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Posts

Urlaub zuhause

Das erste, was auf meiner Urlaubs-To-Do Liste stand, war: Blumen kaufen. Wenn ich diesen Urlaub schon zuhause verbringen muss, dann soll es zuhause wenigstens nett aussehen. Was auch auf der Urlaubs-To-Do Liste stand, war das Ausschlafen. Mit diversen Ausrufezeichen dahinter. Eigentlich hätten wir so gerne meine Mutter besucht und Urlaub in meiner alten Heimat gemacht. Wir hatten uns dann aber entschieden, dieses Mal nicht wegzufahren, um weder meine Mutter noch uns selbst der Gefahr einer Ansteckung mit Covid 19 auszusetzen. Der Wanderhemdbügler spart seine Urlaubstage nun lieber auf und arbeitet tapfer weiter. Ich nehme mir trotzdem die dringend nötige Auszeit. Das Ausschlafen heute Morgen tat richtig gut und mein Feriendomizil hat nun auch ein paar Farbtupfer in Form von Rosen und Hyazinthen. Allerdings hat es mich schon Überwindung gekostet, vor dem Blumenkauf nicht noch die ganze Wohnung zu putzen. Die Versuchung war groß, denn schließlich sollen sich die frischen Blumen hier wohl...

Ich verstehe die Welt nicht mehr!

  Ich verstehe die Welt nicht mehr!  Wo sind all die guten Dinge hin, die uns Menschen doch ausmachen sollten? Wo sind Geduld, Mitgefühl, Liebe, Vergebung, Offenheit, Annahme, Friedfertigkeit,  Verständnis, und Einfühlungsvermögen  geblieben? Wo ist der Wunsch nach Gerechtigkeit geblieben?  Mit all diesen Dingen hat Gott uns ausgestattet und damit haben wir doch eigentlich alles, um gut miteinander auszukommen und um allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Aber zu viele von uns scheinen diese wertvollen Geschenke einfach weggeworfen und sich stattdessen mit  unglaublichen Mengen an Gier, Selbstsucht, Machtstreben, Gleichgültigkeit, Unverständnis und sogar Hass eingedeckt zu haben. Ich finde es unfassbar, dass für einen fehlgeleiteten Freiheitsdrang oder aus wirtschaftlichen Interessen Menschenleben geopfert werden! Ich finde es unfassbar, dass das sexistische, menschenverachtende, totalitäre und Gewalt förderne Verhalten eines Präsiden...

Geh einfach rein und hab Spaß!

Das war eine der Regeln, die ich heute Morgen zu befolgen hatte: Geh einfach rein und hab Spaß! Und genau das habe ich auch getan. Ansonsten waren da natürlich noch eine ganze Menge anderer Regeln: Mindestabstand einhalten, Hände desinfizieren, Mundschutz tragen. Naja, das Übliche eben. Und damit du, lieber Leser oder liebe Leserin auch endlich weißt, wo ich war, kommt hier noch eine weitere Regel, die ich zu befolgen hatte: Im Kreis schwimmen. Ja, ich hab mich tatsächlich getraut, ins Schwimmbad zu gehen. Ich schreibe hierabsichtlich  „getraut“, denn ich musste wirklich ein bisschen Mut zusammennehmen, um das anzugehen, denn da gibt es schon eine Menge Dinge, die man beachten muss. Deshalb habe ich mich erstmal durch die Infos im Internet gelesen und dann gestern auch noch im Schwimmbad angerufen, um mir alles genau erklären zu lassen, damit ich auch bloß nichts wichtiges vergesse. Aber irgendwas vergisst man ja doch. Ich zum Beispiel hatte ganz akribisch meinen Kontaktdatenzettel...

