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Glockenwartung

Ich kann euch beruhigen: Das völlig sinnlose Glockengebimmel am gestrigen Nachmittag hier auf der Insel hatte nichts weiter zu bedeuten, als dass die Glocken gewartet wurden. Das muss in regelmäßigen Abständen sein, um zu sehen, ob mit den Glocken und der Mechanik alles in Ordnung ist. Oder um Reparaturen durchzuführen, wenn das nötig sein sollte. Das Problem mit unseren Glocken ist, dass sie immer wieder die halbe Insel in Aufruhr versetzen, wenn sie zu ungewohnten Zeiten läuten. Sonntagsmorgens ist völlig normal. Da sagt keiner was. Um 13.00 Uhr ist auch normal. Da weiß jeder sofort, dass jemand gestorben ist, denn das "Ringeln" um 13.00 Uhr ist unser Totengeläut. Allerdings läuft schonmal mein Handy durch eingehende Textnachrichten heiß, wenn die Totenglocke um 13.00 Uhr zu hören ist, weil ganz viele Leute wissen wollen, wer gestorben ist. Wenn aber am Donnerstagabend die Glocken läuten, dann ist immer wieder Aufregung, weil noch nicht jeder auf dem Schirm hat, dass donner...

Bücher in die Bücherkiste!

Und nicht in den Pastoratsflur!  Da ich inzwischen festgestellt habe, dass alle, die auf dieser Insel unterwegs sind, Insulaner wie Gäste, immer bestens darüber Bescheid wissen, was da so alles in meinem Blog steht, nutze ich dieses Medium mal für einen Aufruf: Wenn ihr Bücher abzugeben habt, dann legt sie bitte in die Bücherkiste in der Kirche und nicht in meinen Flur. Ich weiß, dass es eine echte Herausforderung darstellen kann, mit den Büchern anzurücken, wenn die Kirche auch auf ist, nämlich Montags bis Freitags zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr oder Samstags und Sonntags zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr. Ich weiß auch, dass die Herausforderung noch größer ist, wenn ihr nochmal wiederkommen müsst, dann nämlich, wenn die Kirche beim ersten Versuch abgeschlossen ist. Aber bitte, bitte, bitte (!) deponiert die Bücher nicht im Pastoratsflur! Ich ersticke nämlich so langsam in diesen Büchern und habe auch nicht immer die Zeit, sie in regelmäßigen Abständen in die Kirche zu schaffen. I...

Nochmal zum Thema Gottesdienst

Ich habe letzte Woche einen Artikel gelesen mit dem Titel "Scham und Peinlichkeit in Gottes Haus" von Pastorin Kolwe-Schweda. Diesen Artikel hat mir ein befreundeter Pastor mitgebracht und wir haben uns beim Frühstück ganz angeregt darüber unterhalten. Und das, obwohl ich morgens eigentlich noch gar nicht so gesprächig bin. Musste mir dann auch den Kommentar anhören: Du redest zu viel für diese Uhrzeit! Das mag damit zu tun haben, dass ich zwar viel von mir geben wollte, aber noch nicht so ganz in der Lage war, zusammenhängende Sätze rauszubringen. Aber egal. Wir waren beim Thema "Gottesdienst". Jedenfalls geht es in besagtem Artikel um den "Bedeutungsschwund" in Gottesdiensten. Weil kaum noch jemand hingeht. Naja, jedenfalls zu bestimmten Gottesdiensten. Andere sind durchaus gut besucht. Die wenigen Leute, die teilnehmen, fühlen sich dann sowas von unwohl, weil sie nur so eine kleine Truppe sind. Und hier entsteht dann ein Gefühl von Scham und Peinlichkei...

Fit for Fire #2

Fazit nach unserer ersten Feuerwehr-Sporteinheit: - Ich habe neue Sportschuhe, bei denen jeder Person akute Erblindung droht, die da länger als 5 Sekunden draufguckt. - Die neuen Sportschuhe sind so atmungsaktiv, dass ich beim Laufen kalte Füße kriege. - Man sollte erst dann einen 20er Pack neuer Sportsocken bestellen, wenn man 100%ig sicher ist, dass man wirklich, wirklich, wirklich (!) keine mehr besitzt. Suche, und du wirst noch 20 alte Paare finden! - Ich habe einen tierischen Muskelkater. - Mir tun Muskeln weh, von denen ich gar nicht wusste, dass die überhaupt existieren. - Die Decke der Turnhalle muss unbedingt höhergelegt werden, damit meine Angaben beim Volleyball auch durchgehen. - Man sollte beim Volleyball nicht versuchen, eine Angabe mit der Nase anzunehmen (Kehlkopf kommt auch nicht so gut, wie wir feststellen mussten). - Gegenseitiges Anbrüllen im Eifer des Spiels ist schlecht für die Stimme. (Wie gut, dass ich heute keine "Wechselgesänge" singen muss!) - Ich w...

