Donnerstag, 25. Mai 2017

Gott auf Wohnungssuche - Eine Geschichte



Wenn man in einen Gottesdienst geht, bekommt man immer Geschichten erzählt. Lieder erzählen Geschichten, die Bibel erzählt Geschichten, Trommeln erzählen übrigens auch Geschichten. Und Pastorinnen erzählen ab und zu Geschichten:

Gott wanderte über die Erde. Er hatte Meer und Land, Tiere und Pflanzen gemacht. Und die Menschen. Die Menschen mochte er besonders gerne. Und weil er die Menschen so gerne mochte, wollte er ihnen besonders nahe sein. Er wünschte sich eine ganz enge Verbindung zu ihnen, denn sie waren seine Kinder. Er ließ seinen Geist über die Erde wehen, aber ganz oft, spürten die Menschen kaum, dass er da war.

 

Eines Tages beschloss Gott, selber Mensch zu werden. Wenn er einer von ihnen wäre, dann könnte er viel Gutes für die Menschen tun. Er könnte sie sogar anfassen, ihnen die Hand auflegen um sie zu segnen, sie berühren, um sie zu heilen. Aber so ein menschliches Leben ist nunmal irgendwann zuende. Sein menschliches Leben ging sogar recht früh zuende und auch noch durch einen gewaltsamen Tod. Aber das musste so sein. Es war ein Opfer, das er bringen musste, weil er seine Kinder so sehr liebte. Er fuhr auf in den Himmel und wollte für eine Weile nur im Himmel bleiben. Das Problem war: Gott passte nicht hinein in den Himmel. Er überlegte sich, dass er ja vielleicht den Himmel und die Erde zusammenlegen könnte, um seine Wohnung zu vergrößern. Das ging gerade so, aber irgendwie war ihm auch das zu klein.

 

Die Menschen hatten schon immer versucht, Häuser für Gott zu bauen, damit er eine Wohnung auf der Erde bei ihnen hätte. Teilweise waren es sehr große Häuser. Tempel nannten sie sie. Gotte erinnerte sich an einen König, der Salomo hieß. Der hatte einen besonders großen und prächtigen Tempel für Gott gebaut. Gott freute sich sehr und wollte gerne dabei sein, wenn sich die Menschen seinetwegen im Tempel trafen. Ganz oft wollten sie mit ihm sprechen, wenn sie in den Tempel kamen. Aber Gott konnte den Tempel nicht betreten. Er war viel zu klein. Gerade einmal seine Hand passte durch die Tore des Tempels. Aber er selber konnte nicht eintreten.

 

König Salomo hatte wohl schon so eine Ahnung gehabt, dass das Haus, das er für Gott hatte bauen lassen, gar nicht in der Lage wäre, Gott in seiner ganzen Größe zu fassen. Er hatte mal gesagt: "Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel zu klein für dich, wie viel mehr dann dieses Haus, das ich gebaut habe." (1. Könige 8, 27)

 

Gott hatte ja selbst schon festgestellt, dass sogar der Himmel für ihn zu klein war. Deshalb wollte er auch unbedingt Himmel UND Erde zu seiner Wohnung machen.

 

Zu späterer Zeit, nachdem er selbst als Mensch auf der Erde gelebt hatte, bauten die Menschen immer noch Häuser für Gott. Die waren nicht mehr so groß wie der Tempel Salomos. Die Menschen nannten sie Kirchen. Vielleicht dachten die Menschen, Gott würde nun problemlos in ihren Kirchen wohnen können, weil er doch menschliche Gestalt annehmen konnte. Aber auch das klappte nicht. Auch in die Kirchen passte Gott nicht hinein. Nicht einmal seine Hand passte mehr durch die Kirchentüren. Aber er konnte durch die Kirchenfenster hineinsehen zu seinen Kindern, die sich immer wieder in den Kirchen trafen um zu singen, mit ihm zu sprechen und Geschichten über ihn zu hören. Und seine Augen strahlten, wenn er das sah. Ganz oft erfüllte dann ein ganz wunderbares Licht die Kirchen. Die Menschen meinten natürlich, das sei nur die Sonne, die durch die bunten Glasfenster in ihre Kirchen schien. 

 

Gott war immer noch nicht zufrieden. Ja, er war den Menschen schon ziemlich nahe, aber irgendwie reichte ihm das noch nicht. 

Und er hatte ja immer noch keine Wohnung gefunden, in die er wirklich hineinpasste, eine Wohnung, die ihm nicht zu klein war und in der er zu Hause war.

 

Und dann hatte er plötzlich eine Idee. Er hatte nämlich einen Ort gefunden, den er sich sehr, sehr gut als Wohnung vorstellen konnte. Ein Ort, der eigentlich viel kleiner war als Salomos Tempel. Der Ort war auch viel kleiner als eine Kirche. Er war sogar noch kleiner als ein einfaches Zimmer, in dem eine Kerze neben einer aufgeschlagenen Bibel brannte. Aber irgendwie war es schon eine Art Zimmer. Gott wollte in das Herz der Menschen einziehen. Und weil es so viele davon gab, würde seine neue Wohnung genau die richtige Größe haben.

 

Und weil Gott in den Herzen ALLER Menschen wohnen wollte, machte er sich auf den Weg und wanderte durch die Zeit. Er wanderte soweit zurück bis er die Herzen der ersten Menschen fand, um dort einzuziehen. Er fand dauch das Herz Salomos und zog dort ein. Er fand die Herzen der Menschen, die Salomos Tempel aufsuchten, und zog dort ein. Nun hatte er auch einen Weg gefunden, in den prächtigen Tempel einzuziehen. Durch die Herzen der Menschen. Auf demselben Wege konnte Gott später auch in die Kirchen einziehen. Und in die Häuser, in die Hütten, in die Zelte und in die Wohnungen der Menschen. 