Geisterinsel

Ich habe heute zum ersten Mal nach der Winterpause wieder im Strandkorb gesessen. Ich habe mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen und bin tatsächlich für eine volle halbe Stunde eingenickt. Na gut, mit Unterbrechung. Die Glocken im Kirchturm haben mich zwischenzeitlich aus meinem Mittagsschläfchen gerissen, um mir mitzuteilen, dass es halb zwei ist. Ansonsten war ich aber total ungestört. Das ist definitiv das allererste Mal in den acht Jahren, die ich auf dieser Insel lebe, dass mich niemand über die Gartenmauer anspricht. Wie auch? Ist ja keiner da, der mich ansprechen könnte. Als ich Kissen, Decke und Buch zu Unterhaltungszwecken  in meinen Strandkorb verfrachtete, gingen tatsächlich noch zwei Leute die Straße entlang, die am Pastorat vorbeiführt - mit etwa zwei Metern Abstand voneinander. Aha, dachte ich, dann sind die also nicht „Kernfamilie“. Als ich dann drinsaß im Strankorb, kam nochmal jemand vorbei und dann: niemand mehr. Keine Insulanerinnen oder Insulaner, die im Vo...

Es ist: Ein Buch!

Dass ich kein Kind erwarte, hatte ich ja schon mitgeteilt. Aber was es denn wird, hatte ich euch noch vorenthalten. Ich finde, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um die Katze aus dem Sack zu lassen: Das Projekt, das mich so lange vom Bloggen abgehalten hat, war das Schreiben eines Buchs. Heute war mein Exemplar in der Post und ich bin total aufgeregt!!! Und freu mich wie ein kleines Kind unterm Weihnachtsbaum! Als ich damals in der fünften Klasse einen Aufsatz darüber schrieb, wie ich mich im Traum in einen Wellensittich verwandelte, der dann sogar in der Schülerzeitung abgedruckt wurde, war zwar schon ein bisschen Liebe fürs Schreiben erkennbar, aber mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann ein ganzes eigenes Buch schreiben würde? Ich nicht! Aber hier liegt es vor mir auf dem Tisch: "Die Inselpastorin". Es wird am 10. März im Rowohlt Verlag erscheinen. Wer es liest und vorher schon in meinem Blog gelesen hat, wird das Eine oder Andere wiedererkennen, denn ei...

Kurze Info

Ich melde mich nochmal ganz kurz aus der Blogpause zurück, um euch wissen zu lassen, dass ich einen Predigt-Blog eingerichtet habe:  Über Gott und die Welt und ein bisschen Helgoland

Blogpause

Im März hat es keinen Blogartikel von mir gegeben. Im April wird es auch keinen geben. (Außer diesem hier natürlich.) Es wird vermutlich über längere Zeit keinen Blogartikel geben, da ich gerade an einem anderen Projekt arbeite, das sehr viel Zeit beansprucht, von dem ich aber auch noch nicht verraten will, was es denn wird. Wenn es fertig ist, werde ich es natürlich kundtun, aber bis dahin müsst ihr leider erstmal ohne das Pastorendasein auf Helgoland leben.  Und kommt jetzt bloß nicht auf dumme Gedanken! Nein: Ich bin NICHT schwanger!  Krank auch nicht - bis auf die Rückenschmerzen, die mich von Zeit zu Zeit plagen, aber die zählen nicht. Ich habe nur einfach gerade keine Zeit, den Blog weiterzuschreiben. Das ist alles.  Wer allerdings bereit ist, sich auf soziale Netzwerke einzulassen, findet immer wieder etwas über mein Dasein auf Helgoland und anderswo auf Snapchat und Instagram. Bei beiden bin ich unter dem Benutzernamen revphansen zu finden. Und wenn ich mein Proje...

Hundekacke mit Fähnchen

Ja, die findet man tatsächlich auf Helgoland: Hundekacke mit Fähnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.) Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten Fähnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natürlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die Fähnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer Füße. Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von...

