzt sind ja Osterferien in Schleswig-Holstein , und Hansen, schlau wie er war, verließ sich nicht auf "Nebelfrei", sondern reservierte einen Platz auf der "Lady von Büsum". Schiffe fahren ja auch bei Nebel - im Gegensatz zu den Flugzeugen der OLT (Ostfriesische Lufttransport GmbH). Aber ...

Nein, Nebel haben wir keinen, aber dafür Sturm. Gestern, bei der Kirchenvorstandssitzung mußte ich den Kommentar über mich ergehen lassen, dass heute keine Schiffe fahren wegen des Sturms. Meine selbstsichere Antwort: "Mir doch egal! Hansen kommt ja erst am Samstag!"
Und heute dann die Hiobsbotschaft: Eine Nachricht von Hansen auf meinem Handy, dass er am Samstag nicht, wie geplant, mit der "Lady von Büsum" hier anlandet, weil das Schiff wegen des Sturms nicht fährt. Als ich das hörte, bin ich in (hysterisches?) Gelächter ausgebrochen.

Der nächste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, war: Was ist mit unserem Organisten??? (Wir haben ja immer noch Vertretungen vom Festland, bis wir die Stelle wieder fest besetzt haben). Ich wußte, er wollte mit dem Schiff kommen, aber von wo? Büsum oder Cuxhaven? Das Schiff von Cuxhaven fährt - zumindest ist das der letzte Stand. Wir haben am Sonntag Konfirmation, und wenn der Organist nicht kommen kann, ist das eine mittelschwere Katastrophe. Aber wirklich nur eine mittelschwere, denn wir haben ja einen sehr fähigen und sehr flexiblen Posaunenchor! (Ich glaube, das hatte ich schon mal erwähnt.) Trotzdem hoffe ich sehr, dass der Posaunenchor morgen nicht noch eine eine kurzfristige Notfallprobe einrichten muss.

Hansen hat jedenfalls umgesattelt: auf den Flieger am Sonntag Nachmittag. Da kann ich nur hoffen, dass am Sonntag Sturm ist und kein Nebel! Die Flugzeuge fliegen immerhin noch bei Windstärke 11 - allerdings fährt die Dünenfähre dann nicht mehr ...

Montag, 19. März 2012

Zum ersten Mal Drehleiter

Heute war es endlich soweit: Dienstabend bei der Feuerwehr und ich durfte zum ersten Mal auf die Drehleiter! Zwar war ich nicht ganz so hoch hinaus wie die Jungs, die unser Schiff wieder auf der Kirchturmspitze anbringen, aber immerhin war mir doch mulmiger zumute als beim Winschen. Auch wenn es nur 19 Meter waren (wir haben Deutschlands kleinste Drehleiter).

Wetter-Schiff

Jetzt hat unser Kirchturm bald sein Wetter-Schiff zurück.

Mittwoch, 14. März 2012