 

Weil Gott in die Herzen der Menschen eingezogen ist, hat er nicht nur eine Verbindung zwischen Himmel und Erde geschaffen sondern auch eine Verbindung zwischen den Menschen. Auch die Menschen waren sich jetzt näher. Sie waren zu einer Familie geworden. Weil Gott in die Herzen der Menchen eingezogen wargab es plötzlich eine Verbindung zwischen den Menschen auf Zanzibar und den Menschen auf Helgoland. Es gab eine Verbindung zwischen den Menschen in Asien und den Menschen in Amerika. Gott hatte die Verbundenheit von Menschen auf der ganzen Welt geschafft, einfach dadurch, dass er in ihre Herzen eingezogen war.

 

Und weil er nicht gestorben ist sondern auferstanden, wohnt er da noch heute.

Montag, 22. Mai 2017

Packliste für einen Aktivurlaub auf Korsika

Unser Urlaub ist zwar noch ein bisschen hin, aber ich bin schon fleißig dabei, Informationen zu sammeln. Auf Pinterest. Dazu wollte ich dann auch meine unter "Notizen" erstellte Packliste bei Pinterest hochladen. Und: Ich bin zu blöd dazu! Also nutze ich jetzt den Umweg über meinen Blog, um das zu bewerkstelligen. Glaubt also bloß nicht, ich würde das jetzt hier aus reiner Menschenfreundlichkeit tun, damit ihr alle es leichter habt mit dem Kofferpacken. 😉

(Bei dieser Wanderung ins Tal der Tartagine hatte jeder von uns einen Liter Eistee mit: Viiiiiiiiel zu wenig für eine mehrstündige Wanderung bei über 30°C!!! Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Durst gehabt wie auf dieser Tour. Nehmt also unbedingt ausreichend Getränke mit.)


Packliste Korsika Sommer

Reisezeit: 3 Wochen


Wanderausrüstung: 

Wanderschuhe / Bergstiefel (für alpines Gelände), Wandersocken (1Paar /Wo.), Berghose / leichte Wanderhose, Funktionsunterwäsche, Funktionsshirt, Fleecejacke, Regenjacke oder wärmere Wanderjacke (atmungsaktiv, wasserdicht, winddicht), Regenhose, Biwaksack, Trillerpfeife (für Notfälle / SOS), Tourenbuch, evtl. Taschenlampe, Erstehilfepäckchen, ausreichend Wasser / Getränke (!!!), Essen, Sonnencreme (LSF 30 oder höher), Sonnenbrille, Kopfbedeckung, evtl. GPS Empfänger, Wanderkarte(n), Halstuch / Schal / Loop, Rucksack, Schweizer Offiziersmesser / Multitool, evtl. Badesachen (Es gibt oft schöne Badegumpen in den Flüssen!)


Für den Strand:

Badetuch, evtl. zusätzliche Handtücher, Badeanzug / Bikini / Badehose, Badeschuhe(!), Sonnencreme / Sonnenbrille / Kopfbedeckung (s.o.), Behälter zur Aufbewahrung von Schlüssel /Portemonnaie / Ausweis, evtl. Kühltasche, Schnorchel, Maske, Flossen, evtl. Schwimmbrille


Für's Geocaching: 

GPS Empfänger, Liste mit Koordinaten der zu findenden Geocaches oder Internetzugang, Stift, Kompass, Notizbuch, Gegenstände zum Tauschen, evtl. Taschenlampe (s.o.), kleiner Spiegel, Schnur, Haken (und andere Gegenstände; was gebraucht wird, ist meistens der Beschreibung des Geocaches zu entnehmen)


Kulturbeutel:

Shampoo (+Spülung), Duschgel, Bodylotion, Sonnencreme (s.o.), evtl. After Sun Lotion, Zahnpasta, Zahnbürste, Wattestäbchen, Gesichtscreme, Nagelschere, Nagelpfeile, kleiner Spiegel, Reiseapotheke, Mückenspray, Desinfektionstücher, Wattepads, Zahnseide, Pinzette


Kleidung:

Feste Schuhe fürs Sightseeing oder Spaziergänge, leichte Sommerschuhe (Espadrilles, Sandalen, Ballerinas, Segelschuhe, etc.), Flipflops / Badelatschen, leichte Socken, Unterwäsche, Schlafanzug / Nachthemd - oder was ihr sonst (nicht) anzieht, evtl. leichter Bademantel, Shorts, Top, T-Shirt, Bluse / Hemd, Jeans / lange Hose(n), warmer Pullover, Sommerkleid(er), Pareo, evtl. Hut / Cap / Tuch, Regenjacke (s.o.), leichte Jacke


Papiere:

Ausweis / Reisepass, Führerschein, EC Karte, Kreditkarte, Bargeld, Tickets (Flug / Fähre / Zug) Buchungsbestätigungen (Unterkunft / Transport: Fähre, Mietauto), Telefonnummer / Adresse vom Vermieter / der Reederei / der Fluggesellschaft


Und sonst noch: 

Handy, Fotoapparat, Ladekabel, Adapter, Reiseführer, Wanderführer, Handwaschpaste i.d. Tube, Kopfkissen / Nackenkissen, Musik: iPod / CDs, Reiselektüre, Notizbuch (s.o.), Stift(e), Handtasche / kleiner Rucksack / Gürteltasche, Erstehilfepäckchen (s.o.), evtl. Spiele


Ich brauche dann ja auch immer noch eine zusätzliche Reisebegleitung in Form eines Kuscheltiers. Der Fährmann muss einfach mit, da geht kein Weg dran vorbei! Wenn ihr also auch so einen Weggefährten habt: Bereitet ihm ein gemütliches Plätzchen in eurem Handgepäck oder Koffer.


