Mittwoch, 23. Dezember 2015

Lucky wird noch berühmter

Erinnert sich noch jemand an Lucky? Das war der kleine Jack-Russel Terrier, der hier von der Klippe geweht wurde. Ich habe am 30.12.2013 darüber berichtet unter dem Titel "Notfallseelsorge der besonderen Art".

Jetzt gibt es die Geschichte auch als Kinderbuch. Lucky heißt darin zwar Otto, meine Jessie sieht sich nicht so wirklich ähnlich, und es gibt noch ein paar andere Dinge, die der künstlerischen Freiheit zum Opfer gefallen sind, aber ansonsten passt das schon. Jedenfalls hatte ich heute ein Exemplar des Buches in der Post und habe mich riesig gefreut. Das Buch ist, wie ich finde, richtig gut gelungen. Total süüüüüüüüüüüüüüüüß!

Tja, und die Helgoländer Feuerwehr landet mit ihren Rettungsaktionen nicht mehr nur im Fernsehen sondern jetzt auch in Kinderbüchern. Wir cool :-D

Vielen Dank an die Autorin Christine Gerlach für dieses nette Weihnachtsgeschenk!


Dienstag, 22. Dezember 2015

Engel gut, alles gut

Mein Tannenbaum hat es tatsäch noch rechtzeitig auf die Insel geschafft, ich habe genügend Engel gebastelt (25: 24 für die Tage im Advent und einen für Weihnachten) und irgendwie blieb bei dem, was Pastorin vor Weihnachten alles zu tun hat, noch Zeit, um den Baum zu schmücken. Wie ich das hingekriegt habe, weiß ich nicht, aber es hat geklappt. Super! Denn dann kann ich morgen ganz entspannt auf Strohballensuche gehen und zig Bettlaken bügeln - für's Krippenspiel natürlich, nicht für die Weihnachtsdeko im Patsorat ;-)











Samstag, 19. Dezember 2015

Ein kleiner Hinweis am Rande

Was man einer Pastorin eine Woche vor Heiligabend auf gar keinen Fall zumuten sollte, weil sonst die Gefahr einer Zwangseinweisung noch vor dem ersten Weihnachtsgottesdienst besteht:

- Das Ausfindigmachen rausgesprungener Sicherungen 
  (besonders ohne Taschenlampe im dunklen Gemeindehauskeller!)
- Den Gang zum Zoll (der sich auf dem UNTERLAND befindet!), um Sendungen abzuholen
- Das Ablesen von Zählerständen
- Das Regeln von Unklarheiten bei Nebenkostenabrechnungen
Die Klärung, ob der bestellte Tannenbaum auch wirklich bestellt wurde 
  (spätestens hier liegen die Nerven schon blank, aber einmal kommt vor Heiligabend ja noch Fracht)
- und damit verbunden: Sturm (dann kommt nämlich keine Fracht mehr)!
- Das Zurverfügungstellen von Bastelanleitungen für Engel
- Das Bezahlen von Geldern nach einem Spendenlauf
- Das Aushängen von Veranstaltungsplakaten
- Das Auftreiben von Krippenspielkostümen
- Das Erledigen von Bürokram
- und damit verbunden: den Weg zum Briefkasten
- Das Hinterhertelefonieren (in welcher Angelegenheit auch immer)
- Die Suche nach unauffindbaren Schlüsseln
- Das Auseinanderfallen von Badezimmermöbeln, das gezwungenermaßen zum Aufbau neuer Badezimmermöbel führt
- Einschreiben, besonders wenn man die auch noch von der Post (ebenfalls UNTERLAND!!!) abholen muss
- Weihnachtspäckchen für Herrn K. im Pastoratsflur (Wo sind meine???!!!)
Den Hinweis aus dem Munde geschätzter Kollegen, dass DIE ihre Weihnachtspredigten ja schon fertig haben
- Das Anbieten selbstgebackener Plätzchen, egal zu welchem Anlass

Teekochen und Aufreißen einer Zimtsterntüte für die Gottesdienstablaufbesprechung sind dagegen gerade noch vertretbar.


