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Dem Himmel ein Stück näher

Heute gab es für mich eine Notfallseelsorge-Fortbildung der Extraklasse: Winschen mit dem Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede. Ich hab' doch geahnt, dass Helgoland für mich noch zum Abenteuer wird.

Alles fing gestern ganz harmlos mit einer Andacht und Kranzniederlegung im Gedenken an den Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl an, dessen Besatzung in einem schweren Orkan 1967 vor Helgoland ihr Leben ließ. Beim anschließenden Kaffeetrinken mit dem Vormann und einem Bersatzungsmitglied der Hermann Marwede ("unser" Seenotrettungskreuzer!) kamen wir irgendwie auf die Frage, ob Frau Pastorin denn seefest sei. Ich war mir da schon ziemlich sicher, dass ich es nicht bin, aber man wollte Beweise. Also wurde für heute morgen eine Testfahrt beschlossen inklusive Winschen (Bergung per Seilwinde mit dem Hubschrauber).

Mit etwas weichen Knien und einem deftigen Knoten im Magen machte ich mich also heute morgen auf den Weg zum Seenotrettungskreuzer. Kneifen wollte ich ja nicht (auch wenn ich kurz davor war)! Dort angekommen, war das erste, was ich hörte, eine Windwarnung per Funk, als ich noch gemütlich beim Kaffee saß. Na toll, das fing ja gut an!
Eigentlich war die See verhältnismäßig ruhig, die Wellen nur einen halben Meter hoch. Aber das reichte, um mir kurz nach dem Auslaufen, ein flaues Gefühl in der Magengegend zu bescheren. Nachdem man mich in Überlebensanzug und Schwimmweste gesteckt hatte, mußte ich auch ganz schnell nach draußen an die frische Luft. Da war es dann auch einigermaßen gut auszuhalten.

Der Hubschrauber kam, übte einige male mit Bleisäcken das Winschen und dann war ich dran. Im Tandem ging es rauf in die Luft und rein in den Hubschrauber. Ich war ja so froh, endlich von dem schaukeligen Boot runter zu sein und mir Helgoland von oben begucken zu können. Bis der Pilot sich einfallen ließ noch ein paarmal "Fahrstuhl" zu fahren. Das fand ich richtig gemein, immerhin hatte ich es bis dahin erfolgreich geschafft, mein Frühstück im Magen zu behalten. Aber alles ging auch weiterhin gut.

Wieder runter aufs Boot mußte ich dann alleine - wie gut dass ich keine Höhenangst habe. Alles in allem habe ich den Ausflug heil überstanden, und nein: ich habe nicht ein einziges Mal über der Reling gehangen und gereiert. Trotzdem bin ich froh, inzwischen wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Hier also mein persönliches Testurteil: Frau Pastorin ist winschtauglich und bedingt seefest :-)

Anmerkung am Rande: nächstes Mal komme ich "nur" auf einen Kaffee vorbei, oder wenn jemand seelsorgerische Betreung braucht.

Aber mal ganz abgesehen von dem Spaß, den ich hatte, habe ich doch wichtige Erfahrungen gesammelt. Jetzt weiß ich wenigstens in Ansätzen, wie es jemandem geht, der aus Seenot gerettet und mit dem Hubschrauber abtransportiert werden muß. (Zum Glück haben die Jungs mich nicht ins Wasser fallen lassen!).

Außerdem finde ich, dass eine neue Amtsbezeichnung angebracht ist: nicht mehr PzA (Pastorin zur Anstellung) sondern PzSL (Pastorin zur See und in der Luft).

Lieben Dank und viele Grüße an die Besatzungen der Hermann Marwede und des Marinehubschraubers, mit denen ich das Winschen üben durfte!


Anziehen (gar nicht so einfach!):

Da kommen sie angeflogen:

Ab ans Seil und rauf geht's:
"Flying Pastor":


Und jetzt geht's wieder runter:


Geschafft, wieder das wackelige Deck unter den Füßen:

Das flaue Gefühl im Magen ist auch wieder da:

Kommentare

  1. Da sag ich nur eins: RESPEKT!!!
    Grüße von
    Stine

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  2. Was ist schon so ein schnöder Großstadt-Pfarrdienst gegen solche Herausforderungen! Herzliche Grüße vom Festland :-). Bist du am 7. März beim Konvent dabei? Wenn's die Wetterlage zulässt, versteht sich. Ina

    http://pastorinablogspot.com

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    Antworten
    1. Wenn kein Nebel ist, bin ich zum Konvent da. Freu mich schon!

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