Je nach Ausstattung der Unterkunft: 

Handtücher, Bettwäsche / Schlafsack, Geschirrtücher


Vor der Abreise: 

evtl. Unterbringung Haustier regeln, Müll rausbringen, abwaschen, Kühlschrank leeren, Licht aus, Fenster zu, alle Stecker ziehen, Wasser abstellen, je nach Jahreszeit: Heizung runter- oder ausstellen, Wohnung abschließen, Haustürschlüssel an jemanden übergeben (falls Notfall), Notfallkontakt hinterlassen (Adresse / Tel., wo / wie man zu erreichen ist)

Mittwoch, 10. Mai 2017

Wieder so typisch Helgoland

Gerade ist mal wieder so eine Phase, in der die Besonderheiten der Insellage krass zu Tage treten.



Gestern:
- Neuer Computer für Kirchenbüro muss aus IT-Abteilung Kirchenkreisverwaltung in Meldorf nach Helgoland
- Krankheitsvertretung für Sekretärin plant Arbeiteinsatz auf Helgoland für nächsten Tag und kann den Rechner mitnehmem

(Ich bin dafür, dass wir ab hier die "Krankheitsvertretung für Sekretärin" mit "Sekretärin" betiteln, weil es nicht nur kürzer ist, sondern weil sie auch eine echte Sekretärin ist.)

- Sekretärin holt neuen Rechner aus Kirchenkreisverwaltung ab
- Sekretärin schickt ihren Mann los, um externe Festplatte für Datensicherung des alten PCs zu besorgen

Heute: 
- Sekretärin fliegt vom Festland ein
- Sekretärin bringt neuen Computer für das Kirchenbüro mit nebst externer Festplatte
- Sekretärin betreibt Datensicherung mit externer Festplatte 
- Sekretärin stöpselt alten Rechner ab
- Sekretärin versucht, neuen Rechner anzuschließen
- Sekretärin und Pastorin stellen fest, dass Kabel vom Monitor nicht passt.
- Sekretärin ruft IT-Abteilung im Kirchenkreis an und erfährt, dass DVI Kabel benötigt wird
- kein DVI Kabel da
- Pastorin  sucht Elektrogeschäft auf Helgoland auf, um DVI Kabel zu kaufen
- falsches Kabel, passt nicht
- Pastorin bringt nicht passendes Kabel zurück
- passendes Kabel muss bestellt werden, wird frühestens Anfang nächster Woche geliefert
- Sekretärin ist aber nur bis Freitag auf Helgoland und kann ohne Kabel nicht am Computer arbeiten, geschweige denn, den überhaupt einrichten
- Plan B: Pastorin macht befreundeten Helfer mobil, irgendwo DVI Kabel aufzutreiben
- parallel dazu Plan C: Mitarbeiter aus der IT-Abteilung Kirchenkreis bringt DVI Kabel zum Flugplatz Heide / Büsum, denn um 16:20 Uhr geht noch ein Flug, der das Kabel mitnehmen könnte
- befreundeter Helfer hat nicht mitbekommen, dass inzwischen Plan C angelaufen ist und präsentiert stolz DVI Kabel, das er organiseren konnte (Ich glaube es war aus dem Rathaus)
- Befreundeter Helfer erhält als Wiedergutmachung matschigen Rhabarber Cookie
- IT-Abteilung Kirchenkreis hat inzwischen Feierabend, Einrichten des Rechners per Telefonanleitung und mit geliehenem Kabel also nicht mehr möglich.
- Pastorin erhält um 16:30 Uhr via WhatsApp die Nachricht, dass das Kirchenkreiskabel auf der Düne eingetroffen ist

Und wenn jetzt nix mehr schiefgeht, können wir morgen alles anschließen und den neuen Rechner einrichten. Und anfangen zu arbeiten!

Sonntag, 7. Mai 2017

Hände




Heute ist ein erster Sonntag im Monat, was hier auf Helgoland bedeutet, dass wir den Gottesdienst mit Heilungssegen feiern. Wir machen das ja nun schon einige Jahre mit dem Heilungssegen, aber ich habe heute zum ersten Mal darauf geachtet, was das für Hände sind, die mir da entgegengestreckt werden, um mit Salböl ein Kreuzzeichen aufgemalt zu bekommen.

Eigentlich sehe ich den Menschen gerne in die Augen beim Salben. Einmal, um sie wissen zu lassen: Du bist gemeint und niemand anderes. Gott ist gerade ganz für dich da. Und auch um einen Eindruck zu bekommen, wie die Leute so drauf sind. Manche nimmt dieser Heilungssegen emotional sehr mit. Ich habe dabei schon diverse Male Tränen fließen sehen. Manchmal ist es dann gut, wenn nach dem Gottesdienst noch Gelegenheit für ein Gespräch ist. Wenn ich dann zum Schluss die Hand für den Segen auflege, mache ich fast immer die Augen zu. Warum, weiß ich gar nicht so genau. Jedenfalls habe ich mir beim Salben und Segnen noch nie die Hände der Menschen genau angeschaut.