Versagensangst?! Predigt vom 14.01.2018

Predigttext: 1. Korinther 2, 1-10 ———————————— Ich werde euch heute mal einen Schwank aus meiner Jugend erzählen: Vor langer, langer Zeit, als ich noch nicht Pastorin war, war ich Mitglied in einer Karnevalsgesellschaft und habe dort getanzt, in der Prinzengarde und als Tanzmariechen.   Der Gardetan z war für mich immer relativ entspannt, weil ich ja nicht alleine war. Es gab immer Mittänzerinnen, bei denen man abgucken konnte. Als Tanzmariechen ist das natürlich anders. Da steht man ganz alleine vor dem Publikum. Da war ich dann auch entsprechend aufgeregter.   Ich sollte in einem Jahr nach der Karnevalszeit an einem Turnier im Karnevalstanz teilnehmen. Die Folge war, dass ich schon während der Karnevalszeit vor jedem Auftritt nicht nur Lampenfieber  hatte,  sondern richtige Angst. Ich war so aufgeregt, dass ich alles vergessen hatte, sobald ich auf der Bühne oder auf der Tanzfläche stand. Der ganze Tanz war weg. Blackout. Aber ich konnte ja nicht  nur  ru...

Diebstahl total sophisticated

Es ist ja faszinierend, welche Ausdrucksformen die kriminelle Energie in unserer Kirche manchmal findet. Da werden Sachen auf Weisen geklaut, auf die ich nie käme. Gut, nun käme ich sowieso nicht darauf, überhaupt irgendwas zu klauen. Aber gesetzt den Fall, ich wäre total mission-impossible-mäßig drauf, wäre ich trotzdem nicht auf die Täuschungsmanöver gekommen, die in unserer Kirche bisweilen angewendet werden, um sich unerkannt des Interieurs zu bemächtigen. Einer der Diebe, die bei uns ein-und ausgehen, wollte an das Geld im Kollektenkasten. Dazu hat er den ganzen Kollektenkasten abgebaut und mitgenommen. Aber nicht nur das! Er (oder sie - Geschlecht ist eigentlich unbekannt) hat sich doch tatsächlich die Mühe gemacht, einen optisch ähnlichen Kasten zu beschaffen und diesen mit viel handwerklichem Geschick an der Stelle anzubringen, an der der alte, mit Geld prall gefüllte Kollektenkasten hing. Und soll ich euch was sagen: Der Plan ging auf! Lange Zeit hat niemand gemerkt, dass das ...

Taufe am Totensonntag

Es fing alles an mit der Taufanfrage für den 26.11 2017 und meinem etwas konsternierten, aber zum Glück nur gedachten Kommentar: Ihr wisst schon, dass das Totensonntag ist?! Nein, wisst ihr nicht! Via Whatsapp habe ich dann mitgeteilt: Seid ihr sicher, dass es der 26. 11. sein soll? Das ist Totensonntag, mit Verlesen der Namen der Verstorbenen und Kranzniederlegung (Ja, bei uns auch am Totensonntag). Wäre der 1. oder 2. Advent nicht schöner? Nach etwas Bedenkzeit kam die Antwort: Also wir möchten den 26.11.17 gerne beibehalten. Und irgendwie passt ja zum Totengedenken auch das Thema Geburt bzw. Taufe ... Wow, was für eine Einsicht! Frau Pastorin kann echt noch was dazulernen, wenn sie mal auf ihre Schäfchen hört! Denn natürlich hatte diese Familie sowas von Recht! Und siehe, es wurde ein ganz wunderbarer Gottesdienst! Einerseits vom Thema her, denn die Taufe im Zusammenhang mit dem Tod macht ja wirklich so viel Hoffnung. Das drösel ich euch jetzt aber nicht im Einzelnen auf. Hättet hal...

