Mittwoch, 19. April 2017

Von der Kunst, effektiv Zeit totzuschlagen



Ich befinde mich mal wieder in der Warteschleife. Und das nervt mich gerade unsäglich! Ich bin zu einer Besprechung auf dem Festland, aber die Besprechung findet leider erst um 14.30 Uhr statt. Rüberfliegen musste ich natürlich schon vormittags um 8:50 Uhr, um pünktlich um 14.30 hier sein zu können. Das heißt: Ich habe viiiiiiiel Zeit, um ...., ja um was zu machen?

Nach über fünf Jahren Pastorendasein auf Helgoland bin ich ja schon eine echte Expertin im Zeittotschlagen. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich irgendwo auf dem Festland auf einen Termin warten muss. Oder auf den Abflug, oder auf die Mitfahrgelegenheit, oder darauf, dass die Geschäfte aufmachen.

In der Regel nehme ich mir einfach Arbeit mit, die ich auch von Unterwegs aus erledigen kann. Predigtvorbereitung eignet sich da immer gut. Wenn WLAN vorhanden ist, dann kann ich sowohl Recherche für's Predigtthema betreiben als auch dienstliche Emails bearbeiten. Das war auch der Plan für heute. Ich hatte schon alles im Vorwege organisiert und verabredet, damit ich vor Ort einen Raum zur Verfügung habe, in dem ich in Ruhe arbeiten kann. Sogar mit WLAN, juhu!!!

Mit der Predigtvorbereitung bin ich allerdings nur mühsam vorangekommen. Das Stichwort war ja IN RUHE arbeiten! Und die gibt's hier heute irgendwie nicht. Die Leute, die hier ständig rein- und rausschneiten, sind zwar inzwischen wieder weg. Dafür kamen dann aber die Schloss-ein-und-ausbauer, die alte Türschlösser aus- und neue Türschlösser einbauen sollen. Erkenntnis des Tages: Türschlösser ein- und ausbauen kann einen mordsmäßigen Lärm verursachen. Aber sowas von!

Da ich hier ja mit WLAN und zusätzlich mit Tablet und Kopfhörern ausgestattet bin, sah es zunächst ganz gut damit aus, doch noch die Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten zu schaffen.

Es gibt da nämlich auf YouTube einen Kanal mit klassischer Musik, die extra dazu da ist, beim Konzentrieren zu helfen. Aber wenn die Musik so laut in die Ohren dröhnt, dass ich dass Kreischen des Bohrers im Türschloss nicht mehr hören kann, dann hat sich das mit der Konzentration irgendwie auch erledigt.

Eben waren die Türschloss-Yogis zum Glück für eine Weile weg um Schlüssel nachmachen zu lassen. So konnte ich wenigstens für eine Weile in Ruhe arbeiten. 
Aber inzwischen sind die Trommelfell-Folterer zurück und bohren wieder fröhlich an ihren Schlössern rum! Neiiiiiiiiin!!!

Ich glaube, ich gehe jetzt doch in die City zum Shoppen! Scheiß auf die Arbeit! Die muss ich dann eben nachholen, wenn ich wieder auf meiner Insel und in meinem ruhigen(!) Büro bin. Naja, morgens zwischen 7.00 und 9.00 Uhr ist mein Büro einigermaßen ruhig. Und nach 20.00 Uhr auch ;-)

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