Heute ertappte ich mich aber aus heiterem Himmel bei dem Gedanken: Wow, das sind jetzt aber sehr, sehr große Hände! Die übrigens auch zu einem recht großen Menschen gehörten, bei dem ich entsprechend Mühe hatte, den Kopf zum Handauflegen zu erreichen. Musste mich da schon ein bisschen strecken. Aber die Hände: die waren der Hammer! Das hat mich dann dazu gebracht, mir die ganzen anderen zu salbenden Hände ebenfalls genauer anzusehen:

Da waren noch mehr große Hände, aber auch kleine - und die diversen "Handbreiten" dazwischen.
Erwachsenenhände, Kinderhände, alte Hände, mittelalte Hände, junge Hände, ziemlich glatte Hände, Hände mit vielen Linien und Runzeln, Hände mit Alterfslecken, Hände mit Kratzern, zitternde Hände - vielleicht von der Parkinsonerkrankung oder vor Aufregung, feuchte Hände, trockene Hände, weiche Hände, rauhe Hände, nackte Hände, geschmückte Hände, Hände mit Nagellack, Hände mit Ringen, verheiratete Hände, befreundete Hände, bestimmt auch einsame Hände. Ganz viele verschiedene Hände habe ich da heute gesalbt: Hände, die so einzigartig sind, wie die Menschen, zu denen sie gehören; Hände, die ganze Lebensgeschichten erzählen, wenn man ihnen denn genügend Aufmerksamkeit schenkt.

Samstag, 6. Mai 2017

Noch ein Gebet




Perlen des Glaubens - Morgengebet

 

Gott: Im Namen Gottes †, der das Licht des Lebens ist, begrüße ich diesen neuen Tag.


Stille


Ich: Gott, ich danke dir für diesen Tag und nehme ihn aus deiner Hand entgegen, mit allem, 

was er für mich bereithält.

Taufe: Lass mich auch heute spüren, dass du mir nahe bist und mich auf jedem Schritt, den ich tue, begleitest.


Stille


Wüste: Schenke mir Mut für alles, was mich herausfordert. Schenke mir Kraft für alles, was schwierig ist. Schenke mir Energie für alles, was mich ermüdet.


Stille

 

Gelassenheit: Schenke mir die Fähigkeit zur Gelassenheit in allem, was mich zu überwältigen droht. Schenke mir die Fähigkeit zur Freude über alles, was mir heute an Schönem begegnet.


Stille

 

Liebe: Ich danke dir dafür, dass ich geliebt bin.

Liebe: Ich bitte dich darum, dass ich all denen liebevoll begegne, die heute meinen Weg kreuzen oder ein Stück mitgehen durch diesen Tag.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir, all das Schwere anzunehmen.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir, all das Frohe anzunehmen.

Geheimnis: Ich weiß nicht, was dieser Tag für mich bereithält: Hilf mir mir, deinen Segen darin zu erkennen.

Nacht: Ich bitte dich für alle Menschen, die an diesem Tag von Dunkelheit erfüllt sind. Ich bitte dich, vertreibe auch die Dunkelheit in mir durch dein göttliches Licht.


Stille


Auferstehung: Gott, du scheinst in mein Leben und du machst alles neu. In deinem Licht lass mich Neues entdecken.


Stille

 

Gott: Vaterunser

Segen

Möge dein Segen über mir aufgehen wie die Sonne am Morgenhimmel 

und meinen Tag erleuchten. Amen

 

Donnerstag, 4. Mai 2017

Gebete schreiben





Ich weiß nicht, ob das Schreiben von Gebeten nun auch unbedingt zu den Aufgaben einer Pastorin oder eines Pastors gehören muss. Ich glaube, es hängt wohl davon ab, ob einem sowas liegt. Manchen liegt das überhaupt nicht und die verfahren - völlig legitimerweise, wie ich finde - nach dem Motto: Gut geklaut ist halb gebetet. Ich klaue auch - ganz oft sogar: Schon vorgefertigte Fürbitten für den Gottesdienst. Manchmal übernehme ich die so, wie sie sind. Manchmal schreibe ich sie ein bisschen um. Und ab und zu fallen mir auch ganz eigene Fürbitten ein. 

Dabei denke ich schon, dass mir das Formulieren von Gebeten eigentlich liegt. Im Grunde tue ich es gerne, aber immer nur ab und zu, weil mir oft die Zeit, Ruhe und Muße fehlen. Und weil ich es als tierisch anstrengend empfinde! Deshalb brauche ich fast immer einen ganz, ganz, ganz (!) triftigen Grund, um selber ein Gebet zu formulieren. 

Gestern fehlte mir vor dem Schlafengehen ein Gebet, in dem es um Reinigung geht. Ich habe das halbe Pastorat auf den Kopf gestellt, konnte aber irgendwie nicht das Richtige finden. Hab' dann einfach was anderes gebetet. Und das hat nicht geholfen. Jedenfalls nicht beim Friedlich-Einschlafen-Können. Aber der Leidensdruck war wohl noch nicht groß genug, um mir die ohnehin schon schlaflose Nacht um die Ohren zu hauen und selber was zu schreiben.

Vorhin habe ich beschlossen, dass mir das heute Nacht auf keinen Fall nochmal passieren soll, und so habe ich mich hingesetzt und mir endlich ein für mich passendes Gebet ausgedacht:

Reinigung

Barmherziger und gnädiger Gott,

dein Wasser der Gelassenheit
wasche fort alle Sorgen und Nöte,
die mich bedrücken;

dein Wasser der Freude
wasche fort alle Trauer,
die mich zu ersticken droht;

dein Wasser der Hoffnung
wasche fort allen Zweifel,
der mich ohnmächtig macht;

dein Wasser der Nähe
wasche fort alle Einsamkeit,
die mich leer werden lässt;

dein Wasser des Friedens
wasche fort allen Hass,
der in mir aufsteigt;

dein Wasser der Liebe
wasche fort alle Ignoranz,
die mich erfüllt;

dein Wasser der Heilung
wasche fort allen Schmutz,
der meine Wunden verklebt;

dein Wasser des Lebens
wasche fort allen Tod,
der in mir ist.

