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Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche




Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!

Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unsere Partnergemeinde auf Sansibar besuchte, hielt sich ebenfalls ein Gerücht sehr hartnäckig: Unsere Pastorin tritt jetzt eine Pfarrstelle auf Sansibar an.

Ich habe fast die Vermutung, dass da Verlustängste hinterstecken. Ein paar Insulaner*innen haben bestimmt Angst, ich könnte wirklich weg wollen und versuchen durch solche Gerüchte ein Statement von mir rauszukitzeln, dass ich dableibe. 

Ich hab' euch auch lieb!

Und deshalb bekommt ihr jetzt das Statement: Ich bleibe da! Immer vorausgesetzt, dass mein oberster Boss nichts anderes mit mir vorhat und die dienstvorgesetzten Stellen nicht auf komische Ideen kommen.

Und mal ehrlich: Wer würde solche Sonnenaufgangsausblicke wie den aus dem Helgoländer Pastorat schon freiwillig aufgeben wollen???!!! 

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