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Jesus und die Baumaßnahmen




Also, diese letzte Woche hatte es echt in sich! Besonders der Teil des Pastorendaseins, der sich zwangsweise mit Bauangelegenheiten befassen muss, hat mich den letzten Nerv gekostet. Ich hatte am Mittwoch schon eine E-Mail von unserem Bauamtsleiter im Kirchenkreis bekommen, der nach einer Flut von E-Mails meinerseits nochmal alles zusammengefasst hatte, was hier ansteht. Diese Zusammenfassung ist eine seeeeeehr lange Zusammenfassung:
- Das Gemeindehaus muss saniert werden.
- Die Fassade des Pastorates muss davon abgehalten werden, bei starkem Wind spazieren zu fliegen. 
- Für das Dach des Pastorates gilt daselbe. 
- Die Kirchentür muss repariert werden. 
- Nach der Sanierung der Kirche muss eine professionelle Reinigung in Angriff genommen werden. 
- Die Seidenfahne, die sonst die Wand unserer Kirche ziert, muss restauriert werden.
- Eine Vitrine muss angeschafft werden damit besagte Fahne ihr Dasein darin fristen kann. Sie soll ja nicht wieder zu Schaden kommen. 

Ein, zwei andere Dinge standen da noch, die mir aber gerade aus dem Kopf gefallen sind.
... (Pastorin denkt nach) ...
Ach ja, ich weiß wieder: Da stand, dass das ja auch alles bezahlt werden muss!

Nach dieser E-Mail wäre ich fast schon heulend über meinem Schreibtisch zusammengebrochen.

Als ich dann am Donnerstag aber feststellte, dass der Regen fröhlich durch unsere frisch restaurierten Kirchenfenster regnete, kriegte ich dann wirklich das Heulen, weil ich echt nicht mehr wusste, wie das hier alles zu bewerkstelligen sein soll.

Als dieser kleine Anfall vorüber war, machte ich mich an die Arbeit:
- Architekturbüro anrufen, 
- Bauamtsleiter kontakten, 
- Fotos schicken, 
- Dachdecker anrufen, 
- Liegenschaftsmenschen im Kirchenkreis anrufen wegen Schadensmeldung an die Versicherung, 
- Verhandlungen mit dem Dachdecker aufnehmen, was mit der Fassade und dem Dach zu passieren hat, 
- versuchen zu klären, was der Denkmalschutz zu allem sagen wird
- und, und , und ...

Irgendwann war ich dann soweit, dass ich nicht nur losheulen wollte. Es war noch schlimmer: Ich wollte eine rauchen!!! (Ich habe vor knapp zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Ihr könnt euch also vorstellen, wie schlimm es um mich stand.)

Und dann fiel mir plötzlich eine Szene aus dem Film ein, den ich am Mittwoch mit meinen Konfis geguckt hatte: "Die Hütte"

Mackenzie, die Hauptfigur des Films, will in der Szene übers Wasser laufen. Einen erfolgreichen Versuch hat er da übrigens schon hinter sich. Aber dieses Mal klappt es nicht und er kriegt nasse Füße.
Da sagt Jesus zu Mackenzie: "Das funktioniert besser, wenn wir es zusammen machen"!

Dieser Spruch fiel mir ganz plötzlich wieder ein, als ich da so voll in meinem "Ich-rette-die-Kirche-und-das-Gemeindehaus-und-das-Pastorat-gleich-mit" Aktionismus gefangen war.

Ja, ich kriege schon eine ganze Menge auf die Reihe, wenn es um das Pastorendasein im Allgemeinen, die Bauangelegenheiten im Besondern und das Christsein überhaupt geht. Aber Jesus sagt: "Das funktioniert besser, wenn wir es zusammen machen"!

Und ich muss zugegeben: Recht hat er!

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