Freitag, 2. Juni 2017

Kirche im sozialen Netzwerk

Jetzt habt ihr mich soweit: Ich sitze hier und will einen Blogartikel schreiben und bin tatsächlich um Worte verlegen! Das liegt wohl daran, dass meine Emotionen gerade die Oberhand haben und sich nicht in Worte fassen lassen wollen.

Fangen wir mal damit an: Ich bin berührt.
Und zwar deshalb, weil einige von euch mir heute geschrieben haben, dass sie berührt sind. Von dem, was ich heute Morgen auf Snapchat und Instagram von mir gegeben habe.

Ich hatte ganz stolz von den kleinen Andachtsheftchen berichtet, die ab heute in unseren Kirchenbänken ausliegen, um Menschen eine kleine Hilfe für die persönliche Andacht zu sein. Manchmal suchen Leute die Kirche ganz absichtlich für innere Einkehr und Gebet auf oder sie werden zufällig reingeweht und wollen das vielleicht einfach mal ausprobieren. Ich habe also einen Snap von den Heftchen in den Kirchenbänken gemacht und dann zur besseren Illustration eine Kerze angezündet, mich hingesetzt und das Morgengebet aus dem Heftchen gesprochen. Dieses von mir gesprochene Gebet habe ich ebenfalls via Snapchat und Instagram Story geteilt. 




Und dann habe ich ein paar ganz wunderbare private Nachrichten dazu bekommen: Vom einfachen Danke! bis hin zu dem Geständnis, dass sogar Tränen geflossen sind. Tja, und deshalb bin ich jetzt ein bisschen um Worte verlegen, obwohl ich doch sonst wirklich nicht auf den Mund gefallen bin.

Eigentlich ist die Idee des Gebets in sozialen Netzwerken ja auch nichts Neues. Ich weiß doch selber, wie berührend das sein kann, weil ich gerne beim Abendgebet auf Twitter dabei bin (wenn ich nicht gerade vor dem Fernseher eingeschlafen bin oder in einer Kirchengemeinderatssitzung stecke). 

Und die Erfindung, moderne Medien für die Verbreitung guter Nachrichten bzw. DER Guten Nachricht zu nutzen, kommt ja auch nicht erst von tweetenden Christinnen und Christen. Martin Luther hat sich schon eines solchen modernen Mediums bedient, um das, was er zu sagen hatte, unter die Leute zu bringen: des Buchdrucks! Ich stehe sogesehen mit meinen Gebet-Snaps in guter lutherischer Tradition.

So, nun habe ich das, was mir gerade so durch den Kopf geistert, doch noch in Worte gefasst bekommen und hoffe, dass das irgendwie Sinn ergibt. Und wenn nicht, ist das nicht so wichtig. Wichtig ist, dass mich die heutige Erfahrung und mein Rumdenken an diesem Thema zu einem Vorhaben motiviert haben.

Ich habe mich nach vielem Hin-und Her-Überlegen dazu entschlossen, mit den Gebeten weiterzumachen. Ich kann nicht versprechen, dass es ganz zuverlässig jeden Tag ein Morgengebet gibt, denn manchmal schlafe ich auch einfach gerne aus oder vergesse einfach Sachen, aber ich werde schon versuchen, regelmäßig ein Gebet in die Snap-Parade einzubauen. Schaun wir mal, wo das hinführt.

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