Regieanweisungen im Gottesdienst?

Obwohl wir das Thema im Vikariat schon ziemlich ausgereizt hatten, habe ich immer noch keine endgültige Entscheidung getroffen, ob ich den Gottesdienst nun lieber mit oder ohne Regieanweisungen machen soll.  Also eigentlich ist es mir ja lieber, keine Hinweise darauf zu liefern, was als nächstes kommt, wann die Gemeinde aufstehen soll, was wann und wo gesungen wird, und so weiter. Ich lasse so einen Gottesdienst am liebsten einfach laufen. Regieanweisungen finde ich persönlich sehr störend. Ich würde am liebsten einfach machen, und darauf vertrauen, dass sich die Gottesdienstbesucher schon irgendwie durchkämpfen, wenn sie mit Ablauf und liturgischen Stücken nicht vertraut sind. Aber ich mag es eigentlich nicht, wenn sich irgendjemand irgendwo irgendwie durchkämpfen muss. Ich selber will mich auch nirgends durchkämpfen müssen. Schon gar nicht im Gottesdienst. Da will ich mich fallenlassen können. Außerdem stört es noch viel mehr, wenn der schöne Ablauf ins Stocken gerät, weil die Go...

Das Scheunenprinzip

Heute habe ich erfahren, dass unsere Kirche nach Scheunenprinzip errichtet wurde. Derjenige, der mir das berichtet hat, war kein Geringerer als Pastor Gerhard Mörchel, der erste Pastor, der hier auf Helgoland nach der Wiederfreigabe der Insel seinen Dienst verrichtet hat. Und der Pastor, unter dessen Obhut unsere Kirche gebaut wurde. Pastor Mörchel hatte heute unseren Gedenkgottesdienst besucht. Und hier muss ich jetzt ein bisschen weiter ausholen, denn unser "Erstkontakt" war etwas, naja, seltsam. Pastor Mörchel hat mich nämlich völlig auf dem falschen Fuß erwischt, als er sich mir kurz vor Gottesdienstbeginn mit den Worten vorstellte: "Ich bin einer Ihrer Amtsvorgänger. Von 1956 bis 1968." Mehr sagte er nicht. Wenn ich nicht in Gedanken schon mitten im Gottesdienstablauf gewesen wäre, dann hätte ich vermutlich gleich geschaltet. So aber war ich fieberhaft am Überlegen, wer zum Geier hier von 1956 bis 1968 Pastor gewesen sein könnte. Pastor Mörchel brachte ich irge...

Jeder hat seine Klorollen

Heute ist Freitag. Also Kindergartentag. Heute war ich aber nicht nur zum Morgenkreis da sondern auch zu einer Besprechung über den im Juni anstehenden Familiengottesdienst. Und so eine Besprechung mit der Leiterin unserer Kindertagesstätte hat irgendwie immer was Therapeutisches. Wenn nämlich der planerische und organisatorische Teil unserer Besprechung durch ist, nutzen wir die verbleibende Zeit, um uns gegenseitig unser Leid zu klagen, über die Herausforderungen, die unsere Arbeit manchmal so mit sich bringt. Heute haben wir dabei festgestellt: Jeder hat so seine Klorollen! Unsere KiTa-Leiterin Frau I. ( Name von der Redaktion geändert! ) erwähnte, dass sie es immer schwierig findet, wenn der Kindergarten Klorollen und Wollreste zum Basteln angeboten bekommt. Sicher sind diese Angebote gut gemeint. Es spart ja schließlich Geld, wenn Bastelmaterial nicht immer käuflich erworben werden muss. Gut für die Umwelt ist es auch, wenn man nicht immer alles gleich wegschmeißt. Aber: der Kinde...