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Freundliche Gespräche am Morgen

"Du siehst aber scheiße aus", war das Erste, was ich heute Morgen zu hören bekam, nachdem ich die Tür zu meinem Amtszimmer aufgeschlossen hatte. Es folgte der Satz: "Ich hätte gedacht, dass du nach deinem Urlaub erholter aussiehst." Das mag wohl damit zu tun haben, dass ich mich in meinem Urlaub auch nicht wirklich gut erholt habe, dank einer fiesen Bronchitis, die ich seit meinem ersten Urlaubstag erfolglos bekämpfe. Ich konterte aber gleich mit dem Spruch: Du siehst aber auch ziemlich daneben aus. Bist du krank?" Antwort: "Ja, mir geht's auch nicht so gut." Es folgte dann aber gleich wieder ein Gegenangriff mit: "Deine Frisur sieht heute auch merkwürdig aus." Ja, meine Haare waren ziemlich plattgedrückt durch die Mütze, die ich beim Spaziergang mit Jessie auf hatte. Als eine weitere Person zu unserer kleinen Runde stieß, hatte diese ebenfalls nichts zu lachen. "Na, du siehst aber auch total fertig aus heute!", tönte es ihr aus zwei Mündern entgegen. Dann verschworen sich die beiden gegen mich mit der Feststellung, dass ich da eine hässliche Stelle an der Nase habe. Die ist das Resultat ständigen Naseputzens, was wiederum auf den noch fieseren Schnupfen zurückzuführen ist, der auf die fiese Bronchitis folgte.

Jedenfalls stellten wir am Ende fest, dass es vielleicht eine gute Idee sei, den Laden für die nächsten vier Wochen dicht zu machen und auf die Bahamas zu reisen, um am Ende nicht nur erholt auszusehen, sondern auch wirklich erholt zu sein! Ich werde heute Abend mal in der Sitzung den entsprechenden Antrag stellen, fürchte aber, dass ich dafür keine Mehrheit bekommen werde. ;-)

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Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Hundekacke mit Fähnchen

Ja, die findet man tatsächlich auf Helgoland: Hundekacke mit Fähnchen. Hundekacke mit Zielflagge, um genau zu sein. (Das Original befindet sich hinter  dem Emoji-Haufen auf dem Bildund und war mir zu unappetitlich, um es hier zu zeigen.)

Zum ersten Mal sind mir die mit schwarz-weiß karierten Fähnchen garnierten Hundehaufen kurz vor meinem Urlaub aufgefallen. Ich war selbst gerade auf Hunderunde und mein Pelzgesicht hatte die Haufen natürlich zuerst entdeckt. Durch den Geruch. Nicht durch die Fähnchen. Ich stand eine ganze Weile davor, bewunderte das Kunstwerk und machte mir so meine Gedanken. Wollte jemand auf die Hundehaufen aufmerksam machen, damit niemand reintritt? Eigentlich eine gute Idee, denn diese Haufen lagen zwar am Wegrand und nicht mitten auf dem Weg, aber durchaus in Reichweite unachtsamer Füße.
Oder wollte jemand auf diese Weise seinen oder ihren Unmut kundtun? Jedenfalls fand ich die Markierungsaktion vor ein paar Wochen noch irgendwie witzig. Als ich vorgestern von mein…

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…