Montag, 30. Dezember 2013

Notfallseelsorge der besonderen Art


Diesen kleinen Racker hatte es vom Oberland in die Nordsee geweht. Aber der tapfere kleine Kerl hat es aus eigener Kraft an Land geschafft und wird jetzt im Pastorat seelsorgerisch betreut bis er hoffentlich morgen wieder mit Frauchen und Herrchen vereint ist. An Fürsorge fehlt es ihm hier nicht, sogar unsere Jessie kümmert sich aufopfernd um den Gast.


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Helgoland im Ausnahmezustand

Dass es auf Helgoland öfter mal windig wird, habe ich vorher gewusst. Dass wegen Sturm die Schiffe mal nicht fahren oder bei Nebel die Flugzeuge nicht fliegen, habe ich auch vorher gewusst. Dass aber mein Pastorendasein auf Helgoland so stürmisch werden würde wie am vergangenen Montag, hätte ich nicht gedacht.

Vorweg sei gesagt, dass es uns allen hier auf der Insel den Umständen entsprechend gut geht und das ist das Wichtigste! 
Ansonsten haben wir natürlch immer noch daran zu knabbern was der Orkan hier auf der Insel angerichtet hat. 

Eigentlich hatte der Tag ganz entspannt für mich begonnen. Eine Baubesprechung, die für den Vormittag angesetzt war fiel aus, da die dazu eingeladene Delegation vom Festland aufgrund der Wetterprognose  abgesagt hatte. Ich wusste nicht so genau, ob ich die gewonnene Zeit damit verbringen sollte, liegengebliebenen Papierkram zu erledigen, oder doch lieber damit, bei einer Kanne Tee vom Sofa aus dem Sturm zuzugucken. Letztlich lief es darauf hinaus, dass ich mich auf den Weg machte, um mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der katholischen Gemeinde erste Vorbereitungen für unseren ökumenischen Martinsumzug zu treffen. Da war es zwar schon windig, aber alles noch im grünen Bereich.

Ich saß gerade beim Mittagessen und löffelte den Schokopudding in mich hinein, den es zum Nachtisch gab, als mein Melder losging: Feuerwehreinsatz! Auf dem Weg zum Feuerwehrgerätehaus wurde mir schon mulmig: Schieferplatten, Blumentöpfe und diverse andere Gegenstände waren überall um mich herum in der Luft. Richtig erschrocken bin ich dann später, als ich einen Teil des Schuldaches runterkommen sah. Weltuntergangsstimmung! Da konnte auch das kleine Kreuz, das ich in meinen Einsatzklamotten mit rumschleppe nicht mehr viel Mut machen. Trotzdem fuhr meine Hand wie von selbst in die Tasche, um sicherzugehen, dass es noch da ist. Und irgendwie war ich froh, dass die Feuerwehr kurz vorher noch mit einem Segensengel versorgt worden war.

Ja, liebe Kameradinnen und Kameraden, ihr wisst noch gar nichts von dem Engel und eigentlich sollte es auch nicht verraten werden, weil wir neugierig waren, ob ihn überhaupt jemand bemerkt. Nun wisst ihr, dass er da ist (zumindest diejenigen, die diesen Blogeintrag lesen), aber finden müsst ihr den kleinen Kerl schon selber. Was nicht leicht wird, denn er hat sich gut versteckt ;-)

Windgeschwindigkeiten von 190 kmh, Muscheln, die es vom Unterland aufs Oberland wehte, weggerissene Häuserfassaden, fliegende Container, Ausgangssperre ... , sowas muss man erstmal verdauen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass da nicht mehr passiert ist.

Aber um ehrlich zu sein: noch beeindruckender als den Orkan selbst, fand ich die Hilfsbereitschaft, die ich während des Sturmes und danach hier auf der Insel erlebt habe! Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine ganze Truppe von Offshore Arbeitern packte mit an, als es daran ging, zusammen mit den Jungs von der Börte und diversen anderen freiwilligen Helfern am nächsten Tag Aufräumarbeiten in, um und an der Schule zu leisten. Sogar unseren Friedhof haben sie von Trümmern befreit, die während des Orkans dorthin geflogen waren. Aber wie gesagt: das ist nur eins von vielen Beispielen, wie alle hier sich gegenseitig unter die Arme gegriffen haben - sei es nun mit Werkzeug oder einfach nur mit Mitgefühl.

Das macht mich dankbar dafür, dass Gott uns Menschen so gemacht hat, wie wir sind: nicht nur mit Fehlern behaftet, sondern auch in großem Maß mitfühlend, uneigennützig, hilfsbereit, tatkräftig, verantwortungsvoll und fähig unseren Nächsten zu lieben, in welcher Form auch immer.