Amen


Kann man eigentlich auch beten, bevor man in die Badewanne oder unter die Dusche steigt. Muss ja nicht immer vor dem Schlafengehen sein.

Die meisten meiner Gebete (selbstgeschriebene und ein paar "geklaute") kommen übrigens auch handschriftlich in ein kleines Gebetbuch, das ich mal angelegt habe. Auf diese Weise sind sie zumindest schon einmal gebetet. Ja, beten kann man auch schriftlich!

Dienstag, 25. April 2017

Kirche am Urlaubsort - So langsam nimmt die Sache Gestalt an

Der Sommer rückt näher ...
Ja, tut er wirklich! Lasst euch vom Wetter nicht auf die falsche Fährte führen - von wegen Schnee und so! 

Also: Der Sommer rückt näher und damit auch wieder das Programm von "Kirche am Urlaubsort". Ich muss sagen, dass wir dieses Mal schon beim Planungstreffen am letzten Samstag hier auf der Insel vollen Einsatz gezeigt haben. Da hat es zwar noch nicht geschneit, aber dafür geregnet, gestürmt, gehagelt - und gesonnenscheint auch mal zwischendurch. Und wir, meine Teamleiterin und ich, waren fast den ganzen Tag draußen unterwegs, um die Insel zu erkunden und mögliche gute Orte (Lokeysch'ns heißt das ja heute) für diverse Veranstaltungen zu finden. Ist uns auch gelungen, glaube ich. 



Auf Helgoland kann man da auch nicht wirklich viel verkehrt machen, denn irgendwie ist es ja überall schön. Manche Orte stellen zwar unter Umständen eine logistische Herausforderung dar, aber wir sind ja Profis. Meistens jedenfalls. Und weil wir so professionell sind, können wir natürlich auch ganz professionell die eine oder andere Idee wieder knicken, wenn denn die logistischen Probleme so gar nicht zu lösen sind.



Die einzigen Indoor-Aktivitäten während unseres Planungstreffens waren die grobe Programmplanung und das Erstellen einer Materialliste. Und die Nahrungsaufnahme. Auf ein Picknick im Hagel waren wir nämlich überhaupt nicht scharf.

Nach so viel frischer Luft und noch mehr Aprilwetter war ich am Ende des Tages so platt, wie es normalerweise nur die Touries an ihrem ersten Tag auf der Insel sind. Wenn das schon die Vorzeichen für den Verlauf des Sommers sind, dann muss man mich im September vermutlich in komatösem Zustand zu meinem Urlaub ausfliegen und hoffen, dass ich da dann langsam wieder aufwache.

Aber wenn das tatsächlich schon die Vorzeichen für den Verlauf des Sommers sind, dann wird das auch richtig gut hier! 

Unsere Tamleiterin für dieses Jahr hatte übrigens die super Idee, selbst einen Blog anzufangen, um die Eindrücke in Sachen "Kirche am Urlaubsort" zu dokumentieren. Wenn ihr also auf dem Laufenden bleiben wollt, was so passiert, schaut doch immer mal rein. Hier ist der Link: https://kircheamurlaubsorthelgoland.wordpress.com/


Mittwoch, 19. April 2017

Von der Kunst, effektiv Zeit totzuschlagen



Ich befinde mich mal wieder in der Warteschleife. Und das nervt mich gerade unsäglich! Ich bin zu einer Besprechung auf dem Festland, aber die Besprechung findet leider erst um 14.30 Uhr statt. Rüberfliegen musste ich natürlich schon vormittags um 8:50 Uhr, um pünktlich um 14.30 hier sein zu können. Das heißt: Ich habe viiiiiiiel Zeit, um ...., ja um was zu machen?

Nach über fünf Jahren Pastorendasein auf Helgoland bin ich ja schon eine echte Expertin im Zeittotschlagen. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich irgendwo auf dem Festland auf einen Termin warten muss. Oder auf den Abflug, oder auf die Mitfahrgelegenheit, oder darauf, dass die Geschäfte aufmachen.

In der Regel nehme ich mir einfach Arbeit mit, die ich auch von Unterwegs aus erledigen kann. Predigtvorbereitung eignet sich da immer gut. Wenn WLAN vorhanden ist, dann kann ich sowohl Recherche für's Predigtthema betreiben als auch dienstliche Emails bearbeiten. Das war auch der Plan für heute. Ich hatte schon alles im Vorwege organisiert und verabredet, damit ich vor Ort einen Raum zur Verfügung habe, in dem ich in Ruhe arbeiten kann. Sogar mit WLAN, juhu!!!

Mit der Predigtvorbereitung bin ich allerdings nur mühsam vorangekommen. Das Stichwort war ja IN RUHE arbeiten! Und die gibt's hier heute irgendwie nicht. Die Leute, die hier ständig rein- und rausschneiten, sind zwar inzwischen wieder weg. Dafür kamen dann aber die Schloss-ein-und-ausbauer, die alte Türschlösser aus- und neue Türschlösser einbauen sollen. Erkenntnis des Tages: Türschlösser ein- und ausbauen kann einen mordsmäßigen Lärm verursachen. Aber sowas von!

