Freitag, 13. März 2015

Stadt-Land-Tod



Ich spiele ja immer wieder gerne Spiele mit unseren Senioren. Besonders Bingo, denn da habe ich es gut drauf, mir den Hauptpreis unter den Nagel zu reißen. Gestern haben wir kein Bingo gespielt sondern eine abgewandelte Form von Stadt-Land-Fluss. Da konnte ich leider nicht den Hauptpreis ergattern, denn ich war die Spielleiterin. Schade. Trotzdem habe ich selten so viel gelacht.
Das Spiel heißt Stadt-Land-Tod und die Regeln sind eigentlich dieselben wie bei Stadt-Land-Fluss, nur dass man anstelle von Städten, Ländern, Flüssen, Blumen, Namen usw. Täter, Tatwaffen, Tatorte, Fluchtfahrzeuge, Mordmotive und ähnliche nette Dinge mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben finden muss.

Ich hatte das Spiel schon einmal vor ein paar Wochen vorgestellt und alle fanden es eigentlich gar nicht so begeisterungswürdig. Zu schwer, wie meine Senioren meinten. Ich war dann so nett und habe die Kriminalversion von Stadt-Land-Fluss verschoben. Ich war ebenfalls so nett, noch Spielbögen auszuhändigen, damit unsere lieben Senioren vorher schonmal üben konnten.

Haben sie auch getan. Eine Dame berichtete, dass eine Fernsehzeitung eine gute Hilfe sei. Man müsse sich nur die Programmankündigungen für diverse Krimis durchlesen und sofort hätte man einen großen Fundus von Mordmotiven, Tatorten, Tatwaffen usw.. Das sind richtig kluge Köpfe, unsere Senioren! Deshalb habe ich vermutlich auch immer beim Stadt-Land-Fluss spielen verloren. Weil mein Kopf nicht so klug ist. Die haben in der Schule echt besser aufgepasst als ich. Sowas!

Gestern war es jedenfalls soweit. Es sollte Stadt-Land-Tod gespielt werden. Es gab noch ein paar Unmutsäußerungen und diverse Male den Kommentar "zu schwer", aber ich habe sie nicht vom Haken gelassen. Und es hat sich gelohnt.

Es kamen so herrliche Sachen wie Tretroller oder Dackel auf Rädern als Fluchtfahrzeug, Gallenkolik oder Drüsenunterfunktion als Todesursache, Toilette oder Taubenschlag als Tatort, Toilettendeckel oder Christbaum als Tatwaffe und die Daunenjacke als Mordmotiv. Daraus ließen sich dann auch die schönsten Kriminalgeschichten basteln:
Der *Landarzt* hat aus *Lasterhaftigkeit* in der *Lagerhalle* das Opfer mit einem *Lolli* bedroht und ist anschließend mit einem *Leiterwagen* geflüchtet. Das Opfer hat sich so erschrocken, dass es nach draußen rannte und ist, weil es draußen so kalt war, an einer *Lungenentzündung* verstorben. Der Täter konnte gefasst werden und wurde wegen *Lolliterror* angeklagt. Für sowas gibt es satte 70 Punkte!

Der *Gehwagen* als Fluchtfahrzeug war der Brüller. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen! Ich sag' nur: Kopfkino! Wir haben uns natürlich bildlich vorgestellt, wie die Dame, die sich das ausgedacht hatte, versucht mit ihrem Gehwagen vom Tatort zu flüchten. Wenn sich allerdings der Tatort auf dem Oberland befindet, dann könnte sie mit ihrem Gehwagen den Millstätter Weg runterrollen. Und der ist so steil, da wird selbst ein Gehwagen zum Düsenjäger! Die Chancen, dem elektrischen Polizeiauto zu entkommen, wären damit schon ganz gut.

Wie gesagt: Ganz kluge Köpfe, unsere Senioren!
Und: Ich hätte nie gedacht, dass in einem kirchlichen Seniorenkreis so viel kriminelle Energie steckt!

1 Kommentar:

  1. Da würde es ich ja lohnen, den ein oder andere Helgoland-Krimi zu schreiben.

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