Trauerfeiern für Ausgetretene

Habt ihr eigentlich eine Ahnung, was ihr mir antut, wenn ihr so mir nichts, dir nichts aus der Kirche austretet und dann auch noch den Nerv habt, zu sterben?! Nein, habt ihr nicht, denn sonst würdet ihr euch das sicher nochmal überlegen. Das mit dem Kirchenaustritt meine ich. Mir verursacht es immer eine Menge seelischen Stresss, wenn Angehörige von ausgetretenen Verstorbenen bei mir auf der Matte stehen und eine kirchliche Trauerfeier wollen. Da stecke ich nämlich schon gleich in der Klemme, weil ich einerseits gerne die Bedürfnisse der trauernden Hinterbliebenen berücksichtigen möchte, die einen Abschied brauchen, und andererseits aber auch den Willen der verstorbenen Person nicht über Bord schmeißen will, die ja nunmal ausgetreten ist, eine kirchliche Trauerfeier vielleicht wirklich nicht gewollt hätte und sich nun ja nicht mehr wehren kann. Solche Verstorbenen gibt es wirklich. Nicht alle treten wegen des Geldes aus sondern durchaus auch aus Glaubensgründen, bzw. aus Gründen des ni...

Auf den Kopf gestellt

EKD Synode, Diskussion darüber, was Kirche attraktiver macht, Kirchenaustritte, eigene Auseinandersetzungen mit den sogenannten Kirchenfernen, ... All das lässt mich gerade über meinen eigenen Glauben nachdenken: Was er für mich und mein Leben bedeutet, wie sehr er mir ein gutes Fundament gibt, wie sehr er mir Möglichkeiten gibt, meine Seele auszuruhen und wie sehr er mein Leben auf den Kopf stellt. Meistens fühlt er sich an wie eine Bank, auf die ich mich erschöpft fallen lassen kann, um Pause zu machen vom Alltäglichen. Gott sitzt dann neben mir und wir führen Gespräche. Und da passiert es (ziemlich oft), dass mein Glaube an Gott (oder ist es Gott selber?) alles auf den Kopf stellt, die Bank umkippt, auf der ich gerade so gemütlich Platz genommen habe, und mich zum Aufstehen zwingt. So dass ich manchmal nur noch sagen möchte: „Ey Alter, was soll das jetzt wieder?!“  Da sind einerseits die alten und vertrauten Dinge, die Traditionen, die mir Halt geben und in denen ich mich aufgeh...

Reformatorische Gedanken — Gott in den Mund gelegt

Gott spricht: Du bist mein geliebtes Kind. Du bist geliebt. Du bist mein Kind. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist. An dir habe ich Wohlgefallen. Ich habe dich. Du gefällst mir wohl. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist. Ich habe dich wunderbar gemacht. Du bist wunderbar. Du bist von mir gemacht. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist. Und siehe, du bist sehr gut. Du bist. In dir wohnt Güte. Einfach so. Mit allem was du tust. Mit allem, was du denkst. Mit allem, was du fühlst. Mit allem, was du bist.

Wunder der Überseetechnik

Auf so‘ner Möchtegern-Hochseeinsel zu wohnen ist ja manchmal schon krass. So mache ich mir gerade mal wieder Sorgen über meine Teilnahme an einem bevorstehenden Seminar. Das soll am Wochenede stattfinden. Am Wochende ist ein solches Sauwetter gemeldet, dass ich um die erfolgreiche Teilnahme bangen muss. Ich würde vermutlich heil aufs Festland kommen, aber die Rückkehrwahrscheinlichkeit am geplanten Termin liegt bei maximal 5%! (Weil bei Sauwetter die Fliegers nicht fliegen. Oder die Schiffe nicht fahren. Oder beides.) Wenn das so bleibt, fliege ich nicht rüber. Das wäre dann zwar sehr schade, aber irgendwie auch wieder nicht. Denn: Geschenkte Zeit! Aber bei meinem Glück tauchen aus dem Nichts garantiert irgendwelche Arbeiten auf, mit denen nie ein Mensch zuvor gerechnet hat. Oder sie erfinden bis dahin das Beamen. Was gar nicht so unwahrscheinlich ist, wenn ich mir den Stand unserer Technik heute so begucke. Vor ein paar Tagen zum Beispiel habe ich mich ausgiebig in das Thema „Handytic...