Da ich hier ja mit WLAN und zusätzlich mit Tablet und Kopfhörern ausgestattet bin, sah es zunächst ganz gut damit aus, doch noch die Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten zu schaffen.

Es gibt da nämlich auf YouTube einen Kanal mit klassischer Musik, die extra dazu da ist, beim Konzentrieren zu helfen. Aber wenn die Musik so laut in die Ohren dröhnt, dass ich dass Kreischen des Bohrers im Türschloss nicht mehr hören kann, dann hat sich das mit der Konzentration irgendwie auch erledigt.

Eben waren die Türschloss-Yogis zum Glück für eine Weile weg um Schlüssel nachmachen zu lassen. So konnte ich wenigstens für eine Weile in Ruhe arbeiten. 
Aber inzwischen sind die Trommelfell-Folterer zurück und bohren wieder fröhlich an ihren Schlössern rum! Neiiiiiiiiin!!!

Ich glaube, ich gehe jetzt doch in die City zum Shoppen! Scheiß auf die Arbeit! Die muss ich dann eben nachholen, wenn ich wieder auf meiner Insel und in meinem ruhigen(!) Büro bin. Naja, morgens zwischen 7.00 und 9.00 Uhr ist mein Büro einigermaßen ruhig. Und nach 20.00 Uhr auch ;-)

Sonntag, 12. März 2017

Best of Telekom



Bevor ich zu den Best-of-Telekom Sprüchen komme, muss ich euch erstmal den Hintergrund schildern.

Die Telekom zwingt ihre Kunden ja gerade zu neuen Verträgen, weil die alte Technik mit den Neuerungen nicht mehr mithalten kann. Glaube ich jedenfalls, denn so wirklich erklären konnte mir das im Telekom-Callcenter niemand. Aber egal. Darüber will ich jetzt auch gar nicht streiten, denn am Ende habe ich ja gar keine Wahl.

Ich rief also pflichtschuldigtst im Dezember letzten Jahres bei der Telekom an, um einen neuen Vertrag abzuschließen. Nachdem mir diverse Modelle genannt wurden, wurde mir mitgeteilt, dass das aber jetzt sowieso nicht ginge, weil auf Helgoland nichts zur Verfügung stünde. Ich sollte mich im neuen Jahr nochmal melden, so im Februar vielleicht. 

"So im Februar vielleicht" war ich dann allerdings im Urlaub. Und "so im Februar vielleicht" kam das Schreiben der Telekom, dass ich mich doch bitte umgehend um einen neuen Vertrag kümmern möge, da man mir sonst zum 01.03.2017 den Anschluss abschalten würde.

Bei mir dauert es leider immer etwas bis ich meine ganze Post, die während eines Urlaubs so eintrudelt, durchgesehen habe. Deshalb wurde mir der Anschluss abgeschaltet, ohne dass ich vorher einen neuen Vertrag hätte abschließen können und damit das Abschalten verhindern. Echt blöd gelaufen. Aber egal. Trotzdem von Handy (Festnetz ging ja nicht mehr!) die Telekom angerufen und neuen Vertrag gemacht. Ich bat in dem Gespräch darum, dass man uns den Festnetzanschluss samt Internet doch bitte wieder freischalten möge.

Und jetzt kommen wir zu den "Best of Telekom" Sprüchen, die wir inzwischen während diverser Telefonate mit der Telekom zu hören bekommen haben:
1) "Ich werde sehen, was ich tun kann. Aber das kann ein paar Tage dauern." (58 Tage um genau zu sein, denn eine Freischaltung sei erst zum Wirksamwerden des neuen Vertrages am 27.04.17 möglich.)
2) "Helgoland ist ein Migrationsort, da stehen nicht genügend freie Leitungen zur Verfügung." 
3) "Wir können erst wieder freischalten, wenn der alte Vertrag gekündigt wurde." (Hat die Telekom ja selber getan: am 01.03.2017 - und auch gleich abgeschaltet.)
4) "Die Technik ist so veraltet, dass das nicht mehr möglich ist." (Komisch nur, dass das im selben Haus, zwei Zimmer weiter im Kirchenbüro wunderbar funktioniert mit der veralteten Technik.)
5) "Gehen Sie doch in den nächsten T-Punkt und besorgen sich für die Übergangszeit einen Stick." (Gute Idee! Das Problem ist nur, dass uns ca. 60 km Nordsee vom nächsten T-Punkt trennen.)

5) Heute morgen auf unserem Anrufbeantworter dann der Hinweis einer automatischen Stimme: "Sehr geehrter Kunde, wir haben gute Nachrichten: Die Störung am Anschluss xxx...-yyy... ist beseitigt. Sollte es wider Erwarten noch Probleme geben, rufen Sie uns bitte unter xxx...-yyy... an.   Freundliche Grüße, Ihre Telekom Deutschland GmbH." (Ich weiß nicht, welche Störung da beseitigt wurde. Unsere war es jedenfalls nicht. Immer noch kein Festnetztelefon und immer noch kein Internet.)

6) Und vorhin dann via Twitter der Kommentar von "Telekom hilft":
@revphansen ich betrachte Helgoland eher als perfekten Ort zur Entschleunigung. ;-) Auf Inseln sind freie Leitungen in der Tat knapp. ^da

Ist doch super! Da das jetzt geklärt ist, kann ich mich entspannt zurücklehnen und meine Eltern völlig entschleunigt und via Rauchzeichen fragen, wie es ihnen geht.

