Direkt zum Hauptbereich

Festlandsvorbereitungen



Irgendwie ist so ein dienstlicher Trip zum Festland auch nicht viel anders, als auf große Urlaubsreise zu gehen. Nur, dass es eben dienstlich ist und nicht Urlaub. Die ganzen Vorbereitungen sind irgendwie dieselben. Ich habe bloß ein kleines bisschen weniger Gepäck dabei, wenn es auf Dienstreise geht. Meistens nehme ich sogar extrawenig mit, damit die ganzen Festlandseinkäufe noch in den Koffer passen.

Die Wäsche muss gewaschen werden, denn natürlich sind die Sachen, die ich mitnehmen will, NICHT sauber! Wo ist eigentlich mein Schlafsack? Die Tasche für den Hund muss gepackt werden, denn der Vierbeiner geht zwangsweise auch auf Dienstreise - zum Hundesitter nämlich. Meine eigene Tasche muss gepackt werden. Der Anrufbeantworter muss umgesprochen werden, damit die Leute wenigstens wissen, WARUM sie sich über meine Abwesenheit ärgern. (Bin ich nicht nett?!) Dasselbe gilt für die Abwesenheitsnotiz an der Eingangstür. Noch schnell die Post, Emails und hunderttausendmillionen Anrufe erledigen. Meinen Mitarbeitern letzte Instruktionen geben. Abwasch und Müll schaffe ich wohl nicht mehr. Ist aber nicht schlimm, denn ich bin ja morgen hoffentlich wieder da. So lange kann das Zeug noch vor sich hin stinken. Noch eben mit dem Hund raus. Essen muss ich auch unbedingt! Wer weiß, wann ich wieder was kriege. Außerdem: Bei kirchlichen Besprechungen gibt es meistens nur Kaffee und Kekse (bei mir gibt es keine Kekse. Hab' nie welche da. Kaffee gibt es nur manchmal - je nachdem, ob ich Lust habe, welchen zu kochen.) Also fällt ein vernünftiges Abendessen wohl aus.  Dann den Hund wegbringen, Tasche schnappen und ab zur Dünenfähre. Hab' ich eigentlich die Kaffeemaschine ausgeschaltet? Ist der Herd aus? Sind die Fenster zu? Heizung runtergedreht? Ich muss mich jetzt echt beeilen, wenn ich auf dem Weg zur Fähre noch Geld holen will! Auf dem Flugplatz  hoffentlich nochmal bei einem Becher Kaffee durchatmen, bevor ich in den Flieger steige. Beten, dass wir heil rauf und wieder runter kommen. Hoffentlich klappt das mit der Mitfahrgelegenheit auf dem Festland. Und dann ab zum ersten Termin.

Und wenn ich mir vorstelle, ich würde in den Urlaub fahren, dann wird es vielleicht auch ein bisschen wie Urlaub. Nur dass ich nicht wie im Urlaub ausschlafen kann. Nur, dass die dienstlichen Termine keine wirkliche Urlaubsstimmung aufkommen lassen. Nur, dass die große Shoppingaktion ausfallen muss. (Der Schlafsack, den ich dieses Mal dabei habe, nimmt einfach zu viel Platz weg. Mist!) Dafür werde ich einen Haufen netter Leute treffen! Und das ist wirklich fast wie Urlaub :-)

Kommentare

  1. Dienstreise ist Urlaub in Kleinformat oder Urlaub auf Probe oder bezahlte Abwesenheit oder....
    Ich erlebe das auch immer so. Hoffentlich hattest du eine gute Dienstreise!
    Liebe Grüße vom Festland - ganz weit weg vom Meer. :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Dienstreise war in diesem Fall durchwachsen. Der Kaffee zum Frühstück fehlte. Aber das weißt du inzwischen vermutlich schon.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hundekacke mit Fähnchen

Ja, die findet man tatsächlich auf Helgoland: Hundekacke mit Fähnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.)

Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten Fähnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natürlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die Fähnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer Füße.
Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von mein…

Trauerfeiern für Ausgetretene

Habt ihr eigentlich eine Ahnung, was ihr mir antut, wenn ihr so mir nichts, dir nichts aus der Kirche austretet und dann auch noch den Nerv habt, zu sterben?!
Nein, habt ihr nicht, denn sonst würdet ihr euch das sicher nochmal überlegen. Das mit dem Kirchenaustritt meine ich.
Mir verursacht es immer eine Menge seelischen Stresss, wenn Angehörige von ausgetretenen Verstorbenen bei mir auf der Matte stehen und eine kirchliche Trauerfeier wollen. Da stecke ich nämlich schon gleich in der Klemme, weil ich einerseits gerne die Bedürfnisse der trauernden Hinterbliebenen berücksichtigen möchte, die einen Abschied brauchen, und andererseits aber auch den Willen der verstorbenen Person nicht über Bord schmeißen will, die ja nunmal ausgetreten ist, eine kirchliche Trauerfeier vielleicht wirklich nicht gewollt hätte und sich nun ja nicht mehr wehren kann.
Solche Verstorbenen gibt es wirklich. Nicht alle treten wegen des Geldes aus sondern durchaus auch aus Glaubensgründen, bzw. aus Gründen des nich…

Diebstahl total sophisticated

Es ist ja faszinierend, welche Ausdrucksformen die kriminelle Energie in unserer Kirche manchmal findet. Da werden Sachen auf Weisen geklaut, auf die ich nie käme. Gut, nun käme ich sowieso nicht darauf, überhaupt irgendwas zu klauen. Aber gesetzt den Fall, ich wäre total mission-impossible-mäßig drauf, wäre ich trotzdem nicht auf die Täuschungsmanöver gekommen, die in unserer Kirche bisweilen angewendet werden, um sich unerkannt des Interieurs zu bemächtigen.
Einer der Diebe, die bei uns ein-und ausgehen, wollte an das Geld im Kollektenkasten. Dazu hat er den ganzen Kollektenkasten abgebaut und mitgenommen. Aber nicht nur das! Er (oder sie - Geschlecht ist eigentlich unbekannt) hat sich doch tatsächlich die Mühe gemacht, einen optisch ähnlichen Kasten zu beschaffen und diesen mit viel handwerklichem Geschick an der Stelle anzubringen, an der der alte, mit Geld prall gefüllte Kollektenkasten hing. Und soll ich euch was sagen: Der Plan ging auf! Lange Zeit hat niemand gemerkt, dass das …