Direkt zum Hauptbereich

Sommerliches Pastorendasein

Tage wie der gestrige reiben mir immer wieder volle Kanne rein, wie geil es doch ist, hier auf Helgoland Pastorin zu sein! Nicht nur, dass ich die Gelegenheit habe, nach Feierabend segeln zu gehen. (Naja, eigentlich war es wĂ€hrend der Arbeitszeit, denn ich bin ja immer im Dienst. 😉) Sondern auch, weil ich das mit dem christlichen Verhalten und der NĂ€chstenliebe hier offensichtlich ganz gut vermitteln kann.

 

Vertreter aus drei Konfi-Generationen haben das nĂ€mlich gestern bewiesen: Ein "Ex-Konfi", ein "real existierender Konfi" und ein "Konfi to be" haben sich mĂ€chtig ins Zeug gelegt um den Nordosthafen fĂŒr ihre Pastorin badefĂ€hig zu machen. Vom Steg und von unserem Segelboot aus haben sie mit Arschbomben die Feuerquallen vertrieben, die mich fast davon abgehalten hĂ€tten, ein erfrischendes Bad in der Nordsee zu nehmen. Ich finde die Feuerquallen eigentlich sehr schön anzusehen und habe auch keine Angst, dass die Viecher mich bei Kontakt gleich umbringen. Wenn ich allerdings welche unter meiner Badeleiter am Boot durchschwimmen sehe, will ich da gar nicht erst runterklettern.

Aber ich hatte ja tatkrĂ€ftige, spritzende und lautstarke Hilfe! Wie gesagt: Das mit der NĂ€chstenliebe haben unsere barmherzigen Konfis schon gut drauf. Vielleicht wĂ€re der Bootsnachbar weniger genervt gewesen, wenn ich ihm das so erklĂ€rt hĂ€tte. Da ich das versĂ€umt hatte, fĂŒhlte er sich blöderweise nur gestört. Aber da die barmherzigen Konfis das mit der NĂ€chstenliebe so gut drauf haben, verzogen sie sich einfach an eine andere Stelle zum weiteren Spritzen, Planschen, und Feuerquallenvertreiben.

Und ich konnte in Ruhe und völlig unbehelligt mein Bad nehmen. 😊

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stĂŒndigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel ĂŒber eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren hĂ€uften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die FĂ€lle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken ĂŒber dieses Problem zu machen, sondern auch darĂŒber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich ĂŒber dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafĂŒr bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Hundekacke mit FĂ€hnchen

Ja, die findet man tatsĂ€chlich auf Helgoland: Hundekacke mit FĂ€hnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.)

Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten FĂ€hnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natĂŒrlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die FĂ€hnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer FĂŒĂŸe.
Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von mein…

Neues aus der HelgolĂ€nder GerĂŒchtekĂŒche

Also ohne die HelgolĂ€nder GerĂŒchtekĂŒche wĂ€re das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem TelefongesprĂ€ch mit einer SchĂ€fchen hĂŒtenden Person heute morgen. Die rief nĂ€mlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung ĂŒber den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich wĂŒrde demnĂ€chst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wĂ€re nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich wĂŒrde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…