Sonntag, 26. Februar 2017

Nochmal Snapchat



Ich kann ja mit Snapchat rumspielen wie ein kleines Kind. Macht voll Spaß! Allerdings stelle ich gerade fest, dass mein neues heißgeliebtes Spielzeug auch eine Menge Stress verursachen kann. Und kleine Kinder sollten doch gar keinen Stress haben, finde ich. Das ist was für Erwachsene. Und bei denen muss das eigentlich auch nicht sein.

Aber ich komme hier gerade vom Thema ab.

Also, wo war ich? Ach ja: Snapchat. Es wird langsam stressig, weil:
- es noch ein zusätzliches Netzwerk ist, das ich neben Facebook, Twitter, WhatsApp Gruppen und Instagram pflegen muss
- die Beiträge nicht völlig sinnbefreit sein sollen, auch wenn sie nach 24 Stunden wieder verschwunden sind
- die ersten Leute sich inzwischen trauen, mich in Chats zu verwickeln (also Gespräche via Textnachrichten mit mir zu führen)
- ich die völlig bekloppte Idee hatte, meine sogenannten "Stories" nun auch noch zweisprachig zu gestalten, deutsch und englisch, weil ich inzwischen auch nicht-deutschsprachige Snapchat Bekanntschaften habe 

Als hätte ich nicht schon genug zu tun!!! Aber ich dachte mir, wenn ich schon ab und zu zweisprachig im Gottesdienst predige, weil wir nicht-deutschsprachige Gottesdienstbesucher*innen haben, dann breche ich mir damit auch bei Snapchat keinen Zacken aus der Krone. Also, nicht dass ich bei Snapchat predigen würde. Die Beiträge da sind um ein Viellfaches kürzer! Wirklich! 

Aber ich komme schon wieder vom Thema ab. Und das Wichtigste habe ich noch nicht genannt.

Stressig ist die ganze Sache besonders, weil:
- ich ein voll schlechtes Gewissen meinem Blog gegenüber habe!!!

Echt jetzt! Es fühlt sich fast so an, als würde ich fremdgehen. Tu ich ja irgendwie auch. Ich vernachlässige meinen Blog, weil es etwas Jüngeres, Moderneres und besser Aussehendes gibt. "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bess'res findet" ...

Wenigstens versuche ich nicht, meinen Snapchat-Seitensprung vor meinem Blog zu verheimlichen. Den Stress, den das verursachen würde, könnte ich, glaube ich, gar nicht aushalten.  Nein eigentlich will ich nur darauf hinweisen, dass ich meinen Blog auch weiterhin liebhabe, auch wenn ich durch Snapchat (und Instagram, und Twitter, und Facebook ...) weniger Zeit dafür aufbringen kann. Nein, eine Trennung steht hier nicht im Raum. Höchstens ein bisschen Polygamie. Wie gut, dass die in diesem Bereich nicht verboten ist, sondern dass alle Apps, die ich so liebe, auf meinem Handy ein Zuhause haben können. Und die Bibel kann in diesem Fall auch keinen moralischen Zeigefinger erheben, weil es noch gar kein Internet gab, als die geschrieben wurde. 

Obwohl: Boten, die Nachrichten überbrachten, gab es natürlich schon. Aber es gab noch keine organisierten  Botendienste, die miteinander in Konkurrenz hätten treten können. Glaube ich.

Egal! In der Bibel steht jedenfalls nicht drin, dass ich neben meinem Blog nicht auch Snapchat haben darf.

Da habe ich aber nochmal Glück gehabt, oder?

Mittwoch, 1. Februar 2017

Logistik

Ich soll am Samstag an einer Klausurtagung zum Thema "Kirche am Urlaubsort" in Büsum teilnehmen. Und danach in den Urlaub fahren. Mit Wanderhemdbügler und Pelzgesicht natürlich! Dass das alles auch in der vorgesehenen Reihenfolge, mit den vorgesehenen Personen und zu den vorgesehenen Terminen klappt, ist nicht selbstverständlich.

Plan A ist folgender: Eine Kirchengemeinderätin und ich fliegen am Freitagnachmittag aufs Festland, ünernachten im Hotel bzw. in einer Ferienwohnung der dortigen Kirchengemeinde, und sind dann Samstagmorgen pünktlich zu Klausurtagung anwesend. Wanderhemdbügler und Pelzgesicht kommen am Samstag mit dem ganzen Urlaubsgepäck nach und holen mich am frühen Abend ab, damit wir alle drei dann gemütlich in den Urlaub fahren können.

Es gibt auch einen Plan A+ und der ist mein persönlicher Favorit: Wir alle fliegen am Freitag samt Urlaubsgepäck rüber aufs Festland und freuen uns, dass wir so gut weggekommen sind!


Die Kartenapp will uns hier übrigens mit dem Schiff nach Büsum schicken. Geht nicht, denn von und nach Büsum fahren im Winter keine Schiffe.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Plan A ausgeführt werden kann, sinkt dummerweise gerade drastisch: Durch die schlechten Wetterprognosen. Die Chancen stehen seeeeeehr schlecht, dass es am Freitagnachmittag mit dem Fliegen klappt. Also wird es wohl auch mit Plan A+ nichts werden.

Nun tüfteln wir gerade an einem Plan B: Alle vier (mit Pelzgesicht) am Freitagnachmittag aufs Schiff und dann über Cuxhaven nach Büsum. Oder: Wanderhemdbügler, Pelzgesicht und Urlaubsgepäck irgendwie mit irgendeinem Flug egal wohin aber Hauptsache aufs Festland, und dann die beiden zweibeinigen Mädels, die das Schiff nehmen, in Cuxhaven abholen. (Das klingt irgendwie nach 'ner völlig beknackten Idee, aber ohne Hund und Gepäck wird das mit der Schiffsreise leichter. Ich kann mich dann voll und ganz auf meine Kotztüte konzentrieren, anstatt mich auch noch um alles andere kümmern zu müssen.)