Und es macht mich auch dankbar dafür, dass ich auf dieser Insel leben und arbeiten darf, umgeben von genau solchen Menschen. Schön, dass es euch gibt!







Sonntag, 29. September 2013

Erntedank 2013

Da Helgoland eine andere Ferienregelung hat als das Festland, haben wir heute schon Erntedank gefeiert. Es war ein toller Gottesdienst mit anschließendem Kirchenkaffee! Vielen lieben Dank an alle Mitwirkenden, besonders an die Kinder und das Team unserer KiTa "Windtsärke 12" und die helgoländer Blumenbude für die schöne Deko!








Donnerstag, 26. September 2013

Auflösung #4

Es ist ein Gedenkstein, der sich gut versteckt hat: an der Wand hinter der kleinen Orgel neben den Juratenbänken.


Sonntag, 22. September 2013

Kleines Bilderrätsel zum Wochenanfang #4

Dieses Mal ist die Frage nach dem "Wo" fast interessanter als nach dem "Was".


Auflösung #3


Das Gedenkbuch über der Gebeinkammer. Unser Vorkriegs-Friedhof in Buchform sozusagen, da alle Gräber durch die Bombardierung zerstört wurden.

Freitag, 13. September 2013

Unsere Kirche ist kein Museum!

Liebe Urlauber und Besucher unserer schönen Insel,

aus gegebenem Anlass, möchte ich einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass unsere Kirche immer noch eine Kirche und kein Museum ist. Das bedeutet, dass dort bisweilen Veranstaltungen wie etwa Gottesdienste stattfinden. Sie dürfen natürlich gerne weiterhin die Kirche besichtigen, aber bitte nicht gerade während eines Gottesdienstes. Es irritiert nicht nur mich als Pastorin sondern auch die Gottesdienstbesucher, wenn wir uns während der Predigt in einem Blitzlichtgewitter wiederfinden.

Des Weiteren möchte ich dringend darum bitten, vor der Kirche angebrachte Schilder zu befolgen die u.a. besagen:"Zur Zeit findet eine Trauerfeier statt. Keine Kirchenbesichtigung möglich!" 
(Dasselbe gilt natürlich auch für Taufen und Trauungen.)
Versuchen Sie sich bitte einmal in die Trauergäste hineinzuversetzen, die gerade von einem geliebten Menschen Abschied nehmen müssen. Stellen Sie sich vor, Sie selbst hätten gerade ein Familienmitglied oder einen Freund / eine Freundin verloren und kurz vor oder während der Trauerfeier laufen Ihnen Leute mit gezückter Kamera vor der Nase herum. Ich bin mir sicher, dass Sie das auch nicht wollen würden.

Also bitte ich inständig um mehr Sensibilität im Umgang mit Gotteshäusern, auch wenn sie noch so schön anzusehen sind. Mir ist durchaus bewusst, dass Helgolandbesucher einen sehr straffen Zeitplan für ihren Aufenthalt auf der Insel haben, aber ich bin mir sicher, dass sich eine Besichtigung unserer Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten durchaus einrichten lässt. Sollte das tatsächlich einmal nicht möglich sein, würden wir uns sehr über einen weiteren Besuch von Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Inselpastorin

Donnerstag, 12. September 2013

Auflösung #2

Hier ist die Auflösung des Bilderrätsels: abgebildet war ein Teil der Kaptänskajüte des Votivschiffes, das vorne links in unserer Kirche hängt.


Donnerstag, 5. September 2013

Und Gott war voll begeistert!

Endlich sind die Bilder der Kunstwerke unserer Konfirmanden und Konfirmandinnen aufgehängt. Ihre schöpferische Leistung kann ab jetzt in unserer Kirche bewundert werden.






Montag, 2. September 2013

Mittwoch, 28. August 2013

Taufe in der Nordsee

Es war das erste Mal, dass ich vor einer Taufe an Sonnencreme denken musste!

Eine meiner Konfirmandinnen wollte gerne getauft werden, und da es für Jugendliche nicht immer einfach ist, sich in einem Sonntagsgottesdienst vor eine ganze Gemeinde zu stellen, haben wir gemeinsam überlegt, ob es da nicht eine andere Möglichkeit gibt. Da die Taufe ja etwas ganz Besonderes ist, sollte sie auch an einem besonderen Ort stattfinden, und so sind wir auf die Düne gekommen. Schließlich wurde auch Jesus nicht in einer Kirche getauft (die gab es damals ja noch gar nicht), sondern im Jordan (Markus 1, 9). Warum dann also nichtmal eine Taufe in der Nordsee?

