Direkt zum Hauptbereich

Gefilzte Ökumene



So, und hier ist das protestantische Schaf, das an Weihnachten die katholische Weihnachtskrippe zieren wird. Auch wenn es zwischendurch mehr nach einer Kreuzung aus Kegelrobbe und Kuh aussah,  ist es am Ende doch zu einem echten ökumenischen Botschafterschaf zurechtgefilzt worden. Ein Schild mit der Aufschrift "Ich bin dagegen!" (von wegen protestantisch und so) haben wir uns verkniffen. Außerdem: Ein Schaf mit einem Schild, auf dem steht "Ich bin dagegen!" sieht in jeder Weihnachtskrippe blöd aus, nicht nur in einer katholischen. Ich habe jedenfalls trotz zerpiekter Finger ein neues Hobby: Trockenfilzen! (Beim Trockenfilzen wird Wolle so lange mit Nadeln gepiekt, bis sie vor lauter Frust ganz filzig wird. Naja, und ich habe, dusselig wie ich nun mal bin, nicht nur die Wolle gepiekt sondern auch meine Finger.)

Hm, vielleicht bekommt der Pastoratstannenbaum im nächsten Jahr lauter Filzschafe anstatt Gesangbuchengel. Dann muss ich allerdings jetzt schon mit der Schafherstellung anfangen, sonst ist das nie zu schaffen. In diesem Sinne: euch allen einen gesegneten dritten Advent und MÄÄÄÄÄÄH!

Kommentare

  1. Danke - dir auch einen schönen dritten Advent!
    Schafe filzen kann übrigens ein Ganzjahreshobby sein. ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Und man kann ja auch noch andere Sachen filzen. Habe mir schon ein Starter-Set bestellt mit Wolle, Nadeln, Unterlage, usw.Mich hat's gepackt :-)

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Hundekacke mit Fähnchen

Ja, die findet man tatsächlich auf Helgoland: Hundekacke mit Fähnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.)

Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten Fähnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natürlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die Fähnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer Füße.
Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von mein…

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…