Da es schwer nach einem der beiden B-Pläne aussieht, muss natürlich eine Unterbringungsmöglichkeit für Wanderhemdbügler und Pelzgesicht her. Ich hatte für mich nur ein Einzelzimmer gebucht. Aber die Umbuchung ist bereits erledigt und es hat alles reibungslos geklappt: Für Wanderhemdbügler, Pelzgesicht und kirchliches Bodenpersonal steht ein schnuckeliges Doppelzimmer mit Hundegenehmigung zur Verfügung. Ich hoffe aber trotzdem ganz stark, dass ich nicht mit dem Schiff fahren muss!!!  Ihr wisst ja: Mir wird doch schon bei 2 Bft und 30 cm See schlecht. Ihr dürft also alles drücken, was ihr habt: Daumen, Zehen, Pfoten, ... Damit uns Petrus mal richtig lieb hat und für gutes Flugwetter sorgt. (ICH WILL A+!!!)

Ach ja: Und dann hatte ich mir zu allem Überfluss noch überlegt, dass ich unsere Arbeit während der Klausurtagung auch auf Instagram oder Snapchat festhalten könnte (zumindest für 24 Stunden). Aber vermutlich wird mich o2 schon nach dem dem dritten Bild darauf hinweisen, dass ich bereits 80% meines  Datenvolumens verbraucht habe und nach dem vierten Bild meine Surfgeschwindigkeit auf Schneckentempo reduzieren. Was irgendwie aber auch wieder egal ist, denn das Handy wollte ich im Urlaub sowieso ausschalten. Deshalb schenke ich mir hier die logistisch ausgeklügelte Planung.

P.S: Nein, ich habe keine Flat! Brauchte ich auch nie. Jedenfalls solange nicht, bis ich das Netz meiner sozialen Netzwerke erweitert habe. 😝

Mittwoch, 18. Januar 2017

Packender Unterricht geht wie?

Ich habe meine Konfis rausgeschmissen. Ich habe wirklich, wirklich, ehrlich meine Konfis rausgeschmissen! Das macht mich völlig fertig! Das kommt nämlich superselten vor! Eigentlich fast nie. Und dass es jetzt doch passiert ist, sollte euch sagen, dass Helgoland echt in Not ist!!!

Ich wollte eigentlich in das Thema "Bibel" einsteigen und bin gerade mal bis dahin kommen, dass die Bibel ein Buch ist, das im Grunde aus zwei Büchern besteht: dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Und dann musste ich sie rauswerfen, weil nix mehr ging.

Ich gräme mich gerade furchtbar, weil ich die ganze Sache mit dem Bibelthema wohl anders hätte aufziehen sollen: Die Konfis "da abholen, wo sie gerade sind", wie es im theologisch - pädagogischen Fachjargon so schön heißt. 



Ich hätte ja die Tatsache, dass es sich bei der Bibel um ein Buch handelt, weglassen können, weil Bücher ja sowieso toootaaal langweilig sind. Stattdessen hätte ich meinen Konfis erzählen können, dass die Bibel sowas wie ein iPhone ist. IPhone haben sie erst zu Weihnachten gekriegt. Da können sie was mit anfangen.

Naja, eigentlich wäre das dann aber ein gottPhone, denn ich glaube nicht, dass der Apple Konzern damals schon seine Finger überall mit drin hatte. Beim Licht machen, Erde trockenlegen und so. Vom gottPhone gibt's dann ein gottPhone 6 und ein gottPhone 7. (Fragt mich jetzt nicht, was mit den gottPhones 1 bis 5 passiert ist. Ich hab' nämlich keine Ahnung. Vielleicht sind das die, die nicht in den Kanon aufgenommen wurden, aber das muss ich meinen Konfis jetzt nicht schon um die Ohren hauen.) 

Das gottPhone 6 und das gottPhone 7 haben jedenfalls beide eine Menge Apps drauf. Das gottPhone 6 hat eine Genesis App (Erstebuchmose App war mir jetzt zu lang!), Exodus App, Richter App, Psalm App (... undsoweiterundsoweiter ...) und die ganzen Propheten Apps natürlich auch wie Jesaja, Jeremia, Amos, Obadja, Micha, Nahum (... und hast du nicht gesehen ...). Auf dem gottPhone 7 sind dann die vier Evangelium Apps (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), Apostelgeschichte App, Brief Apps (Römer, Epheser, Kolosser, Hebräer und so) und natürlich die Offenbarungsapp drauf.

Die Apokryphen kriegt der iPod - Verzeihung: gottPod. Weil man irgendwann mal beschlossen hat, dass sowas nicht aufs gottPhone gehört. 

Also ist die Bibel im Grunde keine ganze Bibliothek sondern ein gottPhone mit 66 Apps- jedenfalls bei "uns". Die Katholiken haben noch ein paar Apps mehr drauf, aber dafür kein gottPod. Alles klar?

Aber irgendwas sagt mir, dass ich mir damit auch nicht die Aufmerksamkeit meiner Konfis gesichert hätte. Ich hatte nämlich ganz stark den Eindruck, dass bei fast allen die Konzentrationsapp länger kein Update mehr bekommen hat und deshalb nicht funktionierte. Also bis zum nächsten Mal bitte Update, Reboot - und weiter geht's.