Das Ganze, wie eigentlich vorgesehen, in kleinem Rahmen stattfinden zu lassen, hat allerdings nicht geklappt, denn nicht nur die Hauptkonfirmanden hatten sich entschlossen, bei diesem Ereignis dabei zu sein, sondern auch ein Großteil der Vorkonfirmanden, einige weitere Jugendliche und auch ein paar Erwachsene waren zur moralischen Unterstützung mitgekommen. Am Ende waren wir eine Taufgesellschaft von etwas über 20 Personen, die sich vom Landungssteg mit dem Boot auf den Weg zur Düne machte. Einige waren sogar bereit, ihr Karatetraining dafür ausfallen zu lassen. Wenn das kein großartiges Beispiel für Gemeinschaft ist!

Auf der Düne angekommen, zogen wir dann mit Taufschale und Taufkerze bewaffnet in Richtung Südstrand, wo der Taufgottesdienst gefeiert wurde. Getauft wurde natürlich IN der Nordsee und mein Täufling hat ganz tapfer das 17 Grad kalte Wasser ertragen. Das Einzige, was nicht klappte, war, die Taufkerze anzuzünden. Das funktioniert auch bei nur 2 Windstärken nicht mehr, wie ich feststellen musste, aber das holen wir am Sonntag im Gottesdienst nach. Ich habe schon über ein "mobiles Taufset" mit zusammensteckbarem Kreuz und Windlicht für solche Begebenheiten nachgedacht, aber so ganz ausgereift ist die Idee noch nicht ;-)

Anschließend wurde noch ein wenig bei Cola und Eis im Dünenrestaurant gefeiert, wie sich das für eine anständige Taufe gehört. Ich muss sagen: ein rundum gelungener Tag!

Nun muss ich nur noch überlegen, wie ich meine Albe* in die Waschmaschine bugsiere, ohne den ganzen Sand, der da noch drinsteckt, in meiner Wohnung zu entladen ;-)

(* Albe: von lat. alba = die weiße; ein Gewand, das mit seiner weißen Farbe die Taufe symbolisiert.)



Wenn die letzten Nachzügler da sind, kann es losgehen.



Ja, wir waren wirklich drin in der Nordsee, fürs Foto allerdings nur bis zu den Knöcheln.



Zu den Glückwünschen gab es Seifenblasen dazu.



Ein Teil der Gruppe musste zwar schon gleich nach dem Taufgottesdienst wieder los, aber der Rest hat gebührend gefeiert - mit Cola, Kaffee oder alkoholfreiem Bier.


Anmerkung: Für die Veröffentlichung der Bilder liegt eine entsprechende schriftliche Genehmigung vor.

Donnerstag, 15. August 2013

Schöpfung

Unsere Konfirmanden haben sich zum Thema "Schöpfung" mit Landart beschäftigt. Der Plan ist, die Fotos von den Kunstwerken demnächst in der Kirche auszustellen. Hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack:




Aber die schönsten Bilder wird es natürlich in der Kirche zu sehen geben!

Dienstag, 6. August 2013

Bootstaufe

Gestern wurde das neue Tochterboot unseres Seenotkreuzers Hermann Marwede getauft, und da die "Verena" nicht ohne göttlichen Segen in den Einsatz gehen soll, war ich zu diesem Ereignis mit eingeladen. Hier ein paar Impressionen:







Mittwoch, 31. Juli 2013

Mitten am Tag, mitten in der Woche, mitten im Leben

... singen wir! Offenes Singen ist immer Mittwochs um 12.00 Uhr in der Kirche und macht viel Spaß. Außerdem tut die kleine musikalische Pause richtig gut!


Montag, 29. Juli 2013

Stille

Das wird mein Mantra für den Montag (der NICHT mein Pastorensonntag ist)!



Mittwoch, 8. Mai 2013

Partnerschaftsbesuch

Der Besuch aus unserer Partnergemeinde auf Sansibar ist angekommen. Pastor Maloda und Mr. Nelson werden ein paar Tage auf Helgoland verbringen, um sich Insel und Gemeindeleben anzusehen.

Freitag, 22. März 2013

Gott, du bist unsere Eltern ...


Unsere Konfirmanden haben das Vaterunser in eigene Worte gefasst und es so formuliert, wie sie es verstehen.  Das Ergebnis wird am Sonntag im Konfirmationsgottesdienst als Vaterunser gebetet. Weil ich das Gebet so klasse finde und weil ich es mal wieder nicht abwarten kann, stelle ich es schon jetzt hier rein.

