Direkt zum Hauptbereich

NICHT sprachlos!

So, ihr Terroristen in Brüssel oder sonstwo auf der Welt: Zieht euch warm an! Ich habe nämlich eine Antwort auf eure sprachlos machenden Gewalttaten! Diese Erkenntnis überfiel mich vorhin, als ich über dem Ablauf für den heutigen Abendmahlsgottesdienst brütete, um ihm den letzten Schliff zu verleihen. Die Antwort, die ich auf den Terror habe, lautet: Der Friede Gottes sei mit euch allen!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich Nachrichten wie die von den Anschlägen in Brüssel erreichen, dann ist der Frust so groß, dass ich erstmal gar nicht weiß, was ich sagen soll. Und dann stelle ich mir unweigerlich die Frage: Was können wir eigentlich tun, um auf den Terror zu antworten? Gerade wir, die wir hier doch so behütet und fernab von allem auf unserem Inselchen ihr Dasein fristen?
Antwort: Wir können Gottesdienst feiern! Wir können Abendmahl feiern! Wir können uns die Hand reichen und uns gegenseitig sagen: "Friede sei mit dir."

(Das Bild stammt aus dem Heftchen "Der Anschlag in Wittenberg" von Werner Tiki Küstenmacher)

Eigentlich ist der Friedensgruß im Helgoländer Abendmahlsablauf nicht vorgesehen. In Martin Luthers Abendmahlsablauf war er dagegen schon immer vorgesehen. In meinem Abendmahlsablauf war er auch schon länger vorgesehen, wurde aber wegen Boykott durch die Gemeinde zwischenzeitlich wieder aufgegeben.  Nun ist der Friedensgruß seit einiger Zeit nicht nur wieder vorgesehen, sondern wird auch von mir mit an Besessenheit grenzender Sturheit immer wieder eingeübt. Jetzt wisst ihr warum: Weil wir damit eine Antwort auf den Terror haben! Mit den Worten "Friede sei mit dir". Aber auch mit Taten: Indem wir uns die Hand reichen als Geste des Friedens, der Versöhnung und der Gemeinschaft.

Kommentare

  1. Danke! Dann bau ich das noch schnell in mein Ostern-Abendmahl mit ein!
    Herzliche Grüße
    Birgitta

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Hundekacke mit Fähnchen

Ja, die findet man tatsächlich auf Helgoland: Hundekacke mit Fähnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.)

Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten Fähnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natürlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die Fähnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer Füße.
Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von mein…

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…