Jesus und die Baumaßnahmen

Also, diese letzte Woche hatte es echt in sich! Besonders der Teil des Pastorendaseins, der sich zwangsweise mit Bauangelegenheiten befassen muss, hat mich den letzten Nerv gekostet. Ich hatte am Mittwoch schon eine E-Mail von unserem Bauamtsleiter im Kirchenkreis bekommen, der nach einer Flut von E-Mails meinerseits nochmal alles zusammengefasst hatte, was hier ansteht. Diese Zusammenfassung ist eine seeeeeehr lange Zusammenfassung: - Das Gemeindehaus muss saniert werden. - Die Fassade des Pastorates muss davon abgehalten werden, bei starkem Wind spazieren zu fliegen.  - Für das Dach des Pastorates gilt daselbe.  - Die Kirchentür muss repariert werden.  - Nach der Sanierung der Kirche muss eine professionelle Reinigung in Angriff genommen werden.  - Die Seidenfahne, die sonst die Wand unserer Kirche ziert, muss restauriert werden. - Eine Vitrine muss angeschafft werden damit besagte Fahne ihr Dasein darin fristen kann. Sie soll ja nicht wieder zu Schaden kommen....

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL! Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser...

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen. Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur so...

Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind!

Nicht zu fassen! Ich, die Vorbeterin des Mantras "Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind und darf nicht darauf warten, dass diese durch ihre Kirchentüren kommen!" sitzt in ihrer Kirche und wartet, dass die Leute genau das tun: durch die Kirchentür stratzen. Und wisst ihr was? Sie tun es wirklich! Sie kommen in die Kirche und sie kommen in Strömen! Immer so zwischen 13.30 Uhr und 15.30 Uhr. Und sie finden auch noch gut, was sie da in unserer Kirche zu sehen bekommen: Kaffee, Tee, selbstgebackene Kekse (okay, manchmal sind es auch nur selbstgekaufte Kinderriegel). Ach ja: ansprechbare Menschen finden sie auch in unserer Kirche. Zur Zeit immer mittwochs und samstags. Naja, und sonntags ja auch irgendwie. Eigentlich kommen sie nur rein, weil sie auf ihrer Helgolandrunde auch mal kurz die Kirche von innen sehen wollen, bevor die Duty Free Geschäfte gestürmt werden. Von den Keksen (oder Kinderriegeln) wissen die wenigsten etwas. Eine ziemlich große Zahl ist dann ein wenig ve...

Liebes Brautpaar ...

Liebes Brautpaar, warum sagt ihr mir eigentlich nicht, dass ihr euch nächsten Sonntag gar nicht trauen lassen wollt? Ich als Pastorin sollte doch die Erste sein, die von der Terminverschiebung erfährt. Finde ich.  Liebes andere Brautpaar, die ihr auch gleichzeitig Taufeltern seid,  warum sagt ihr mir eigentlich nicht, ob eure Trauung am kommenden Freitag auch tatsächlich stattfinden soll, und die Taufe eurer Kinder am kommenden Sonntag? Ich als Pastorin sollte doch die erste sein, mit der alles abgesprochen wird. Finde ich. Und euch kann ich nichtmal erreichen, weil ich keine Telefonnummer habe und die E-Mails, die ich an euch schicke, immer wieder zurückkommen mit der Bemerkung euer E-Mail Postfach sei voll. Mich ärgern diese möglicherweise oder auch nicht anstehenden Amtshandlungen tierisch! Weil ich viele Termine habe in der kommenden Woche und gut planen muss! Was ich gerade nicht kann, weil über drei von vier Amtshandlungen ein großes Fragezeichen hängt. Dass die eine Tra...