Mittwoch, 6. März 2013

Perlengebet -Heilung

Manche Leute fasten während der Passionszeit und machen "7 Wochen ohne". Ich gehöre in diesem Jahr wieder dazu: 7 Wochen ohne Alkohol. Aber ich mache auch "7 Wochen mit" - mit mehr Gebet. Sehr hilfreich sind mir da die "Perlen des Glaubens" von Martin Lönnebo. Es handelt sich hierbei um ein Perlenarmband, mit dem Gebete gesprochen werden (ähnlich dem Rosenkranz). Jede Perle hat eine besondere Bedeutung: die Goldene ist die Gottesperle, die länglichen sind die Perlen der Stille, die kleine weiße ist die Ich-Perle, die große weiße steht für die Taufe, die hellbraune ist die Wüstenperle, Die blaue Perle bedeutet Gelassenheit, die zwei roten Perlen stehen für die Liebe Gottes und die Nächstenliebe, die drei kleinen weißen sind die Geheimnisperlen und können auch für Fürbitten verwendet werden, die schwarze Perle steht für die Nacht oder Dunkelheit, die zweite große weiße ist die Perle der Auferstehung.

Aus der Kombination von Perlenarmband und der Tatsache, dass es mir die letzten Tage aufgrund eines grippalen Infektes ziemlich schlecht ging, ist ein Heilungsgebet entstanden. Ich weiß nicht, ob es den Genesungsprozess tatsächlich beschleunigt, aber ich kann definitiv sagen, dass ich auf dem Wege der Besserung bin ;-)

HEILUNG
Gott: Du bist Leben, du bist Heilung, du bist Kraft und ich bin dein.
Stille: In deiner Ruhe finde ich neue Kraft, in deiner Stille werde ich gesund.
Ich: Mein Körper und meine Seele sind geschwächt. Ich bin auf der Suche nach neuer Energie.
Taufe: Darum schenke mir das Wasser des Lebens, das Kraft gibt und Heilung bringt.
Schenke mir das Wasser des Lebens, das Körper und Seele reinigt.
Stille: In deiner Ruhe...
Wüste: Mich dürstet nach neuer Lebensenergie, aber der Weg zur Oase ist noch weit. Hilf mir auf und trage mich, wenn die Erschöpfung zu groß wird; lass mich nicht allein in der Zeit der Entbehrung.
Stille: In deiner Ruhe ...
Gelassenheit: Befreie mich von den Sorgen des Alltags und lass das Heil-Werden meine einzige Sorge sein.
Stille: In deiner Ruhe ...
Liebe: Besonders jetzt brauche ich Zuwendung und Geborgenheit. Du hältst mich in deiner Hand.
Liebe: Auch wenn es mir nicht gut geht, lass mich die nicht vergessen, die mir am Herzen liegen.
Geheimnis: Gott, du weißt, was mir fehlt. Dir vertraue ich mich an.
Geheimnis: Gott, du weißt, was den Menschen fehlt, die mir nahe sind. Dir vertraue ich sie an.
Geheimnis: Gott, du weißt, was N.N. fehlt. Dir vertraue ich ihn / sie an.
Nacht: In mir ist es dunkel. Ich sehne mich nach Freude und nach Licht.
Stille: In deiner Ruhe ...
Auferstehung: Lass es wieder hell werden - in mir und um mich herum. Erneuere mich. Lass mich heil werden an Leib und Seele.
Stille: In deiner Ruhe ...
Gott: Du bist Leben, du bist Heilung, du bist Kraft und ich bin dein. Mit deinem Segen werde ich gesund.
Amen.




Freitag, 15. Februar 2013

"The Mist"

Helgoland versinkt (mal wieder) im Nebel. Ob mein Vertretungsorganist da morgen herkommen kann? Zur Sicherheit habe ich für den Gottesdienst am Sonntag ein paar leichtere Lieder rausgesucht, die wir hoffentlich auch ohne Orgelbegleitung singen können.







Mittwoch, 9. Januar 2013

Terminschwierigkeiten

So ist das, wenn man auf einer Insel lebt: Es ist, wie wir feststellen mussten, gar nicht so leicht, alles, was Rang, Namen und Interesse hat, zum geplanten Termin für die Votivschiff-Übergabe in unsere Kirche zu bekommen. Schaffen wir zum 13.1. auch nicht und müssen deshalb terminlich umdisponieren. Als neuer Termin ist nun der Ostersonntag angedacht, was ich fast noch besser finde. Ostergottesdienst mit Kommandoübergabe - wie klasse!