Samstag, 12. Dezember 2015

Gefilzte Ökumene



So, und hier ist das protestantische Schaf, das an Weihnachten die katholische Weihnachtskrippe zieren wird. Auch wenn es zwischendurch mehr nach einer Kreuzung aus Kegelrobbe und Kuh aussah,  ist es am Ende doch zu einem echten ökumenischen Botschafterschaf zurechtgefilzt worden. Ein Schild mit der Aufschrift "Ich bin dagegen!" (von wegen protestantisch und so) haben wir uns verkniffen. Außerdem: Ein Schaf mit einem Schild, auf dem steht "Ich bin dagegen!" sieht in jeder Weihnachtskrippe blöd aus, nicht nur in einer katholischen. Ich habe jedenfalls trotz zerpiekter Finger ein neues Hobby: Trockenfilzen! (Beim Trockenfilzen wird Wolle so lange mit Nadeln gepiekt, bis sie vor lauter Frust ganz filzig wird. Naja, und ich habe, dusselig wie ich nun mal bin, nicht nur die Wolle gepiekt sondern auch meine Finger.)

Hm, vielleicht bekommt der Pastoratstannenbaum im nächsten Jahr lauter Filzschafe anstatt Gesangbuchengel. Dann muss ich allerdings jetzt schon mit der Schafherstellung anfangen, sonst ist das nie zu schaffen. In diesem Sinne: euch allen einen gesegneten dritten Advent und MÄÄÄÄÄÄH!

Freitag, 11. Dezember 2015

Reif für den Therapeuten?



Ich wurde gerade gefragt, ob ich mir eigentlich selber zuhöre. Dabei hatte ich nur gesagt: "Ich habe keine Lust, einen Engel zu basteln. Aber ich muss heute noch einen Engel basteln, sonst muss ich morgen zwei Engel basteln und das kann ich nicht, weil ich morgen Schafe basteln muss." Naja, und darauf kam die Frage: "Hörst du dir eigentlich selber zu?" Eigentlich kam davor noch eine andere Frage: "Und was sagt dein Therapeut dazu?" Nix sagt mein Therapeut dazu! Hab' ja gar keinen Therapeuten. Brauch' auch keinen, denn im Moment tickt in meinem Kopf noch alles genau so, wie es soll.

Ich finde es absolut logisch, nachvollziehbar und verständlich, dass ich heute noch einen Engel basteln muss, damit es morgen nicht gleich zwei sind. Ich habe mir nämlich vorgenommen, meinen Weihnachtsbaum in diesem Jahr mit selbstgebastelten Engeln zu bestücken. Ich tue das nicht, weil mir während der Adventszeit sonst langweilig wäre. Die noch anstehenden Weihnachtspredigten und der Gottesdienstmarathon, der bald losgeht, sorgen schon dafür, dass mir nicht langweilig wird. 

Ich möchte meinen Tannenbaum voller Engel haben, weil die Engel aus alten Gesangbuchseiten gebastelt werden. Ich finde die Vorstellung einfach wunderschön, dass an meinem Tannenbaum Engel hängen, die aus Liedern und Gebeten bestehen, die schon von ganz vielen Menschen gesungen und gebetet wurden. 

Anmerkung: Ja, die Gesangbuchseiten sind aus dem Gotteslob der katholischen Kirche. Die hat nämlich ein neues Gotteslob bekommen und braucht das alte nicht mehr. Also können aus dessen Seiten Engel gebastelt werden. Unser auch nicht mehr so ganz neues Evangelisches Gesangbuch wird dagegen noch gebraucht und kann deshalb nicht zur Engelherstellung zweckentfremdet werden.

Wenn ich also einen ganzen Tannebaum mit diesen Engeln bestücken möchte, dann brauche ich eine ganze Menge Engel. Und eigentlich brauche ich noch viel mehr als nur eine ganze Menge Engel, weil ich die Engel ständig verschenke. Jedenfalls habe ich ausgerechnet, dass ich ab jetzt jeden Tag einen Engel basteln muss, damit der Weihnachtsbaum am Ende nicht zu kahl aussieht. Jeden Tag einen Engel zu fabrizieren ist auch nicht so anstrengend wie an einem Tag alle auf einmal basteln zu müssen. Zwei würde ich morgen allerdings locker schaffen, wenn, ..., ja wenn da nicht die Schafe wären. Ich bin nämlich morgen zu einem adventlichen Nachmittag in der katholischen Kirche eingeladen und im Verlauf dieses adventlichen Nachmittags sollen u.a. Schafe gebastelt werden. Da mir an einer guten ökumenischen Beziehung sehr gelegen ist, sind morgen also Schafe dran, nicht Engel.

