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Auf den Kopf gestellt

EKD Synode, Diskussion darüber, was Kirche attraktiver macht, Kirchenaustritte, eigene Auseinandersetzungen mit den sogenannten Kirchenfernen, ... All das lässt mich gerade über meinen eigenen Glauben nachdenken: Was er für mich und mein Leben bedeutet, wie sehr er mir ein gutes Fundament gibt, wie sehr er mir Möglichkeiten gibt, meine Seele auszuruhen und wie sehr er mein Leben auf den Kopf stellt.

Meistens fühlt er sich an wie eine Bank, auf die ich mich erschöpft fallen lassen kann, um Pause zu machen vom Alltäglichen. Gott sitzt dann neben mir und wir führen Gespräche. Und da passiert es (ziemlich oft), dass mein Glaube an Gott (oder ist es Gott selber?) alles auf den Kopf stellt, die Bank umkippt, auf der ich gerade so gemütlich Platz genommen habe, und mich zum Aufstehen zwingt. So dass ich manchmal nur noch sagen möchte: „Ey Alter, was soll das jetzt wieder?!“ 




Da sind einerseits die alten und vertrauten Dinge, die Traditionen, die mir Halt geben und in denen ich mich aufgehoben und geborgen fühle. Und dann sind da die alten und vertrauten Dinge, die so überhaupt nicht mehr in die moderne Zeit passen und so weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen sind - meine eigene Lebenswirklichkeit eingeschlossen. Da sind die neuen und spannenden Dinge, die alles aufpeppen, lebendig machen und mir eine andere Perspektive verschaffen. Da sind die neuen und spannenden Dinge, die genauso weit weg sind von der Lebenswirklichkeit der Menschen - meine eigene Lebenswirklichkeit eingeschlossen, weil sie nicht mehr sind als oberflächliche Show.

Ja, ich glaube schon sehr, sehr lange an Gott. Gefühlt mein ganzes Leben. Und ja, ich habe schon immer damit zu kämpfem gehabt, dass der Glaube an Gott mir einerseits einen wohltuenden Platz zum Ausruhen meiner Seele bietet und mich andererseits aber auch gleich wieder von diesem Platz hochscheucht, so nach dem Motto: Mach es dir nicht zu bequem! Get out of your comfort zone! Steh’auf, und vor allem steh’zu mir! Ich glaube, mein Glaube lebt aus dieser Ambivalenz, weil das Leben ambivalent ist. Weil Gott ambivalent ist? Mein Leben, und ich vermute mal das Leben aller Menschen, besteht aus aufrechten Bänken und aus umgestürzten Bänken, aus Ruhepunkten und aus „auf den Kopf gestellt“. Warum sollte es da mit Gott und meinen Glauben an ihn / sie anders sein?

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