Genau aus diesem Grund muss ich heute noch meinen Engel basteln, obwohl ich eigentlich keine Lust mehr dazu habe und lieber auf dem Sofa abpelzen würde. Vielleicht sollte ich sogar gleich zwei Engel basteln, damit ich morgen mehr Zeit für mehr Schafe habe. Bin ich deshalb gleich reif für den Therapeuten???

Fanpost





Na, das ist doch mal eine originielle Art der Adressierung! Ich habe tatsächlich herzlich gelacht, als ich diesen Brief heute zwischen der übrigen Post vorfand.

Gelacht habe ich allerdings nicht mehr, als ich die in dem Umschlag befindliche Karte las. Der Inhalt dieser Karte hat mich eher traurig gemacht, besonders weil ich mal wieder nicht in der Lage war zu helfen - wie so oft.

Jemand hatte mich und meine Quietscheenten im Fernsehen gesehen und wollte wissen, wo ich denn die Krippen-Enten erstanden habe. Dieser Jemand wollte ein Kind beschenken, das in diesem Jahr beide Elternteile verloren hat. Die Hoffnung war, mit den Krippen-Enten ein Lächeln auf ein sonst so trauriges Gesicht zu zaubern.

Meine Enten waren ja ein Geschenk und stammen aus den USA, aber ich konnte mich erinnern, dass ich mal welche bei einem Internetanbieter bestellt hatte, um sie selber zu verschenken. Leider musste ich feststellen, dass es dort diese Entchen nicht mehr gibt. Ich habe Stunden im Internet rumgesurft und "Onkel Google" bis zum Umfallen malträtiert. Aber "Onkel Google" hat gesagt: "Du kannst hier noch 5 Stunden rumsuchen, ich habe einfach keine Krippen-Enten für dich! Und wenn da doch welche sind, dann sage ich dir nicht, wo sie sich verstecken, bäääääh!"

Mist! Mist! Mist! Ganz großer Mist!!!

Wenn also jemand weiß, wo es Quietscheenten als Krippenfiguren gibt, dann meldet euch! Die Adresse lautet übrigens Schulweg 648 auf Helgoland. Die Haarfarbe und die Altersangabe könnt ihr weglassen - das kommt trotzdem an ;-)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Barmherzigkeit



Dieses Gebet der Heiligen Schwester Faustina war heute in meinem Adventskalender:

"O Herr, ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln und ein lebendiges Abbild von Dir sein. (...)

Hilf mir, o Herr, dass meine Augen barmherzig sind, damit ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige und richte, sondern das wahrnehme, was in den Seelen meiner Nächsten schön ist und komme ihnen zu Hilfe. 

Hilf mir, dass mein Gehör barmherzig ist, damit ich mich zu den Bedürfnissen meiner Nächsten neige, damit meine Ohren nicht gleichgültig für Leid und Klage der Nächsten bleiben. 

Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig ist, damit ich niemals abfällig über meine Nächsten rede, sondern für jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe. 

Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und schwierigere, mühevollere Arbeit auf mich nehme. 

Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind, damit ich meinen Nächsten immer zu Hilfe eile und die eigene Mattheit und Müdigkeit beherrsche (...).

Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist, damit ich alle Leiden der Nächsten 
empfinde (...). Möge Deine Barmherzigkeit, o mein Herr, in mir ruhen..." 

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Fernsehauftritt



Der Lippenstift macht gelbe Zähne! Das Outfit ist voll daneben! Die Falten im Gesicht waren gestern noch nicht da! Die Stimme hört sich gar nicht an wie meine! Und überhaupt: Wer hat mir da bloß dieses dämliche Kissen in den Rücken geknautscht?! 

Das waren die Dinge, die mir beim nachträglichen Betrachten meines Fernsehauftritts durch den Kopf gingen. Der einzige, der von meinen Klamotten beeindruckt war, war der Moderator. Der konnte sich nämlich gar nicht darüber einkriegen, dass es GRÜNE(!) Kollarhemden gibt. Naja, schwarz durfte ich ja auch nicht tragen, weil es sonst technische Probleme gegeben hätte oder die Kamera explodiert wäre oder was weiß ich. Das stimmt tatsächlich! Man hatte mich vorab via Email instruiert, dass ich bitte weder schwarze noch weiße noch gemusterte Kleidung tragen möge. Die hatten auch echt Probleme mit meinem weißen Krageneinsatz und mussten eine Menge an der Kamera rumjustieren, damit der weiße Einsatz später im Fernsehen nicht schwarz aussieht. Tut mir echt leid, Leute! 

Jedenfalls bin ich nach all den Unbilden, die ich für zehn Minuten Fernsehauftritt auf mich nehmen musste, zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mir das so schnell nicht wieder antun muss: Hetze nach dem Gottesdienst, um sicher zu gehen, dass ich trotz Sturm überhaupt von der Insel komme, drei Weihnachstmarktbesuche in drei Tagen (zwei davon im strömenden Regen!), abgeräumtes Bankkonto wegen Extrem-Shoppinganfall (naja, wenn man schonmal auf dem Festland ist ...), Kaffeeflash (Beruhigungstee gab's leider nicht), steifer Nacken vom stundenlangen Rumsitzen in der Maske (okay, eigentlich war's nur 'ne halbe Stunde und ich hab' mich da echt nett mit der Visagistin unterhalten, aber darüber kann man ja dann nicht rumjammern), im Studio dann eine brüllende Hitze durch die Scheinwerfer, Joggingrunde durchs NDR-Gebäude in letzter Minute, damit auch der Besenstiel-Wegweiser noch seinen Auftritt bekommt, Schweißrinnsale unter den Armen, die einen denken lassen, ich hätte die ganze Nordsee mitgebracht - und das alles dafür, dass man am Ende doch nicht das von sich gibt, was man unbedingt im Fernsehen mal loswerden wollte!

Also ehrlich! Da muss eine zwanzigminütige Predigt auf 30 Sekunden geschrumpft werden und die Welt wundert sich, warum im Fernsehen so viel Müll erzählt wird. Wenigstens war der Besenstiel dabei! Auch wenn es gar nicht der Originalbesenstiel aus meiner Predigt war, denn den wollte ich neben meinen ganzen nicht-schwarzen, nicht-weißen und nicht-gemusterten Klamotten nicht auch noch in den Flieger bugsieren. Außerdem waren da noch die Quietscheenten. Die haben mich vor die Wahl gestellt: Entweder wir oder der Besenstiel! Okay, und dann wollte ich mich auch nicht dem Spott des Flugplatzpersonals aussetzen, das sich darüber lustig macht, dass Frau Pastorin mit Besenstiel durch die Gegend fliegt. Konnte ja auch keiner ahnen, dass der Besenstiel für die Sendung so wichtig ist. Jedenfalls haben alle eine mittelschwere Krise gekriegt, als sich rausstellte, dass ich den Besenstiel nicht mitgenommen hatte. Wenigstens hatte ich den Wegweiser in Richtung Himmel dabei und mit Hilfe des Regieassistenten, der mal eben einen Besen zerlegt hat, konnten wir dann meinen Predigt-Besenstiel-Wegweiser nachbauen. Seht ihr: beim Fernsehen ist sowieso alles nur Fake.

Wenigsten habe ich es hinbekommen, mich in einigermaßen zusammenhängenden Sätzen zu äußern, niemanden in ernste Schwierigkeiten zu bringen (auch mich selbst nicht, obwohl: der Anruf vom Bischof kann ja noch kommen ...) und mich nicht als kompletten Deppen zu outen.

Und eigentlich bin ich, glaube ich, auch so ziemlich die einzige, die von diesem Fernsehauftritt nicht allzu begeistert ist. Alle, die mich bisher drauf angesprochen haben, haben sich sogar lobend geäußert. Kann also nicht so schlimm gewesen sein, wenn man mal von meinen zerrütteten Nerven absieht. Aber was tut man nicht alles für den Verkündigungsauftrag!

Und deshalb traue ich mich jetzt auch, den Link zu der Sendung hier nochmal reinzustellen, damit Besenstiel und Enten ihre verdiente Beachtung bekommen: